VersmoldTrockner in der Schubkarre: Versmolder Seriendieb versucht's immer wieder

Versmolder stiehlt regelmäßig, um Drogen zu beschaffen. Er wird auch anderweitig kriminell. Die lange Liste an Straftaten führt ihn jetzt ins Gefängnis.

Anke Schneider

Symbolfoto - © CCO Pixabay
Symbolfoto © CCO Pixabay

Versmold/Halle. Gut 20 Diebstähle legte die Staatsanwaltschaft dem 36-Jährigen zur Last. Am 12. März 2017 soll er mit einer Schubkarre in einen Markt gegangen sein, wo er einen Wärmepumpentrockner aufladen und mit diesem das Geschäft verlassen wollte. Der versuchte Diebstahl fiel auf, weil der Trockner von der Karre rutschte und krachend zu Boden fiel.

Am 16. Mai 2017 tauchte der Beschuldigte dann in einem Baumarkt auf und packte zwei Bohrmaschinen im Wert von 258 Euro in seinen Rucksack. Auch das blieb nicht unbemerkt. Am 24. Mai setzte sich der Angeklagte in ein mit laufendem Motor abgestelltes Auto und fuhr damit zu seinem Dealer. Einen Führerschein besitzt der Versmolder nicht. Zwischen dem 25. Februar 2017 und dem 1. Januar 2018 brach der Drogenabhängige zudem bei 14 Gelegenheiten die Münzbehälter einer SB-Waschanlage auf. In Bielefeld versuchte er, am 4. Mai 2018 die Ladentüren in der Bahnhofshalle aufzubrechen. Weitere Diebstähle spielten sich im vergangenen Jahr in einer Parfümerie und einem Baustoffcenter in Versmold ab.

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Drogentherapie als nächster Schritt

„Wir haben es hier ausschließlich mit Beschaffungskriminalität zu tun“, sagte der Verteidiger bei der Verhandlung vor dem Haller Amtsgericht. Alle gestohlenen Waren seien zu Geld gemacht oder direkt an den Dealer weitergegeben worden. 2019 habe sich der Angeklagte nichts zu Schulden kommen lassen, da er eine Freundin und Arbeit hatte. Die Herzensdame hat den Angeklagten jedoch Anfang 2020 vor die Tür gesetzt.

Der Beschuldigte gab alle Taten restlos zu, so dass die 14 geladenen Zeugen nicht gehört werden mussten. Der Verteidiger nahm das umfassende Geständnis als Beleg dafür, dass sein Mandant seinem Leben eine neue Richtung geben wolle. Eine Drogentherapie sei in Vorbereitung. Das Gericht schnürte am Ende ein Gesamtpaket und verurteilte den Versmolder zu 23 Monaten Haft. Dabei wurde das Geständnis strafmildernd berücksichtigt. Die hohe Zahl der Taten ließe jedoch eine Bewährung nicht zu, so die Staatsanwaltschaft.

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