Gema-Stress nach Jerusalema-Challenge: DRK beugt Ärger vor

Viele Betriebe und Einrichtungen haben in den vergangenen Wochen zu dem Song „Jerusalema“ getanzt und Videos veröffentlicht. Das könnte teuer werden.

Marc Uthmann, Lena Vanessa Niewald

Auch das Gütersloher Unternehmen Hagedorn macht mit bei der Tanz-Challenge. - © Hagedorn
Auch das Gütersloher Unternehmen Hagedorn macht mit bei der Tanz-Challenge. (© Hagedorn)

Kreis Gütersloh/Versmold. Weltweit tanzten Ende vergangenen und Anfang diesen Menschen zu den afrikanischen Klängen des Songs „Jerusalema" – die Videos wurden fleißig im Netz hochgeladen und millionenfach geteilt.

Innerhalb kürzester Zeit entstand mitten in der Corona-Pandemie ein regelrechter Wettbewerb. Unter dem Motto „Jerusalema Challenge" nominierten sich Freunde, Familien, Firmen und Co. gegenseitig, ebenfalls mitzumachen.

Das Team der DRK-Kita Henry Dunant an der Sauerbruchstraße tanzte den Jerusalema. - © Anke Schneider, HK
Das Team der DRK-Kita Henry Dunant an der Sauerbruchstraße tanzte den Jerusalema. (© Anke Schneider, HK)

Auch einige Unternehmen aus der Region waren am Start: Mitarbeiter des LWL-Klinikums etwa studierten eifrig Choreographien ein. Auch der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes machte mit: ob Kindertagesstätten, Pflegeheime oder Rettungsdienste – alle schwangen das Tanzbein. Unter anderem beteiligte sich auch die Versmolder DRK-Kita Henry Dunant (wir berichteten). Das Ganze wurde dann zu einem Video zusammengeschnitten. „Das haben wir bei Youtube eingestellt", berichtet DRK-Sprecher Rainer Stephan.

Die Videos kamen super an – tatsächlich könnten sie so mancher Firma jetzt aber zum Verhängnis werden. Der Konzern Warner Music verlangt nämlich plötzlich nachträglich Lizenzgebühren von einigen Teilnehmern. So flatterte vor einigen Tagen etwa einigen Polizeidienststellen in NRW Rechnungen ins Haus. Unter anderem die Polizei im Märkischen Kreis hatte Mitte November ein aufwendig gemachtes Video veröffentlicht, in dem Streifenpolizisten und die Spurensicherung tanzten.

„Es trifft zu, dass das nordrhein-westfälische Innenministerium die Forderungen von Warner Music für mehrere Polizeidienststellen im Zusammenhang mit der Jerusalema-Challenge beglichen hat", heißt es dazu vom NRW-Innenministerium.

Rainer Stephan reagierte für das DRK bereits, als er vom Ärger hörte, den die LWL-Kliniken hatten. „Ich habe mich dann an den PC gesetzt und unsere Nutzung des Songs nachträglich bei der Gema angemeldet." Dafür zahlte das Deutsche Rote Kreuz – und hofft nun von Nachforderungen verschont zu bleiben. Dort, wo die Engagierten nun zur Kasse gebeten werden, schwingt übrigens gehöriger Ärger über das dicke Ende einer Aktion mit, die als Lichtblick in der Pandemie gedacht war.

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