VersmoldRespekt! 18-Jährige plant einen mutigen Schritt in eine bewegte Zeit

Hanna Negraszus geht für ein Jahr in die Internationale Begegnungsstätte Auschwitz. Über finanzielle Unterstützung würde sie sich freuen. Das sind ihre Beweggründe.

Rita Sprick

Hanna Negraszus plant nach dem Abitur ein Freiwilligenjahr im IJBS Auschwitz. Die 18-Jährige könnt dafür gut eine finanzielle Unterstützung gebrauchen. - © Rita Sprick
Hanna Negraszus plant nach dem Abitur ein Freiwilligenjahr im IJBS Auschwitz. Die 18-Jährige könnt dafür gut eine finanzielle Unterstützung gebrauchen. © Rita Sprick

Versmold. Die letzte Abi-Klausur ist geschafft. Ab sofort kann Hanna Negraszus in die Vorbereitungen für ihr Freiwilligenjahr in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Auschwitz eintauchen. Sie hat einen mutigen Schritt in eine bewegte Zeit vor. Der beginnt im September für die 18-Jährige und dauert zwölf Monate.

„Bei uns zu Hause war das Dritte Reich nie ein großes Thema. Aber ich wollte mehr darüber wissen. Ich konnte nie verstehen, warum so etwas geschehen konnte", sagt die 18-Jährige. Das Thema Holocaust beschäftigt Hanna Ne-graszus bereits seit dem 14. Lebensjahr. „Einige Klassenkameraden sind stolz auf mich. Andere fühlen sich nicht mehr verantwortlich. Für sie ist die Zeit inzwischen unwichtig", stellt die Abiturientin fest.

Wissen an andere weitergeben

Viele dicke Bücher mit Lektüre über das Dritte Reich, Adolf Hitler und die Judenverfolgung hat sie schon gelesen. Wann immer es möglich ist, schaut sie auch Dokumentationen im Fernsehen. Nach anschaulichen Berichten und Begegnungen auf der Gedenkstättenfahrt mit dem CJD-Gymnasium stand für die 18-Jährige fest, dass sie sich in der IJBS Auschwitz intensiver mit der Judenverfolgung auseinandersetzen will.

Zudem möchte sie das Wissen an andere weitergeben. „Aufklärung ist wichtig. Wir müssen die Erinnerung festhalten. Es ist immer noch oder schon wieder Antisemitismus in Deutschland zu beobachten", fühlt sich Hanna Negraszus moralisch und emotional verpflicht, etwas dagegenzusetzen.

Gruppen betreuen und informieren

Ihre Aufgaben im IJBS stehen bereits fest. Sie wird einen Bildungsauftrag erfüllen. Mit Zeitungen reden und Menschen bei Führungen in Auschwitz jüdische Spuren aufzeigen. Ein Thema könnte sich um Frauen im Arbeitslager drehen. Sobald es Corona zulässt, wird sie die Gruppe vor Ort betreuen oder virtuell informieren.

Untergebracht ist sie außerhalb der Gedenkstätte in einer Wohngemeinschaft mit anderen jungen Menschen. „Dort kann man abschalten, sich mit den anderen austauschen und über Erlebnisse reden", freut sich die 18-Jährige auf das Miteinander. Hanna wird sich hauptsächlich auf Deutsch verständigen, aber auch auf Englisch und Spanisch.

„Sie hat uns überzeugt. Wir ziehen den Hut vor ihr"

Hannas Mutter Anja Negraszus ist stolz auf ihre Tochter. „Sie hat alles allein in die Wege geleitet und uns vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir waren anfangs sehr skeptisch, aber inzwischen hat sie uns überzeugt, und wir ziehen den Hut vor ihr", sagt sie. Anja Negraszus hofft, dass ihre Tochter ein Jahr in der anspruchsvollen geschichtsträchtigen Umgebung durchhält.

Ihre Tochter ist zuversichtlich. Die führt das Projekt mit dem eingetragenen Verein »Internationaler Bund« durch, einem der größten Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland.

Junge Peckeloherin sucht Sponsoren

Die Abiturientin, die nach dem Freiwilligenjahr Geschichte und Erdkunde auf Lehramt studieren möchte, würde sich über einen Unterstützerkreis freuen, damit sie ihr Vorhaben realisieren kann. Bis zur Abreise nach Polen möchte die junge Peckeloherin daher die Zeit nutzen und Sponsoren gewinnen für das Vorhaben, das einen Eigenanteil von 3.000 Euro kosten wird.

Um die Summe zusammenzubekommen, hat sie bereits einen Job angenommen. Aber sie sucht zudem Sponsoren. Alle Infos und Kommunikationsmöglichkeiten über und mit Hanna Negraszus unter hannanegraszus1@gmail.com.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.