Unternehmer spendet Versmolder Händlern 4.000 Atemmasken

Der heimische Handel bereitet sich auf die Geschäftsöffnung vor. Vorgaben vom Land liegen inzwischen vor. Eine Großspende an Mundschutz kommt da genau richtig.

Tasja Klusmeyer

Peter Sochart und Rosi Dieckmann-Rose (Mitte) vom IGEV-Vorstand sind dankbar für den Kartons mit Mundschutz, die ein heimischer Unternehner gespendet hat. Mitarbeiterin Yvette Rau macht bei der Anprobe mit. - © Tasja Klusmeyer, HK
Peter Sochart und Rosi Dieckmann-Rose (Mitte) vom IGEV-Vorstand sind dankbar für den Kartons mit Mundschutz, die ein heimischer Unternehner gespendet hat. Mitarbeiterin Yvette Rau macht bei der Anprobe mit. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Der Anruf erreichte Rosi Dieckmann-Rose am Freitagmorgen. Ein heimischer Unternehmer bot dem Vorstand der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold (IGEV) Atemmasken an. Kurz danach lieferte er 4.000 Stück an. Die IGEV ist dankbar für diese Hilfsbereitschaft und wird nun ihrerseits die Geschäftsleute in Versmold bei Bedarf damit versorgen – unabhängig einer Mitgliedschaft. „Wir wollen niemanden ausgrenzen – dafür ist es nicht die Zeit", betont Rosi Dieckmann-Rose. Die IGEV verstehe sich als Ansprechpartner des Handels vor Ort, in Krisenzeiten mehr denn je. „Nur in der Gemeinschaft können wir stark sein."

Die Masken, die an Mitarbeiter oder Kunden verteilt werden können, sind das eine. Der Vorstand der Kaufmannschaft hat darüber hinaus seinen Mitgliedern ein Angebot für Spuckschutzwände zukommen lassen. Auch an dieser Stelle zeigt sich, dass Einzelhandel und Gewerbe in der Ausnahmesituation an einem Strang ziehen wollen.

Seit Mittwochabend steht fest, dass viele Geschäfte ab dem 20. April wieder öffnen dürfen. Das Land NRW hat die Corona-Schutzverordnung dazu am Freitag erlassen. Darin heißt es, dass „alle Einrichtungen geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlangen und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen zu treffen" haben. Die Anzahl von gleichzeitig im Geschäftslokal anwesenden Kunden darf eine Person pro zehn Quadratmeter der Verkaufsfläche im Sinne des Einzelhandelserlasses NRW nicht übersteigen.

In anderer Hinsicht hätte sich Rosi Dieckmann-Rose ebenso Klarheit gewünscht. „Eine Maskenpflicht wäre einfacher für alle." Dadurch, dass nur ein Gebot bestehe, herrsche eher Unsicherheit. Sie selbst durfte in ihren Laden „Schenken & Genießen", in dem es auch Lebensmittel gibt, die vergangenen Wochen geöffnet haben. Ihren Kunden zollt sie Anerkennung. „Jeder ist darauf bedacht, die Regeln einzuhalten. Ich wünsche mir, dass es so bleibt." Der Grat, auf dem man sich bewege, sei ein schmaler; jederzeit drohe der Rückfall. „Es ist eine neue Situation für alle, mit der wir lernen müssen umzugehen."

Stadt sieht „große Verantwortlichkeit"

Seitens der Stadt hat man beim Einkaufsverhalten der Menschen ähnliche Beobachtungen gemacht. Ordnungsamtsleiter Thomas Tappe spricht von einer „großen Verantwortlichkeit in der Bevölkerung". Sein Appell geht nun dahin, das Masken-Gebot ernst zu nehmen. Ob Kunden und Geschäftsinhaber sich an Abstands- und Hygieneregeln halten, wird die Stadt weiterhin täglich kontrollieren und nun die nun öffnenden Geschäfte in den Blick nehmen. Im Lebensmittelbereich habe es gut mit den Absprachen funktioniert. Thomas Tappe geht davon aus, dass dies in den anderen Branchen ebenso sein werde.

Die „Geschlossen"-Schilder sind an vielen Ladentüren den Hinweisen, dass man ab Montag wieder für die Kunden da sei, gewichen. „Die Gewerbetreibenden freuen sich, dass es wieder losgeht", sagt Rosi Dieckmann-Rose. Vorsicht bleibt dabei die Mutter der Porzellankiste.

Hinter vielen kleinen Läden liegt ein harter Monat. IGEV, Stadt und die Agentur Mayfeld haben innerhalb kurzer Zeit ein „Hilfspaket" geschnürt und das Portal www.versmold-handelt.de samt T-Shirt-Spendenaktion ins Leben gerufen. Darüber hinaus wurden Flyer an alle Haushalte verteilt, um „die Solidarität der Versmolder mit ihrem lokalen Handel" zu erreichen. Die Lockerungen nun sind für viele ein wichtiger Schritt zur Existenzsicherung. Schwierig bleibt die Situation allemal. Die Durststrecke der Gastronomie hingegen hält an.

www.versmold-handelt.de

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.