Versmolds polnische Partnerstadt setzt Zeichen gegen Homophobie

Dobczyce zeigt Haltung gegen die Ausgrenzung von Schwulen und Lesben in Polen.

Melanie Wigger

Auch Regenbogen-Farben können ein Zeichen für Toleranz setzen. - © CC0 Pixabay
Auch Regenbogen-Farben können ein Zeichen für Toleranz setzen. (© CC0 Pixabay)

Versmold/Dobczyce. Nachdem sich einige polnische Städte zu „LGBT-ideologiefreie Zonen" erklärt haben, haben auch in Versmold Bürger nachgefragt, wie sich ihre Partnerstadt Dobczyce zu dieser Bewegung positioniert. LGBT – das steht für „Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender" (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender). Versmolds Partnerstadt findet damit offensichtlich keine Feindbilder. Im Gegenteil: Dobczyce gehört zu einer Reihe von Städten, die ein Zeichen gegen diese Ausgrenzung gesetzt haben: Am Ortseingang wurden Schilder aufgestellt, die signalisieren, dass der Ort „frei von Hass" ist.

Es gäbe in Polen mittlerweile einige Gegendemonstrationen, berichtet Christian Ludewig. Versmolds Vorsitzender des Freundeskreises für die Städtepartnerschaft Dobczyce beobachtet die Entwickelungen dennoch mit großer Sorge. „Das ist ein komplexes Thema, das wir in Deutschland gar nicht richtig mitkriegen." Gerade in den ländlichen Regionen verbreite sich das Problem, weil es den Menschen häufig an den entsprechenden Erfahrungen fehle.

Dass Dobczyce einen anderen Weg gehe, wird auch in Versmold honoriert: „Das freut uns sehr, dass Dobczyce eine klare Haltung dagegen eingenommen hat", sagt Christian Ludewig stellvertretend für den Verein. Auch der Dobczycer Freundeskreis, vertreten durch den Vorsitzenden Miroslaw Bryk, unterstütze das Engagement des Bürgermeisters.

Dobczyces Stadtoberhaupt Tomasz Sus schreibt an Versmold, dass seine Bürger tolerant sind und dass man versuche, sich von der „großen Politik" zu distanzieren. Er fährt fort: „Menschen mit unterschiedlichen Problemen, Sichtweisen und Überzeugungen besuchen unsere Stadt. Wir mischen uns nicht ein in die Überzeugungen und Sichtweisen unserer Bürger. Wie genießen das Gemeinwohl und grüßen unsere Freunde aus Versmold."

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