HalleLeser kritisiert: Warum steht Religionsfreiheit über anderen Grundrechten?

In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt der Schreiber Stellung zur Berichterstattung über die Mennoniten-Hochzeit. Er verstehe so einiges nicht, sagt er. Zumal die Ausbruchscluster bekannt seien.

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Während man zum Friseur nur mit negativen Corona-Test darf, ist das bei Gottesdiensten aktuell kein Thema. - © Pixabay
Während man zum Friseur nur mit negativen Corona-Test darf, ist das bei Gottesdiensten aktuell kein Thema. © Pixabay

Zur Berichterstattung über eine Feier in der Versmolder Mennonitengemeinde erreichte die Redaktion der folgende Leserbrief:

"Ich verstehe im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Mennoniten in Versmold so einiges nicht. Ich stelle immer wieder fest, so auch in den Äußerungen des Landrates Adenauer, dass hinsichtlich der Religionsausübung immer wieder darauf verwiesen wird, dass die Religionsausübung unter einem „grundgesetzlichen Schutz" stehe.

Das stimmt. Aber was unterscheidet diesen grundgesetzlichen Schutz der freien Religionsausübung von den Grundrechten auf freie Ausübung des Berufs (Gastronomie, Friseure, Einzelhandel), von dem Menschenrecht (!) auf Bildung (Schulbesuche etc.) und von dem Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Ausgangssperre, Kindersport, Urlaub etc.)?

"Ausbruchscluster sind bekannt"

Ist es tatsächlich so, dass man zum Friseur nur mit einem negativen, offiziell bestätigten Test gehen darf, und 170 Menschen vier Mal die Woche ohne Testung in Gottesdienste gehen dürfen? So ergab es sich für mich zumindest aus der Berichterstattung hierzu, und diesen Unterschied kann mir bisher auch niemand plausibel erläutern.

Erschwerend kommt hinzu, dass Ausbruchscluster in Freikirchlichen Gemeinden bekannt sind, während Ausbruchscluster in Gastronomie, Friseursalons und beim Kindersport eben nicht bekannt sind. Warum sind dann Hürden für diese höher als für Kirchenveranstaltungen? Wer kann mir das erklären?"

Stefan Chatziparaskewas aus Bielefeld

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Wir behalten uns vor, Zuschriften zu kürzen.

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