VersmoldVersmolder Unternehmer will neuen Partytempel in Warendorf bauen

Der Peckeloher Frank Otte, Geschäftsführer von Nova Events, hat trotz Corona-Krise große Pläne. Er will in Warendorf eine neue Eventhalle für Abiturienten und Karnevalisten bauen. Dabei befürchtet er, dass Corona seine Branche für immer verändert.

Uwe Pollmeier

Seine Almhütte im Partyzelt hat Frank Otte schon an vielen Orten aufgebaut. Seit Corona ist es aber vorbei mit Schunkeln, Bier in Maßkrügen und Frauen im Dirndl. Dennoch blickt Otte mutig nach vorn und plant ein millionenschweres Projekt in Warendorf. - © Melanie Wigger
Seine Almhütte im Partyzelt hat Frank Otte schon an vielen Orten aufgebaut. Seit Corona ist es aber vorbei mit Schunkeln, Bier in Maßkrügen und Frauen im Dirndl. Dennoch blickt Otte mutig nach vorn und plant ein millionenschweres Projekt in Warendorf. © Melanie Wigger

Versmold/Warendorf. „Der Eventsektor ist tot", sagt Frank Otte. Als Geschäftsführer von „Nova Events" weiß der Peckeloher, wovon er spricht. Seine Branche liegt am Boden, Corona hat im Eventbereich 90 Prozent seines Jahresumsatzes zunichte gemacht. Und auch für dieses Jahr sieht Otte schwarz, spricht sogar davon, dass einige Dinge möglicherweise für immer von der Bildfläche verschwinden. „1.500 Leute bei einem Oktoberfest, das sehe ich in diesem Jahr nicht und ich weiß auch nicht, ob ich die überhaupt irgendwann einmal wieder so sehen werde", sagt Otte. Eine pessimistisch klingende Aussage, die eigentlich so gar nicht Ottes Art ist. Schließlich plant er trotz Corona-Flaute gerade, viel Geld in die Hand zu nehmen, um in Warendorf eine neue Eventhalle aufzubauen.

„Wir reden hier sicherlich von zweieinhalb bis drei Millionen Euro", sagt Otte. Dafür sollen, möglicherweise mit Investorenunterstützung, zwei neue Veranstaltungshallen in der Kreisstadt entstehen. Die bisher genutzte Halle der Firma Kreienbaum Holz, einst genutzt für Abi-Feiern und Karnevalssitzungen, könne nicht weiter genutzt werden, so dass man in der Stadt über Nachfolgelösungen nachdenke.

„Wir wollen gestärkt aus der Krise kommen"

„Eine Notsituation ist auch eine Zeit, in der man nach vorne sehen muss", sagt Otte. Er wolle und werde den „Kopf nicht in den Sand stecken" und hoffe, aus der aktuellen Krise gestärkt herausgehen zu können. Es gebe immer noch viele Menschen, die Geld übrig hätten und die keine Lust hätten, für Ihr Vermögen bei Banken auch noch Zinsen zahlen zu müssen. „Daher sind solche Projekte für Investoren äußerst interessant." Er selbst habe durch den Einstieg als Pächter der Ende Juni vergangenen Jahres nach mehrmonatiger Umbauphase wiedereröffneten Gaststätte „Auf Blombergs Höhen" seine Einbußen im Eventbereich etwas kompensieren können. „Die Gastroschiene hat uns ein bisschen gerettet", sagt Otte. Gleichwohl ärgert es ihn, dass oftmals nur von einzelnen Unternehmen die Rede sei und dabei vergessen werde, das an jeder Firma auch noch ganz viel mit dranhänge. „Wir haben pro Saison eigentlich bis zu 150 Aushilfen. Schüler, Studenten oder Menschen, die mit den 450 Euro ihr Leben etwas schöner gestalten konnten", sagt Otte. Diese hätten das nicht aus „Jux und Dollerei gemacht", sondern aus guten Gründen. Diese Personengruppen hätten es besonders schwer, denn sie seien auf das Geld angewiesen und fänden meistens keine alternativen Einnahmequellen.

„Uns auf dem Land hat es noch nicht so hart erwischt, wir leben noch in einer rosaroten Welt", sagt Otte. Er habe von vielen Vertretern seiner Branche aus dem Rheinland gehört, denen das Wasser schon mehr als bis zum Hals stünde. Er selbst blickt dennoch positiv nach vorn und hofft, dass er sich gegen den derzeit einzigen Mitbewerber aus Everswinkel durchsetzen kann und den Zuschlag für den Bau der Eventhalle erhält.

Einen konkreten Standort für die geplante Veranstaltungshalle hat Otte noch nicht ins Auge gefasst. Er vertraue da auf die Politik, deren Aufgabe es ja auch sei, eine derartige Fläche anzubieten. Aus Lärmschutzgründen wäre das Gewerbegebiet sicherlich ein heißer Kandidat, aber Otte hat auch einen anderen Standort im Blick. „Die Ems-Insel böte ausreichend Platz und sie liegt nah an der City", sagt Otte mit Blick auf das Areal, das derzeit noch von der Industriebrache des 2011 insolvent gegangenen Bettwarenherstellers Brinkhaus belegt ist. Eine Halle könnte dort aufgrund des lukrativen Standorts mit einer Tagesgastronomie einhergehen, deren Betrieb sich in einem Gewerbegebiet nicht lohnen würde. Allerdings ist für das mittlerweile einem Investor gehörende Grundstück eine Wohnbebauung vorgesehen.

Selbst wenn alles glatt läuft und Otte den Zuschlag erhält, dürfte die Halle frühestens in drei Jahren stehen. „Vielleicht muss man sie aber auch vorher gar nicht haben, da man bis dahin ohnehin bestenfalls im kleineren Rahmen feiern kann", sagt Otte. Für die Zwischenzeit gebe es sicherlich immer irgendwelche Lösungen, so etwa das Kolpinghaus oder die Sportschule der Bundeswehr.

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