Pikeur freut sich über Rekordjahr

Reitmodenhersteller will in Werther wachsen

Anja Hanneforth

Der Reitmodenhersteller Pikeur blickt auf das umsatzstärkste Jahr seiner Firmengeschichte zurück. - © Foto: Anja Hanneforth
Der Reitmodenhersteller Pikeur blickt auf das umsatzstärkste Jahr seiner Firmengeschichte zurück. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther. Der Reitmodenhersteller Pikeur blickt auf das umsatzstärkste Jahr seiner Firmengeschichte zurück. Auf der Bilanzpressekonferenz der Bugatti Holding Brinkmann am Montag, zu der das Unternehmen gehört, verwiesen die Firmenchefs Wolfgang und Klaus Brinkmann sowie ihre Söhne Markus und Julius auf Zuwächse sowohl im In- als auch im Ausland.

Juniorchef Markus Brinkmann blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2015 zurück. - © Pikeur/Markus Oh www.studio-oh.com
Juniorchef Markus Brinkmann blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2015 zurück. (© Pikeur/Markus Oh www.studio-oh.com)

Die größte Gewinnsteigerung fuhren sie auf dem britischen Markt ein. Sowohl die Reitmodenmarke Pikeur als auch die Ausrüstungsmarke Eskadron schafften ein Wachstum in zweistelliger Höhe. „Wir sind sehr zufrieden", kommentierte Juniorchef Markus Brinkmann.

Gut verkaufen lassen sich Hosen, Sakkos und Pferdedecken »made in Werther« nicht nur im In-, sondern eben auch im Ausland. Mehr als die Hälfte des Umsatzes generiert das Unternehmen inzwischen durch den Export, vor allem in europäische Länder, aber auch nach Übersee. Konnte Pikeur in Großbritannien sogar zweistellig wachsen, musste die Firma 2015 in Ländern wie Frankreich oder Italien geringfügige Umsatzrückgänge verzeichnen, „geschuldet vor allem der gesamtwirtschaftlichen Lage dort", so Brinkmann.

Info

Logistikzentrum geplant

• Die Firma Pikeur will am Standort Werther weiter wachsen. Auf dem dazugekauften Gelände am Esch (früher Edeka und Aldi) wird ein neues La-ger-/Logistikzentrum entstehen. Das erläuterte Juniorchef Markus Brinkmann im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Ob in den bestehenden Hallen oder als Neubau, stünde allerdings noch nicht fest. „Die internen Planungen laufen." Er geht von einer Bauanfrage vielleicht noch in diesem, sonst im kommenden Jahr aus. „Auf jeden Fall werden wir am Standort investieren", so Brinkmann. Im logistischen Bereich habe man Nachholbedarf und wolle sich mit dem neuen Zentrum mittel- und langfristig gut aufgestellt sehen. Es sei dies auch ein klares Bekenntnis zum Standort Werther.
• Aktuell beschäftigt Pikeur am Esch gut 60 Mitarbeiter, Tendenz steigend.

Hauptumsatzträger waren Reithosen und Reitsakkos. Etwa ein Drittel dieser Produkte würden nach wie vor in Deutschland gefertigt, in Herford und im niedersächsischen Uchte, der Rest im europäischen Ausland. Ziel des Unternehmens sei, dies beizubehalten und die Produktion nicht nach Fernost zu verlagern. „Solange wir es uns leisten können und der Verbraucher bereit ist, gewisse Preislagen zu bezahlen", stellte Brinkmann klar. Zumal eine Produktion innerhalb Europas immer auch ein Garant für Qualität sei.

Wird Europa also auf lange Sicht der wichtigste Markt für Pikeur bleiben, greift die Firma auch auf dem Weltmarkt an. „In Nordamerika sind wir durch einen Importeur bereits recht gut aufgestellt", so Brinkmann.

Ebenfalls attraktiv ist für das Unternehmen Brasilien, wo in diesem Jahr die olympischen Spiele stattfinden. Hier wird Pikeur als Ausstatter der drei favorisierten Springreiterequipen aus Deutschland, Holland sowie dem Gastgeberland Brasilien auftreten.

China: „Ein interessanter Markt für uns"

Und auch die andere Seite der Welt hat das Unternehmen fest im Blick: Asien, allen voran China. „Ein interessanter Markt für uns", betonte Brinkmann, der sich hier gerade auf lange Sicht Gewinne erhofft. Durch Pikeur-Werbeträger Ludger Beerbaum, der im Reich der Mitte bereits zwei Reitsportzentren betreibt, sollen der Sport und damit die Nachfrage nach entsprechender Bekleidung ausgebaut werden.

Markus Brinkmann, selbst ambitionierter Reiter, hat mit seinem Einstieg in die Geschäftsleitung der Brinkmann-Holding indes weniger Zeit für sein Hobby. „An erster Stelle steht die Arbeit", machte er deutlich. Erzählte aber auch, dass derzeit ein erfolgversprechendes junges Pferd in seinem Stall stünde. „Es wäre toll, wenn es gelingen könnte, mit ihm an die nationale Spitze vorzudringen."

Dass es viele Vorteile hat, als aktiver Reiter Geschäftsführer einer Firma für Reitbekleidung zu sein, ist für ihn klar: „Ich teste selbst viele Sachen, bevor sie auf den Markt kommen, kenne zahlreiche Kunden persönlich. Das hat natürlich enorme Synergieeffekte."

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