VersmoldKüken werden flügge: Der Abschied am Storchennest im Versmolder Bruch naht

Zwei von vier Küken in der Kinderstube an der Wiesenstraße haben es geschafft. Sie wachsen und gedeihen – und verlassen inzwischen regelmäßig ihr Nest. Bald heißt es Abschied nehmen.

Tasja Klusmeyer

Seit einiger Zeit sind die beiden Jungstörche außerhalb ihres Nestes unterwegs. Auch dort werden sie, wie dieses Foto von Lisa Dölling zeigt, von den Elterntieren versorgt. - © Lisa Dölling
Seit einiger Zeit sind die beiden Jungstörche außerhalb ihres Nestes unterwegs. Auch dort werden sie, wie dieses Foto von Lisa Dölling zeigt, von den Elterntieren versorgt. © Lisa Dölling

Versmold. Auf der einen Seite ist die Freude bei Storchenfreundin Lisa Dölling groß. Nachdem zwei Küken gestorben waren, bangte sie um das verbliebene Duo. Ihm scheint es gut zu gehen. Anfang des Monats beobachtete die Versmolderin die Jungtiere das erste Mal, wie sie ihre Kinderstube an der Wiesenstraße verließen und die Umgebung erkundeten. Versmolds bekannteste Tierkinder sind also flügge. Dieser Zeitpunkt ist für Lisa Dölling auch mit etwas Wehmut verbunden.

„Wichtig ist, dass die beiden groß geworden sind", sagt die treue Beobachterin, die seit dem Frühjahr fast täglich im Naturschutzgebiet Bruch vorbeischaut und gleichzeitig das Haller Kreisblatt regelmäßig mit Neuigkeiten vom Nest versorgt. „Inzwischen sind sie oft weiter hinten auf der Wiese. Da kann man sie nicht so gut sehen", erklärt Lisa Dölling und klingt fast entschuldigend, dass die Familie Adebar nicht auf jedem Foto perfekt abgelichtet ist.

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Nach etwa neun Wochen im Nest werden Störche flügge, leben aber noch einige Zeit eng mit den Elterntieren zusammen. So sind auch im Bruch derzeit Familienausflüge zu beobachten; fürs Picknick zwischendurch sorgen die Erwachsenen. Lisa Dölling schätzt, dass dies vielleicht noch ein oder zwei Wochen der Fall sein wird. Dann sind die Kleinen groß genug, um sich eigenständig zu versorgen, und der Familienverbund löst sich auf.

Dieses Mal gibt es keine Ringe

Die Versmolderin ist darauf vorbereitet, irgendwann vor einem leeren Horst am Aussichtsturm zu stehen. „Dann kann ich mich wieder aufs nächste Jahr freuen", sagt sie. „Ich finde es immer wieder schön."

Auf eine Pinkelparty mussten Lisa Dölling und die anderen Storchenfreunde verzichten. In den Vorjahren waren die Küken von Michael Jöbkes von der Vogelschutzwarte Recklinghausen unter den Augen einiger Schaulustiger beringt worden. Etwa 200 Ringe für Weißstörche stehen pro Jahr in NRW zur Verfügung. Die Nachfrage ist deutlich größer. Diesmal fiel die Wahl auf andere Tiere.

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