Fallzahlen in Versmold: Hohe Corona-Inzidenz hat viele Ursachen

Zuletzt wurden in Versmold innerhalb von fünf Tagen 54 Neuinfektionen gemeldet. Auch wenn der Montag ein wenig durchatmen ließ: Die Lage bleibt weiterhin schwierig, und ein Ausbruch macht Sorgen.

Marc Uthmann

Das Ordnungsamt der Stadt hat jetzt wieder mehr Kapazitäten für das Corona-Management. - © Stadt Versmold
Das Ordnungsamt der Stadt hat jetzt wieder mehr Kapazitäten für das Corona-Management. (© Stadt Versmold)

Versmold. Die Zahl der Corona-Fälle in Versmold ist am Montag sogar gesunken: von 484 auf 483. Wie kann das sein? Es sei ein rein statistischer Effekt, heißt es vom Kreis Gütersloh. Einige Fälle mussten aus der Datenbank gestrichen werden, nur wenige kamen Montag neu hinzu. „Das wird aber nicht das Spiegelbild der kommenden Tage sein", vermutet Bürgermeister Michael Meyer-Hermann.

Die Lage bleibt ohnehin angespannt: Versmolds 7-Tage-Inzidenz kletterte zuletzt bis auf über 260, der gestrige Tag zum Verschnaufen ließ sie auf 247,3 sinken – ein extrem hoher Wert, der dritthöchste im insgesamt um die 200 pendelnden Kreis Gütersloh. Immer noch gelten 68 Menschen derzeit als aktiv infiziert. „Es ist weiterhin nicht das eine große Ereignis", betont Meyer-Hermann. „Die Infektionen ziehen sich durch alle Altersklassen und Ortsteile." Der Bürgermeister interpretiert die zuletzt gestiegenen Zahlen als die erwartete Welle nach den Feiertagen. Sie dürfte zumindest Nachmeldungen, aber womöglich auch erhöhte Fallzahlen mit sich gebracht haben.

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Einige Fälle in einem Pflegeheim

Auch wenn es nicht den Schwerpunkt bildet, trägt aktuell das Infektionsgeschehen in einem Pflegeheim seinen Teil zur hohen Inzidenz bei. „Im Rahmen der Impfkampagne sind bei den zuvor durchgeführten Tests Infektionen festgestellt worden", berichtet Meyer-Hermann. Daraufhin hätten mobile Teams nachgetestet und auch am Wochenende positive Funde erhalten. Mittlerweile gebe es einige Fälle bei Bewohnern und wenige beim Personal der Einrichtung. Hier sei es nicht an der Stadt, Maßnahmen einzuleiten, sagt Michael Meyer-Hermann. „Gezielt können wir ohnehin nur reagieren, wenn es konkrete Cluster gibt, wie zuletzt bei unseren städtischen Unterkünften." Ansonsten sei man an die Maßgaben des Kreises gebunden, der aktuell noch keine Verschärfung plane.

„Die personellen Bedingungen im Ordnungsamt haben sich verbessert, so dass wir die Zustellung von Bescheiden, die regelmäßigen Besuche bei Menschen in Quarantäne und auch die Kontrollen gut leisten können." Erhebliche Verstöße seien dabei im öffentlichen Raum so gut wie nicht festgestellt worden. „Aber die Infektionen finden ja offenbar im Privaten statt, wo sich die Menschen auch laut der neuen Verordnung des Landes ja noch treffen dürfen", sagt Meyer-Hermann – und schickt einen Appell hinterher: „Wir sollten uns fragen, ob alles, was erlaubt ist, in diesen Tagen auch richtig ist."

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