VersmoldAuf der falschen Seite gefahren: Junge Mutter gerät mit Polizist in Streit

Eine junge Frau versucht, einer Fahrradstreife das EC-Karten-Lesegerät wegzunehmen. Der Streit landet vor Gericht, doch die Angeklagte erscheint nicht persönlich.

Herbert Gontek

Versmold. Weil eine junge Frau aus Polen und ihr Kind auf ihren Fahrrädern auf der falschen Straßenseite unterwegs waren, hielt ein ebenfalls auf dem Rad fahrender Polizist sie an. Aus der Aufforderung, die Seite zu wechseln, entwickelte sich allerdings eine Anzeige wegen Nötigung, die nun vor Gericht ausgetragen wurde und für die die Frau 25 Tagessätze a zehn Euro zahlen muss.

Die Begebenheit spielte sich im Juni des vergangenen Jahres ab. Der 47-jährige Polizist stoppte die junge Mutter, wies sie an, die andere Straßenseite zu nutzen, und verhängte einen Strafzettel in Höhe von 15 Euro. Das erschien der Mutter jedoch zu hoch. Sprachliche Hürden verschärften den Dialog. Bei der Auseinandersetzung fehlte dann auch noch der Ausweis der Radfahrerin.

„So etwas ist mir in 25 Dienstjahren nocht nicht passiert"

Sie hinderte den Beamten am Wegfahren und versuchte immer wieder, ihm in die Tasche zu greifen, in der er das EC-Überweisungsgerät aufbewahrte. Das Gerät fiel dabei herunter. Zu einer weiteren Eskalation kam es, als die junge Mutter den Zebrastreifen mit den Fahrrad fahrend überquerte und der Polizist ihr sagte, man dürfe das nur schiebender Weise.

„So etwas ist mir in 25 Dienstjahren nocht nicht passiert", sagte der Beamte, der auch gestern keine Erklärung für die aufgeheizte Stimmung hatte, vor Gericht aus. Die konnte die Frau auch nicht geben, denn sie ist „für immer" nach Polen zurückgegangen, wie der Anwalt erläuterte, der sie vertrat. Die insgesamt 250 Euro muss die Angeklagte trotzdem zahlen.

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