VersmoldKrise wegen Corona: Drei Betroffene erzählen von ihren beruflichen Sorgen

CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus kommt auf Einladung der Versmolder Christdemokraten zur Gesprächsrunde nach Peckeloh. Klaus Rasch, Dirk Tabor und Heike Eggert schütten dem CDU-Politiker ihr sorgenvolles Herz aus.

Rita Sprick

Auf Einladung der Versmolder Christdemokraten kam der CDU-Politiker Raph Brinkhaus (Bildmitte) zur Gesprächsrunde mit Bürgermeister Michael Meyer-Hermann (von links), Heike Eggert, Rolf Eggert, Klaus Rasch, Dirk Tabor, Kirsten Wehmöller und Ulrich Wesolowski nach Peckeloh.  - © Rita Sprick
Auf Einladung der Versmolder Christdemokraten kam der CDU-Politiker Raph Brinkhaus (Bildmitte) zur Gesprächsrunde mit Bürgermeister Michael Meyer-Hermann (von links), Heike Eggert, Rolf Eggert, Klaus Rasch, Dirk Tabor, Kirsten Wehmöller und Ulrich Wesolowski nach Peckeloh.  © Rita Sprick

Versmold-Peckeloh. „Eigentlich hätten wir abschließen und den Schlüssel wegwerfen können", beschreibt Heike Eggert von der Gastronomie Schneider-Eggert die Dramatik in Coronazeiten. Der nebenberufliche Veranstaltungstechniker Dirk Tabor ist ebenfalls von der Krise betroffen. „Ich musste von 300 auf null runter, das macht mich krank", gibt er zu. Gebeutelt von der Pandemie ist auch der Schausteller Klaus Rasch. „Ich bekomme einen moralischen Vogel. Viele Kollegen werden aufgeben", sagt er.

Die drei äußern ihre Sorgen in einer Gesprächsrunde gegenüber dem CDU Politiker Ralph Brinkhaus. Der Vorsitzende der CDU-Bundesfraktion, der von Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, der Stadtverbandsvorsitzenden Kirsten Wehmöller und dem Fraktionsvorsitzenden Ulrich Wesolowski eingeladen wurde, hörte zu und versprach die Nöte bei der Hilfsprogrammplanung zu berücksichtigen.

"Die Leute haben Angst" 

Familienfeiern werden abgesagt, Konzerte fallen aus und Kirmesveranstaltungen finden nicht statt. Im Familienunternehmen Schneider-Eggert gibt es seit sechs Monaten kaum gesellige Treffen wie Hochzeiten, Geburtstage oder Vereinsfeiern.

„Die Leute haben Angst. Draußen geht’s ja noch, aber ohne die Kegelbahn hätten wir schon zu. Wir halten uns jetzt mit Konfirmationen über Wasser", beschreibt Heike Eggert die Lage. Sie hofft, dass Weihnachtsfeiern stattfinden und dass schnelles WLAN installiert wird, damit mehr Hotelgäste einchecken. Vom Bürgermeister hörte sie, dass in Peckeloh zum Jahresende WLAN vorhanden ist. Brinkhaus schlug vor, in der Übergangszeit für die Gäste auf der Terrasse umweltfreundliche Heizpilze aufzustellen. Der Bürgermeister hatte keine Einwände.

"Schausteller ist eine Herzensangelegenheit" 

Auch Klaus Rasch verzeichnet Einkommenseinbrüche. Umso mehr freut er sich über Einnahmen durch den sechs Wochen dauernden Freizeitpark an der Bielefelder Radrennbahn mit 45.000 Besuchern. „Wir sind ein Familienbetrieb. Schausteller ist eine Herzensangelegenheit. Wir wollen arbeiten und keine Sozialhilfe", sagt der Oesterweger. Er bewirbt sich bereits für Kirmesveranstaltungen 2021. Rasch bangt aber um den von der AGV durgeführten Weihnachtsmarkt. Brinkhaus schlug vor, ihn außerhalb der Stadt als Weihnachtskirmes zu gestalten. Der Schausteller, der bereits nach Alternativen sucht, entgegnete: „Ein Markt gehört in die Stadtmitte nicht auf die grüne Wiese."

Es gibt einen leichten Aufwärtstrend

Dirk Tabor beklagt, dass er als nebenberuflicher Veranstaltungstechniker keine staatliche Unterstützung bekommt. „Ab März wäre ich jedes Wochenende im Einsatz gewesen", sagt Tabor, der inzwischen wieder kleine Hochzeitsfeiern musikalisch begleitet und ehrenamtlich Live-Streams überträgt – wie jene mit Günter Queisser am 18. Oktober und Jan Froböse am 8. November. Dennoch erkennen die drei in ihren Branchen einen leichten Aufwärtstrend.

Gespannt waren sie auf die Antwort des Christdemolkraten auf die Frage zur Zukunftsprognose. Brinkhaus rechnet mit einem Impfstoff zum Ende des Jahres oder zum Jahresanfang. Bis dahin empfiehlt er: „Wir müssen die Betriebe auf Sparflamme aufrecht erhalten, Vertrauen gewinnen und abwarten, wie sich das Virus entwickelt. Wir müssen auf die Erkenntnisse der Wissenschaftler hören und dann Konzepte entwickeln. Eine Prognose für Großveranstaltungen mit tausenden von Besuchern kann ich nicht abgeben."

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