Mit dem Auftritt von DSDS-Sieger Ramon Roselly in Versmold wird es nichts

Die Absage des Stadtfestivals kommt nicht überraschend. Die IGEV tut sich dennoch schwer damit – was nicht nur mit dem geplanten Hauptact zu tun hat.

Tasja Klusmeyer

Sein Weg hätte ihn im August nach Versmold geführt: Ramon Roselly, Sieger der 17. DSDS-Staffel. - © benwolf_2020
Sein Weg hätte ihn im August nach Versmold geführt: Ramon Roselly, Sieger der 17. DSDS-Staffel. (© benwolf_2020)

Versmold. Nach dem Sieg bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ kletterte seine Single „Eine Nacht“ auf Platz eins der Charts. Juror Florian Silbereisen hat Ramon Roselly den Weg ins Schlager-Showgeschäft geebnet. „Ein aktuell so erfolgreicher Künstler war noch nie auf dem Stadtfestival Versmold“, sagt Organisator Reiner Stodieck zur Verpflichtung. Dazu kommt es nun nicht. Das Stadtfestival fällt coronabedingt aus.

Mit der offiziellen Absage haben sich die Verantwortlichen der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold Zeit gelassen – zunächst nicht wissend, was wann vielleicht doch zu welchen Bedingungen wieder möglich sein würde. „Wir haben viele Möglichkeiten durchgespielt“, sagt Rosi Dieckmann-Rose. Über Verschiebung oder einen anderen Rahmen sei nachgedacht worden. Ziel sei es immer gewesen, „eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen und unter Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Informationen zu treffen“. Am Freitag verkündete der Vorstand schließlich jenen Entschluss, für den es keine Alternative gibt. „Sehr, sehr traurig“ sei sie, sagt Rosi Dieckmann-Rose.

Veranstaltung als Wirtschaftsfaktor

Die Verpflichtung Ramon Rosellys wäre für die Veranstaltung „eine neue Dimension“ gewesen, so Reiner Stodieck. „Das macht die Entscheidung natürlich noch schwerer.“ Die Hoffnung ruht nun darauf, dass der Schlagersänger den Versmoldern fürs nächste Jahr eine Zusage macht. Das würde fast noch besser passen, denn dann wird die IGEV 40 Jahre alt und hätte sich ihr eigenes Geburtstagsgeschenk gemacht.

Die IGEV bedauert den Ausfall der Veranstaltung in vielfacher Hinsicht. „Das Stadtfestival ist ein Wirtschaftsfaktor“, sagt Stodieck. Da sind ganz vorne die Künstler und Bands, denen damit ein Teil ihres Lebensunterhaltes wegbricht. Wo vor Corona schon Anzahlungen geflossen sind, besteht die IGEV nicht auf Erstattung, sondern sieht das als Vorvertrag fürs kommende Jahr an. Da sind die heimischen Geschäften, denen ein verkaufsoffener Sonntag mit viel Publikum fehlt. Stodieck nennt zudem die vielen Schausteller, die für mehrere Tage in Stadt kommen, Einnahmen haben, aber auch Geld beispielsweise beim Einkaufen im Ort ließen.

Bis Ende Oktober sind Großveranstaltungen verboten. Ob es eine Möglichkeit für Wurstträgermarkt oder Halloweenshopping gibt, steht zurzeit in den Sternen. Die Planungen für die Einkaufsaktionen gehen bei der IGEV weiter – immer mit bangem Blick aufs Infektionsgeschehen.

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