So viel Zuversicht trotz Corona-Klatsche: Dieser Imbissbetreiber macht Mut

Imbiss-Unternehmer Arne Krumkühler muss aufgrund des Corona-Virus herbe Verluste einstecken. Doch auch schon vor der Pandemie lief es nicht rund. Trotzdem blickt er optimistisch in die Zukunft.

Marion Bulla

Die meisten Imbiss-Verkaufsstände von Arne Krumkühler warten seit Monaten auf ihren Einsatz. - © Marion Bulla
Die meisten Imbiss-Verkaufsstände von Arne Krumkühler warten seit Monaten auf ihren Einsatz. (© Marion Bulla)

Versmold-Peckeloh.„Als das im März mit Corona losging, da war ich richtig geschockt. Plötzlich gab es eine Absage nach der anderen", erinnert Arne Krumkühler sich an die Anfänge der Pandemie. Das Jahr sei für ihn aber schon schlecht angefangen, muss er zugeben.

Karneval ist eines der Hauptfeste für den Imbissbetreiber. In diesem Jahr gab es Sturm und Dauerregen, so dass die Kunden ausblieben. Auch Sünne Peider lief nicht gut. „Das war das schlechteste Ergebnis für uns überhaupt" , sagt der Peckeloher. Er vermutet, dass auch da Corona schon ein Thema für viele Besucher gewesen sei und viele einfach zu Hause geblieben seien.

Die Liste der Ausfälle ist lang

Die Liste der Ausfälle für Krumkühler ist lang. „Wir hatten allein 60 Schützenfeste, wo wir stehen sollten. Kein einziges fand statt." Ebenso habe es keine Rockfestivals, Gewerbeschauen und Firmenfeste gegeben. Rund 50 Prozent Einbußen muss der Geschäftsmann seit März verschmerzen. In Spitzenzeiten beschäftigt er 105 Mitarbeiter. Die meisten musste er von März bis Juni in die Kurzarbeit schicken. Viele Aushilfen kann er auch derzeit nicht beschäftigen.

Arne Krumkühler hatte im vergangenen Jahr 300.000 Euro in die Hand genommen, um seinen Betrieb weiter auszubauen. Er legte sich unter anderem Transporter, einen neuen Toilettenwagen und eine Schirmbar zu, die zunächst sehr gut angenommen wurde. „Viele Firmen hatten für ihre Weihnachtsfeier das Motto Apres-Ski-Party. Dann passt das perfekt, denn hier gibt es neben einer Zapfanlage und Heizung auch Musik. Auch in Österreich waren wir mit der Schirmbar. Jetzt aber steht sie hier nur rum", bedauert Arne Krumkühler und zeigt auf das Rondell. Auch seine acht Imbiss-Verkaufsstände sind erst einmal eingemottet.

„Die Versicherung ist mir da erfreulicherweise sehr entgegengekommen. Die Zahlung ruhte bis Ende September. Danach habe ich die Versicherung gekürzt", bemerkt Krumkühler. Vom Staat fühlt er sich mit Blick auf die finanziellen Hilfen im Stich gelassen. „Das hört sich alles gut an, aber letztlich bleibt nicht viel übrig", sagt der Selbstständige. Darum war er mit sieben Mitarbeitern auch in Berlin bei einer Demonstration, um auf seine Situation aufmerksam zu machen. „Wir sind mit unsrem Lkw und dem Food-Truck dabei gewesen und haben unser letztes Hemd am Reichstag abgelegt", erzählt er schmunzelnd.

Peckeloher übernimmt 2021 trotzdem einen Traditionsbetrieb

Was Arne Krumkühler etwas optimistisch stimmt: dass der Verkauf an den drei festen Imbiss-Standorten am Kreisel in Glandorf, am Hagebau-Markt in Versmold und am Stammsitz in Peckeloh gut funktioniert. „Das lief nach dem ersten Lockdown auf 80 Prozent des Normalniveaus. Jetzt sind es etwa 60 Prozent. Ich finde es toll, wie unsere Kunden uns unterstützten. Es darf derzeit ja nur eine Person direkt am Tresen stehen und alle sind sehr geduldig", zeigt Krumkühler sich dankbar.

Obwohl es in diesen Zeiten ein Risiko ist, etwas Neues im gastronomischen Bereich in Angriff zu nehmen, hat Arne Krumkühler genau das vor. Zum 1. Januar 2021 wird er den Pilzimbiss an der Autobahn in Borgholzhausen von Maria Gottesmann übernehmen. „Wir haben lange überlegt, aber man muss es langfristig sehen. Irgendwann ist auch Corona vorbei", hofft der Familienvater. Zudem überlegt er, einen Cateringservice für Firmen in sein Portfolio aufzunehmen. „Da sind wir in Verhandlungen", so Krumkühler.

„Mir geht es aber noch relativ gut, und ich bin sicher, dass wir die Krise überwinden. Da gibt es viele andere, denen es finanziell jetzt richtig schlecht geht, denn sie haben überhaupt keine Einnahmen." Deshalb wird Arne Krumkühler auch keinen seiner Verkaufswagen in der Innenstadt aufstellen, um mehr Einnahmen zu sichern. „Das fände ich unfair gegenüber den Gastronomen vor Ort", betont Arne Krumkühler.

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