„Hundehaufen-Hotspot“: Den Nachbarn stinkt’s gewaltig

Anwohner vom Antoniusweg in Oesterweg sind von den vielen Tretminen und dem Verhalten einiger Hundehalter genervt. Sie werden aktiv. Verstöße könnten teuer werden.

Tasja Klusmeyer, Andre Schneider

Die Nachbarschaft im Antoniusweg hat genug von den tierischen Stinkbomben. Katharina Poller (links), Bianca Paschke und Michael Lüttmann haben unlängst Maßnahmen ergriffen. - © Andre Schneider
Die Nachbarschaft im Antoniusweg hat genug von den tierischen Stinkbomben. Katharina Poller (links), Bianca Paschke und Michael Lüttmann haben unlängst Maßnahmen ergriffen. (© Andre Schneider)

Versmold-Oesterweg. Michael Lüttmann reicht es. Am vergangenen Wochenende musste er eine übelriechende „Stinkbombe" direkt aus seinem Garten entfernen. Kein Einzelfall, wie auch die beiden Nachbarinnen Katharina Poller und Bianca Paschke bestätigen.

Im Antoniusweg in Oesterweg und den angrenzenden Wegen und Straßen gibt es, so die drei, ein „massives Problem" mit Hundekot. Besitzer der Vierbeiner würden die Hinterlassenschaften nicht ordnungsgemäß einsammeln und entsorgen. „Wir hatten in den letzten Monaten regelmäßig Haufen auf der Terrasse oder in der Auffahrt", berichtet Katharina Poller. Ihr Grundstück liegt direkt an einem beliebten Pättchen zwischen dem Glockenweg und dem Oesterweger Dorfteich.

Kot liegt selbst im Garten und im privaten Müll

Über das gesamte Stadtgebiet sind die Tütenspender für Hundekot verteilt - Tierbesitzer sollten sie auch benutzen. - © Andre Schneider
Über das gesamte Stadtgebiet sind die Tütenspender für Hundekot verteilt - Tierbesitzer sollten sie auch benutzen. (© Andre Schneider)

Dieser Weg scheint einer der Hotspots für Hundehalter zu sein. Regelmäßig finden die Anwohner, so berichten sie, die tierischen Hinterlassenschaften in ihren privaten Mülltonnen, die von dem Weg aus erreichbar sind. Die Nachbarn sind unlängst aktiv geworden.

Allen vorweg Michael Lüttmann. Er hat in Eigeninitiative Hinweisschilder angefertigt und sie entlang des Weges angebracht. „Man hat sie schon des Öfteren abgerissen oder verbogen", beklagt Lüttmann. Am vergangenen Wochenende habe sich die Situation zugespitzt: Sowohl im privaten Garten der Lüttmanns als auch auf dem Pättchen hätten Haufen gelegen – teils notdürftig in Tütchen verpackt. Lüttmann habe sie daraufhin quer über den Weg verteilt. Seitdem habe es zunächst keine weiteren Haufen gegeben. Allerdings habe die Stadt dort erst den Randbereich gemäht.

Viele Hinterlassenschaften am Dorfteich

Einen weiteren „Hundehaufen-Hotspot" macht Bianca Paschke am Oesterweger Dorfteich aus. „Dort ist es immer total voll. Man kann Kinder dort nicht alleine laufen lassen. In dem Kot verstecken sich ja auch krank machende Keime."

Das alles, da sind sich die drei einig, müsse nicht sein. Zumal am Dorfteich einer von insgesamt 17 Versmolder Beutelspendern steht. Dort können Herrchen oder Frauchen kostenlos eine kleine Plastiktüte entnehmen, um den Unrat ihrer Hunde sauber im nächsten öffentlichen Mülleimer zu entsorgen.

Michael Lüttmann und seine Nachbarn sind bereit, an der Situation zu arbeiten. Einen Ortstermin mit der Stadt habe es unlängst gegeben. „Aber den Mitarbeitern sind natürlich auch die Hände gebunden", so Lüttmann. Er würde sogar dabei helfen, weitere Mülleimer für Hundekot zu leeren. Hundebesitzer sollten, so Katharina Poller, aber ohnehin verantwortungsvoller mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere umgehen: „Man kann den Kot doch einfach in Tütchen verpacken."

Keine weiteren Beutelspender

Den Ärger kann man im Rathaus nachvollziehen. Als stellvertretender Ordnungsamtsleiter weiß Sven Rabaschus, dass immer wieder Beschwerden bei der Stadt eingehen. Viele Hundehalter seien verantwortungsvoll, diejenigen, die es nicht seien, fielen auf. Die Regeln sind klar: In der Verordnung der Stadt dazu heißt es, dass man die „durch die Tiere verursachten Verunreinigungen unverzüglich und schadlos zu beseitigen" hat. Wer dem nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Bußgelder von bis zu 1.000 Euro sind dafür fällig. In der Theorie. Denn in der Praxis gestaltet sich es mit Kontrollen und Sanktionen schwierig. Insgesamt „ein leidiges Thema", so Sven Rabaschus.

„Wenn sich alle ordnungsgemäß verhalten würden, hätten wir kein Problem", bringt es Dirk Niggemann aus dem Bauamt auf den Punkt. Sein Fachbereich ist zuständig, wenn es um die Beutelspender geht. Bestückt und gelehrt werden sie vom Bauhof. Ein Allheilmittel gegen Verunreinigung sind auch die Kotbeutel nicht. Denn, so Niggemann, immer wieder würden Hundebesitzer die Tüten in der freien Landschaft entsorgen. „Dort verrotten sie nicht." Zudem passiere es, dass Hundehaufen mit Tüchern einfach im Abfalleimer landen, die dann vom Bauhof gereinigt werden müssen. „Das kann man niemandem zumuten", findet der Fachbereichsleiter.

Der falsche Umgang veranlasst die Stadt dazu, keine zusätzlichen Beutelspender aufzustellen. Auch weitere Mülleimer zur Entsorgung soll es nicht geben. „Je abgelegener sie sind, desto mehr wird daneben gestellt", schildert Niggemann das Problem illegaler Entsorgungen auf Kosten der Stadt.

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