Später Baustart und weniger Umsatz: Dieser Betrieb ist dennoch optimistisch

Mit Verzögerung hat die Erweiterung des Wellkistenwerkes Gross begonnen. Die Betriebsfläche nimmt deutlich zu. Der wirtschaftliche Aufwärtstrend ist etwas gebremst.

Tasja Klusmeyer

Erste Erdarbeiten und vorbereitende Maßnahmen für die Großbaustelle sind erfolgt. Die Fläche lässt erahnen, welche Dimensionen das Projekt hat. Neben der Fertigungshalle (im Hintergrund) entsteht die neue 1.800 Quadratmeter große Lagerhalle. - © Tasja Klusmeyer, HK
Erste Erdarbeiten und vorbereitende Maßnahmen für die Großbaustelle sind erfolgt. Die Fläche lässt erahnen, welche Dimensionen das Projekt hat. Neben der Fertigungshalle (im Hintergrund) entsteht die neue 1.800 Quadratmeter große Lagerhalle. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Das bisherige Geschäftsjahr lief anders als geplant. Geschäftsführer Jörg Plöger sieht dennoch mit Gelassenheit auf die vergangenen Monate – und in die Zukunft. „Das wirft uns nicht aus der Bahn“, sagt er im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Das zur Peters-Gruppe gehörende Werk am Bockhorster Landweg hatte weiter wachsen und damit den jüngsten Trend fortsetzen wollen. „Jetzt bewegen wir uns wieder da, wo wir vor drei Jahren waren“, sagt Plöger mit Blick auf Umsatzzahlen und -mengen. „Wir liegen aber im Branchenschnitt.“ Konkrete Werte benennt die Gruppe allgemein nicht.

Der Verband der Wellpappenindustrie (VDW) veröffentlicht sehr wohl Zahlen. Demnach sind die durchschnittlichen Erlöse seiner Mitglieder im ersten Halbjahr 2020 um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen. Die Preise für Papier dagegen stiegen gleichzeitig. „Damit nimmt der wirtschaftliche Druck auf die Wellpappenhersteller zu“, wird VDW-Geschäftsführer Dr. Oliver Wolfrum in einer Pressemitteilung zitiert. Darin heißt es aber auch, dass im ersten Halbjahr der arbeitstäglich bereinigte Absatz stabil gewesen sei. Ein Fazit des Verbandes: „In den von der Corona-Krise verursachten wirtschaftlichen Turbulenzen erweist sich die Wellpappenbranche als robust.“

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Von der Corona-Krise verschont

Das kann Kaufmann Jörg Plöger bestätigen. Die Corona-Pandemie habe in seinem Unternehmen zu keiner Krise geführt. „Im Gegenteil: Wir haben Mitarbeiter eingestellt und bilden verstärkt aus.“ Kurzarbeit habe für das Werk bisher nicht angemeldet werden müssen. „Wir haben viele Branchen in unserem Kundenstamm“, nennt der Geschäftsführer einen Vorteil. Die Spezialisten aus Loxten fertigen praktische Verpackungen, die klassische, braune Faltkiste – für sperrige Geräte genauso wie für empfindliche Kleinteile. Kunden aus dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie habe die Corona-Pandemie getroffen, andere wiederum hätten keine Folgengespürt oder gar mehr zu tun gehabt. „Das gleicht sich fast aus.“

In Zeiten, in denen andere Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten, setzt die Gruppe ihre Pläne fort. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Jörg Plöger im Termin mit dem HK die angedachte Erweiterung skizziert. Gut eine Million Euro nimmt das Unternehmen in die Hand, um die Betriebsfläche um 60 Prozent zu erweitern. Geplant ist eine 1.800 Quadratmeter große Lagerhalle. Baubeginn sollte im Februar/März sein. „Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden hat hervorragend geklappt“, betont Jörg Plöger. Intern musste die Unternehmensgruppe allerdings wichtige Brandschutzfragen klären, was letztlich zur Verzögerung führte.

Fertigstellung im Frühjahr

Vor zwei Wochen haben die Erdarbeiten nun begonnen. Der Mutterboden wird zwischengelagert und soll später auf dem Grundstück weitere Verwendung finden. „Die Fläche, die wir nicht bebauen, wird intensiv begrünt.“ Der Gewerbebetrieb im Außenbereich soll sich dadurch möglichst gut in die ländlich geprägte Umgebung einfügen. Die Feuerwehrumfahrt ist bereits geschottert, die Regenwasserableitung erstellt.

Die Halle, eine Stahlkonstruktion, wird erst nach der Winterpause errichtet. Durch den verzögerten Baustart gab es Probleme in der terminlichen Abstimmung. Fertigstellung ist für März/April 2021 anvisiert. Dann hat das Wellkistenwerk Gross räumlich gute Voraussetzungen, um auch wirtschaftlich wieder Wachstum anzustreben.

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