Datenschutz: Darauf muss beim Restaurantbesuch geachtet werden

In Zeiten von Corona müssen vermehrt Kontakte erfasst werden. Was ist erlaubt – und was nicht? Die Stadt Versmold reagiert auf Unsicherheiten der Betreiber.

Tasja Klusmeyer

Sandra Jäger vom Café Picco macht es richtig. Am Tisch erfragt sie die Daten ihrer Gäste, ohne dass andere die Liste einsehen können. Martina Janßen (Stadt, links) sowie die Experten Sebastian von der Au und Thomas Floß (rechts) sind zufrieden. - © Tasja Klusmeyer, HK
Sandra Jäger vom Café Picco macht es richtig. Am Tisch erfragt sie die Daten ihrer Gäste, ohne dass andere die Liste einsehen können. Martina Janßen (Stadt, links) sowie die Experten Sebastian von der Au und Thomas Floß (rechts) sind zufrieden. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Noch bevor man einen Blick in die Speisekarte werfen darf, erfolgt die Abfrage von Name und Kontaktdaten. Im Café gibt es keinen Pott Kaffee ohne Registrierung. Und auch beim Friseurbesuch mus der Betreiber für den Fall der Fälle nachweisen können, wer sich wann im Salon aufgehalten hat. Überall werden zurzeit Daten gesammelt. Da wächst bei einigen die Skepsis. „Es herrscht große Unsicherheit“, so Martina Janßen von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Die Stadt hat jetzt zusammen mit der EDV-Unternehmensberatung Floß GmbH einen Informationsaushang für Betriebe erstellt. Ziel ist es, die Maßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz mit den Datenschutzrichtlinien zusammenzubringen, wie Thomas Floß betont. Denn die Praxis zeigt, dass nicht alles, was zurzeit umgesetzt wird, erlaubt ist. So sei die Abfrage gesundheitsbezogener Daten beispielsweise nicht richtig. Dafür reicht ein Aushang mit dem Hinweis, dass Personen mit Symptomen keinen Zutritt hätten.

Listen zum Eintragen, die von Tisch zu Tisch gereicht werden, sind ebenso verboten. Personenbezogene Daten dürfen für Dritte nicht einsehbar sein. „Eine wichtige Frage ist auch, wie die Daten entsorgt werden.“ Einfach so zerrissen im Abfall dürfen sie nicht landen. „Sie müssen sicher vernichtet werden“, sagt Thomas Floß. Ein einfacher Aktenvernichter genüge.

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