Versmold braucht weitere Kita: In zwei Ortsteilen wird es besonders knapp

Zurzeit läuft die Anmeldephase fürs kommende Kita-Jahr. Noch bevor die Zahlen vorliegen, ist klar, dass das Angebot nicht ausreicht.

Tasja Klusmeyer

Die Nachfrage nach Kinderbetreuung ist seit Jahren steigend. Das Angebot wird auf Dauer den Bedarf nicht decken können. Deswegen steigen Kreis und Stadt in die Planung für Kita Nummer zwölf ein. - © Symbolfoto CCO Pixabay
Die Nachfrage nach Kinderbetreuung ist seit Jahren steigend. Das Angebot wird auf Dauer den Bedarf nicht decken können. Deswegen steigen Kreis und Stadt in die Planung für Kita Nummer zwölf ein. (© Symbolfoto CCO Pixabay)

Versmold. Schon im Frühjahr deutete sich an, dass elf Kitas vor Ort auf Dauer nicht ausreichen würden, um den Bedarf der Familien zu decken. Bei seiner Rede zur Haushaltseinbringung kündigte Bürgermeister Michael Meyer-Hermann jetzt Konkretes an: Versmold bekommt eine weitere Kita. Das sei Ergebnis des jüngsten Gespräches mit dem Jugendamt des Kreises Gütersloh gewesen.

Der Schritt sei erforderlich, „um die steigende Nachfrage der Eltern nach Betreuung für ihre Kleinsten als familiengerechte Kommune auch erfüllen zu können", sagt der Verwaltungschef. Und erwähnt die weitere Kita im Zusammenhang mit den Bauland-Aktivitäten der Stadt: „Wo Kinder und junge Familien sind, da steigt auch der Bedarf an Kitaplätzen."

Bisher befinden sich alle elf Versmolder Kitas in Händen von evangelischer Kirchengemeinden, AWO oder DRK. Die Stadt übernimmt allerdings jeweils den gesetzlich vorgesehenen Trägeranteil an den Betriebskosten. Die Zuschüsse belaufen sich im kommenden Haushaltsjahr auf gut eine Million Euro. Mit jeder neuen Kita steigen also auch die Ausgaben der Stadt.

Eine der politischen Aufgaben zu Beginn des neuen Jahres wird das Trägerauswahlverfahren sein. Potenzielle Träger von Kita Nummer zwölf können dann ihren Hut in den Ring werfen. Nach der Bewerberrunde gibt die Kommunalpolitik ein Votum ab; letztlich entscheidet der Jugendhilfeausschuss des Kreises, wer den Zuschlag erhält.

Suche nach Träger und Standort

Neben dem pädagogischen Konzept dürften dabei auch der Standort und die Finanzierung eine Rolle spielen. Stadt und Kreis haben sich damit schon beschäftigt. Nächste Woche Donnerstag, 26. November, wird der Ausschuss für Bildung, Integration, Generationen, Kultur, Inklusion, Soziales und Sport über die Situation informiert. In der Vorlage zur Sitzung ist von einer drei- bis viergruppigen Kita die Rede, vorzugsweise in Oesterweg, die zum 1. August 2022 in Betrieb gehen soll und je nach Bedarf eine Interimslösung bereitstellen muss.

Insbesondere im Ortsteil Peckeloh reicht laut Sitzungsvorlage schon ab Sommer 2021 das Angebot nicht aus. Zur Deckung des kurzfristigen Bedarfes ist zudem ein Anbau an einer der bestehenden Kitas geplant. Gespräche mit einem potenziellen Träger seien diesbezüglich schon geführt worden, so die Stadt.

In den vergangenen drei Jahren sind eine Vielzahl an Plätzen geschaffen worden. Zwei neue Kitas und verschiedene Anbauten reichen dennoch nicht aus, um allen einen Platz zu garantieren. Bei den letzten beiden Kita-Neubauten hatte die Stadt das jeweilige Grundstück verkauft. Theoretisch ist auch denkbar, dass der künftige Träger selbst über Eigentum verfügt oder eine private Fläche erwirbt. Wer die Kita errichtet, wird abhängig vom Modell sein. Der DRK-Kreisverband war bei der 2017 eröffneten Kita Am Stadtpark selbst Bauherr. 2019 in Loxten wurde die Kita in Form eines Investorenmodells realisiert.

Im laufenden Kita-Jahr liegt die Betreuungsquote nach Bedarfsplanung des Kreises in Versmold bei mehr als 100 Prozent im Ü 3-Bereich. Anders sieht es bei den kleineren Kindern (U 3) aus. Eine Quote von 62 Prozent liegt unter dem Kreisschnitt. Das Jugendamt prognostizierte im April auf Nachfrage vom Haller Kreisblatt, dass aufgrund „steigender Kinderzahlen und des steigenden Nachfrageverhaltens der Eltern" allgemein mehr Plätze in fast allen Kommunen des Kreises geschaffen werden müssten.

In den 795 Plätzen fürs aktuelle Jahr waren bereits 30 in einer noch nicht benannten Kita vorsorglich für den Bedarfsfall enthalten. In der Planung für Sommer 2021 wird diese Zahl nun konkret. Die Forderung der Stadt ist eindeutig: „Die künftige Angebotsstruktur vom Kreis ist so auszurichten, dass nicht – wie in der Vergangenheit – gerade mal eben der Bedarf gedeckt wird, sondern bei der Angebotsstruktur zu berücksichtigen ist, dass in Folgejahren auch für hinzuziehende Familien ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stehen."

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