VersmoldSo bereiten sich Versmolder Grundschulen auf den Distanzunterricht vor

Bei den Erst- bis Viertklässlern wird es eine große Herausforderung, Wissen nach Hause zu vermitteln. Vieles soll anders laufen als im Frühjahr.

Marc Uthmann

Die Klassenzimmer der Sonnenschule werden zunächst leer bleiben müssen. - © Sonnenschule
Die Klassenzimmer der Sonnenschule werden zunächst leer bleiben müssen. (© Sonnenschule)

Versmold. Lernen am Laptop, Videokonferenz statt Unterricht im Klassenzimmer, inhaltlicher Austausch in Klassenchats: Das ist schon für die Mädchen und Jungen an den weiterführenden Schulen Neuland; bei den Kleinen stößt der digitale Unterricht an Grenzen. Das wird auch im neuerlichen Lockdown für die Schulen ab dem kommenden Montag gelten. Doch die städtischen Grundschulen haben sich intensiv darauf vorbereitet, das Beste aus der Situation zu machen.

„Es gab intensive Gespräche mit den Schulleitungen“, berichtet Bürgermeister Michael Meyer-Hermann und betont: „Die Verantwortlichen haben Konzepte für Präsenzunterricht, für Wechselunterricht und für kompletten Distanzunterricht.“ Letzterer wird nun zumindest bis zum 31. Januar zur Realität an der Sonnenschule (400 Schüler), der Grundschule Loxten-Bockhorst (191 Schüler) und der Grundschule Peckeloh-Oesterweg/Hesselteich (170) Schüler).

„Auch weiterhin geht nichts über Präsenzunterricht“

Am Donnerstag begannen die Schulen zunächst abzufragen, welche Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen wollen, die von Klasse 1 bis 6 möglich ist. „Eine Prognose fällt hier schwer, aber die Maßgabe des Landes lautet: Wer kann, sollte seine Kinder zu Hause betreuen“, sagt Michael Meyer-Hermann. Die klare Entscheidung für kompletten Distanzunterricht habe auch ihn überrascht, bekennt der Bürgermeister und betont erneut: „Auch weiterhin geht nichts über Präsenzunterricht – gerade bei der Vermittlung von Inhalten an jüngere Schüler.“ Und für die Kleinen sei ein kompletter digitaler Unterricht auch gar nicht möglich: „Man kann Grundschüler unterer Klassen nicht den ganzen Tag vor ein Tablet setzen“, so Meyer-Hermann.

Darum werde es für die Mädchen und Jungen auch weiterhin die Aufgabenpakete geben. „Aber die Lehrerinnen und Lehrer werden mehr Kontakt halten als im Frühjahr.“ Dafür könne man Apps nutzen, Chats aufmachen und sicher auch Videokonferenzen abhalten. „Denkbar ist zum Beispiel, dass die Klassenlehrerin zu einem bestimmten Zeitpunkt für Rückfragen erreichbar ist.“

Das Ziel, schnell nach dem Jahreswechsel 85 Prozent der Versmolder Grundschüler mit Tablets auszurüsten, sei derweil noch nicht erreicht, so der Bürgermeister. „Wir liegen aktuell bei 65 Prozent.“ Das solle aber in jedem Fall reichen, auch jene Schüler auszustatten, die zu Hause bisher nicht über Endgeräte verfügen.

Michael Meyer-Hermann sieht die städtischen Grundschulen also gut gerüstet, doch er stellt noch einmal klar: „Mein Wunsch ist es, dass wir in Versmold möglichst schnell wieder zu Präsenzunterricht oder zumindest zu einem Wechselunterricht zurückkehren können.“

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