Versmolder Rapper kämpft gegen Mobbing: D-Kais neuer Song soll Mut machen

Nach der Abnehm-Doku hat der „Rapper der Herzen“ mit seinem Kumpel schon neue Ziele. Für die Suche nach der Traumfrau möchte Daniel Neumann wieder vor die Kamera.

Melanie Wigger

Elvis Decani (links) und Daniel Neumann engagieren sich gegen Mobbing. - © Christian Gürke
Elvis Decani (links) und Daniel Neumann engagieren sich gegen Mobbing. (© Christian Gürke)

Versmold/Sassenberg. Gerade noch im Fernsehen bei der Abnehm-Doku „Verdammt schwer" zu sehen, schon feilt Daniel Neumann alias D-Kais hat mit seinem Freund Elvis Decani an neuen Plänen: Mit dem Song „Schau nach vorn" will das Duo nicht nur musikalisch einen weiteren Schritt machen, sondern sich besonders gegen Mobbing engagieren.

Denn über das Thema Mobbing können beide im wahrsten Sinne ein Liedchen singen: Daniel Neumann wurde in der Schule aufgrund seines Übergewichts aufgezogen. „Ich war der Klassenclown und musste früh lernen, für mich einzustehen." Und auch als Erwachsener bekommt er viel Kritik – aus Unwissenheit, wie der gebürtige Versmolder erläutert: „Viele meinen, iss einfach mal ein Butterbrot weniger!" Aber so einfach sei das nicht: Es gehe um eine radikale und lebenslange Umstellung. Schließlich kann Essen wie eine Sucht sein – „das begreifen viele nicht". Hinzukommen seine Schilddrüsenprobleme, die dafür sorgen, dass er schneller als andere zunimmt, erklärt der 36-Jährige: „Ich muss die Schokolade nur ansehen ..."

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Hater im Internet in Schach halten

Sein Freund Elvis Decani hilft ihm seit drei Jahren Besserwisser und auch „Hater" (engl. Hasser), wie man in der Netzwelt sagt, in Schach zu halten. „Ich habe ihm geraten, sich dem zu stellen und zurückzufragen: Was ist passiert? Warum gehst du so mit mir um?" Seitdem sei es besser geworden, bestätigen beide. Viele hätten im Nachhinein etwas verstanden und sich für ihr Verhalten entschuldigt. Auch Elvis Decani weiß, wie sehr Mobbing verletzen kann. Er wurde als kleiner Junge immer wieder als „Neger" beschimpft. „Meine Hautfarbe war damals in der Gegend noch eher selten", sagt der Warendorfer.

Erst im Laufe der Zeit durch die Unterstützung von Freunden baute sich bei ihm ein Selbstbewusstsein auf, das er an seinen Freund Daniel weitergegeben habe. „Ich kann jetzt mit mir und meinen Kilos gut umgehen", bestätigt Neumann. Decani lobt: „Ich finde das super, dass er jetzt so viel Selbstbewusstsein hat." Das zeige sich im Alltag, zum Beispiel beim Gang ins Freibad. „Viele andere mit Gewichtsproblemen trauen sich das nicht. Besonders Frauen." Genau diesen Menschen solle der neue Song Mut machen, vom Sofa aufzustehen und sein Leben zu leben, so Decani.

Die beiden wollen mit Kindern ins Gespräch kommen

Eine Botschaft, die das Duo nach der Corona-Krise an den Ort bringen wollen, an dem beide am meisten gelitten haben – in die Schule. „Wir würden gerne Konzerte für Kinder geben und mit ihnen über das Thema sprechen. Wir wollen ihnen von unseren Erfahrungen erzählen und ihnen zeigen, wie sich das anfühlt", sagt Elvis Decani.

Den Song haben die beiden im Drehjahr rund um die VOX-Sendung geschrieben. Und auch wenn der 36-Jährige den Kampf gegen die Kilos noch nicht gewonnen hat, will er am Ball bleiben. „Mein Ziel ist es, langfristig auf einem gesunden Weg abzunehmen." Ein Magenband hingegen könne er sich spätestens nach den Erfahrungen seiner TV-Mitstreiter nicht vorstellen. „Das führt von einer OP zur nächsten. Und man muss sein Leben lang Medikamente nehmen." Die damit verbundenen Einschränkungen schrecken ihn zu sehr ab.

Was ihn aber offenbar ganz und gar nicht abschreckt, ist das Leben vor der Kamera. Nach „Verdammt schwer", „Deutschland sucht den Superstar" und „Schwer verliebt" spekuliert er nun auf weitere Auftritte. „Daniel braucht doch noch die Frau fürs Leben", grinst Elvis Decani. Und auch ein Auszug aus Hotel Mama stehe für ihn noch an, ergänzt der 36-jährige Rapper.

"Ich will eine Frau, die selbstbewusst ist"

Auf die Frage, ob die Partnersuche vor der Kamera nicht schwieriger sei, lacht Daniel Neumann. „Ich suche eine Frau, die mit meinem Beruf umgehen kann. Da wäre es von Vorteil, wenn sie nicht kamerascheu ist." Aber das sei kein Muss. Ein anderer Punkt sei viel wichtiger: Oft genug habe er erlebt, dass sich Frauen bei einem Treffen mit ihm zwar wohlfühlen, aber ihr Umfeld ihnen danach zu schaffen macht. „Das ist doch der Dicke, der sich vor der Kamera ausgezogen hat", heißt es dann von Freunden oder Eltern. „Ich will eine Frau, die selbstbewusst ist, sich mit mir zeigt und zu mir steht."

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