Neuer Sportplatz? Wo liegt die Zukunft des SC Peckeloh?

Der SCP soll einen neuen Sportplatz erhalten. Zwar stehen bislang lediglich 150.000 Euro Planungskosten im städtischen Haushaltsentwurf für 2021 – das Ziel ist indes klar: Die Anlage soll an einem neuen Standort entstehen. Doch was wird dann aus dem Schulplatz?

Marc Uthmann

Sportplatz an der Grundschule - © Marc Uthmann
Sportplatz an der Grundschule (© Marc Uthmann)

Versmold-Peckeloh. Dieser Posten im städtischen Haushalt ist schon eine dicke Überraschung. Bedeutet er doch, dass sich die Stadt Versmold auf einen neuen Standort für den Kunstrasenplatz des SC Peckeloh festlegt. Doch über die Planungskosten hinaus sind keine Baukosten in der mittelfristigen Finanzplanung veranschlagt – fast so, als ob die Stadtverwaltung selbst noch nicht so recht daran glaubt, dieses Großprojekt realisieren zu können.

Die neue Entwicklung kommt in jedem Fall überraschend. Der bestehende Kunstrasen an der Grundschule ist zwar marode, die Flutlichtanlage genügt keinesfalls den Ansprüchen der Fußball-Westfalenliga und zudem ist die Anlage durch die zahlreichen Senioren- und Jugendteams des SC Peckeloh und der JSG Peckeloh-Oesterweg chronisch überbelegt. Auch mit den Anliegern hat es aufgrund von Lärmbelastung wiederholt Konflikte gegeben, die zuletzt jedoch zu ruhen schienen.

Verein zahlt noch Umkleide- und Sozialtrakt ab

All das ist jedoch nicht neu, seit Jahren wird auch politisch darüber diskutiert, wo der SC Peckeloh zusätzlichen Platz für ein Kleinspielfeld erhalten und wie die Anlage an der Schule ertüchtigt werden könnte. Dass der SCP seine sportliche Heimat nun an einem komplett neuen Standort finden soll, verblüfft allerdings. Denn noch zahlen die Mitglieder des Vereins den Eigenanteil am Anbau des Umkleide- und Sozialtraktes an der Grundschule ab. Der Verein hatte dafür ein Darlehen aufnehmen müssen, gut 40.000 Euro muss er noch abstottern – die Mitglieder finanzieren das Projekt seit knapp acht Jahren über einen Solidarbeitrag. Auch die Stadt hatte sich mit 125.000 Euro am Anbau beteiligt.

Bleibt die Frage, warum der SC Peckeloh jetzt einen neuen Standort erhalten soll, es wäre neben Schule und Wöstenstadion der dritte – die Strukturen des 1.100 Mitglieder starken Vereins würden noch weiter auseinandergezogen.

„Aufgrund der neuen Anforderungen für die Errichtung eines neuen Kunstrasenplatzes inklusive Flutlicht steigen auch die Bedürfnisse des Immissionsschutzes und machen eine Genehmigung eines Neubaus am jetzigen Standort unmöglich", sagt Bürgermeister Michael Meyer-Hermann auf Anfrage des Haller Kreisblattes. Zumindest aber würden sie „einen zu großen Aufwand für Lärm- und Artenschutz bedeuten". Die Verwaltung sieht schlicht keine Möglichkeit, eine modernisierte Anlage rechtlich mit den Schutzbedürfnissen von Nachbarn und Natur in Einklang zu bringen.

Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. - © CDU
Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. (© CDU)

Was das Projekt knifflig und womöglich auch nicht günstig macht. Denn zunächst einmal müsste ein Grundstück für den neuen Platz gefunden und finanziert werden. Verhandlungen laufen bereits, nach HK-Informationen kommen Flächen an der Straße Am Wiedenfeld in Betracht, die Stränger Straße und Greffener Straße verbindet. „Wir versuchen natürlich, die Grundstücksverhandlungen so schnell wie möglich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen", so Meyer-Hermann. Ehe die Tinte unter den Verträgen nicht trocken sei, könne man auch die Investitionskosten für das Projekt nicht abschätzen, betont er: „Das ist auch der Grund, warum noch keine Baukosten in der mittelfristigen Finanzplanung veranschlagt sind." Klar sei jedoch, dass eine neue Sportanlage auch mit einer gewissen Infrastruktur versehen werden müsse – „und das dürfte mit hohen Investitionskosten verbunden sein".

„Die Situation des Kunstrasens ist katastrophal"

Doch was soll dann aus dem Schulplatz werden? „Diese Frage stellt sich erst dann, wenn wir die nächsten Schritte gegangen sind", so der Bürgermeister. „Aber natürlich brauchen wir dort weiter Platz für den Schulsport – mit Schule und Dorfgemeinschaft ließen sich da Konzepte erarbeiten."

Lutz Schirmer, Vorsitzender des SC Peckeloh. - © Marion Bulla
Lutz Schirmer, Vorsitzender des SC Peckeloh. (© Marion Bulla)

Lutz Schirmer, Vorsitzender des SC Peckeloh, mag über die Neubaupläne nicht spekulieren. Was den Schulplatz angeht, ist seine Haltung eindeutig: „Die Situation des Kunstrasens ist katastrophal. Davon wird sich nach meiner Kenntnis in der kommenden Woche auch das Fachunternehmen Heiler vor Ort ein Bild machen und den Platz bewerten." Ohne Maßnahmen sei die Anlage sicherlich nur noch zwei bis drei Jahre bespielbar.

Doch auch wenn es einen neuen Sportplatz für den SCP gibt, hofft Schirmer nicht, dass der bestehende Kunstrasen aufgegeben werden muss: „Mit vier Senioren- und 15 Jugendteams stoßen wir doch jetzt schon an unsere Grenzen. Für den Trainingsbetrieb wäre diese Anlage sicherlich noch nutzbar", sagt der Vorsitzende. Und fügt an: „So würde auch der Umkleide- und Sozialtrakt weiter intensiv genutzt."

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