Ausgerechnet: Versmolder fliegt mit falschem 50-Euro-Schein bei Dealer auf

Ein Versmolder bringt Falschgeld in Umlauf und landet vor Gericht. Ausgerechnet beim Drogenkauf ist er aufgeflogen. Die Richterin verurteilte ihn jetzt.

Anke Schneider

Wenn der Dealer Dir kein Gras für 'ne Blüte geben will - © Symbolfoto: CC0/Pixabay
Wenn der Dealer Dir kein Gras für 'ne Blüte geben will (© Symbolfoto: CC0/Pixabay)

Versmold/Halle. Der Angeklagte sagte, dass er am Abend des 24. Januar zu einem gerichtsbekannten Versmolder gegangen sei, um Marihuana zu kaufen. Bezahlt habe er mit einem 50-Euro-Schein, den er von seiner Mutter bekommen hatte. Der Dealer habe ihm Marihuana für zehn Euro verkauft und ihm 40 Euro Wechselgeld gegeben.

„Als ich schon wieder im Gehen war, kam er hinter mir her", berichtete der Beschuldigte weiter. Der Dealer habe ihm vorgeworfen, mit Falschgeld bezahlt zu haben. „Er hat mir das Gras und die 40 Euro weggenommen", so der 31-jährige Beschuldigte. Der Dealer habe ihm den 50-Euro-Schein zurückgegeben und gesagt, er solle ihn in einer nahe liegenden Gaststätte wechseln.

Richterin: "Total schief ausgeschnitten"

Der Angeklagte ging in die Gaststätte, wo der falsche Fünfziger sofort auffiel. „Ich habe das sofort gemerkt, als er mir den Schein gab", sagte der Mitarbeiter der Gaststätte. Er habe dann die Polizei gerufen. „Man muss dafür auch kein Experte sein, um das zu merken", kommentierte die Richterin und hielt die Blüte hoch. „Das merkt man schon am Papier. Das ist normales Druckerpapier." Zudem sei der Schein komplett schief ausgeschnitten. „Da hat sich einer nicht viel Mühe gegeben."

Die Richterin fragte, warum der Angeklagte der Aufforderung nachgekommen sei, den Schein zu wechseln. „Ich wollte das schnell hinter mir haben." Er sei aber nicht davon ausgegangen, dass der Fünfziger falsch sei.

Der Beschuldigte ist mehrfach wegen Diebstahls, Besitzes und Anbaus von Betäubungsmitteln verurteilt worden. „Sie bringen ganz schön was mit", so die Richterin. Zudem glaubte sie dem Angeklagten nicht, dass er nicht wusste oder ahnte, dass der Schein falsch war. „Wer das Geld in die Hand nimmt der weiß, das ist Monopoly-Geld." Das Gericht verurteilte den Beschuldigten schließlich zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

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