Finanzielle Mittel für Innenstadt-Baustelle sind knapp: Was nun?

Bei der Umsetzung muss die Verwaltung zunächst Prioritäten setzen. Sie darf aber auch hoffen.

Marc Uthmann

Archivbild von der Eröffnung des neuen Marktplatzes im Juni 2020 - © Marc Uthmann
Archivbild von der Eröffnung des neuen Marktplatzes im Juni 2020 (© Marc Uthmann)

Versmold. Im Juni hatte der Stadtrat die weiteren Schritte der Innenstadtsanierung beschlossen: Die Umgestaltung der Ravensberger Straße sowie die weitere Planung für den Grünzug am Aabach und den kleinen Stadtpark am Rathaus standen demnach auf der Agenda. Die Stadt kalkuliert auch bei diesen Projekten im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) mit einer 60-prozentigen Förderung des Landes.

Hier trat die Bezirksregierung Detmold nun allerdings auf die Bremse. Das Programmjahr 2021 sei bereits überzeichnet, teilte sie der Stadt Versmold mit. Heißt im Klartext: So viele Kommunen wollen 2021 Fördermittel für ISEK-Projekte abgreifen, dass der Topf dafür nicht ausreicht. „Wir hatten ursprünglich geplant, 2021 die Fördermittel-Zusage zu erhalten und die Maßnahmen 2022 dann umzusetzen. Das ist so jetzt nicht realisierbar", erklärt Bürgermeister Michael Meyer-Hermann auf Anfrage.

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Stattdessen müssen die Kommunen ihren ISEK-Projekten nun Prioritäten zuweisen. Und dabei auch bereits entstandene Mehrkosten im Blick behalten. Wie berichtet haben die bisher umgesetzten Baumaßnahmen in Versmold (Rathaus-Platz, Münsterstraße und Kirchplatz) aufgrund von Kostensteigerungen und unvorhergesehenen Ausgaben deutlich mehr Geld verschlungen als 2016 kalkuliert. Sie liegen 1,4 Millionen Euro höher als veranschlagt. Auch für diese Mehrkosten soll es nun die Möglichkeit einer 60-prozentigen Förderung geben – sie sind allerdings auf der Prioritätenliste zu vermerken.

„Umsetzen werden wir weiterhin alle Maßnahmen"

Und über diese Rangfolge muss der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Mittwoch, 20. Januar, entscheiden. Die Verwaltung schlägt vor, die Ravensberger Straße an die Spitze der Liste zu setzen, gefolgt von den Mehrkosten und dem Bereich Aabach und kleiner Stadtpark. „Umsetzen werden wir weiterhin alle Maßnahmen", erklärt Michael Meyer-Hermann. „Aber Aabach-Grünzug und kleiner Park können dann erst 2023 realisiert werden." In diesem Jahr stehen Berliner Straße und Marktplatz auf dem Plan. Die Politiker beraten über die Rangliste ab 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Beim zunächst fehlerhaft verlegten Pflaster vor dem Rathaus setzt die Stadt darauf, dass ein Teil der Kosten zur Behebung vom beauftragten Unternehmen getragen wird. Eine unterschriftsreife Vereinbarung dazu stehe kurz vor dem Abschluss, heißt es dazu aus dem Rathaus.

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