Wegen Corona-Krise: Verantwortliche sagen Reinert Open 2020 ab

Dennis Bleck

Archivbild: Reinert Open 2019 - © Christian Helmig
Archivbild: Reinert Open 2019 (© Christian Helmig)

Als das Coronavirus am 13. März die Sportwelt praktisch stilllegte, zeigte sich Jan Miska noch vorsichtig optimistisch. Die Planungen für die Reinert Open vom 5. bis 12. Juli liefen bereits auf Hochtouren. Der Turnierdirektor des internationalen Damentennis-Turniers in Versmold war zuversichtlich, „dass sich die Lage bis zum Sommer ein wenig beruhigt". Jetzt, rund drei Wochen später, musste Miska diese Hoffnung begraben.

Nachdem am Mittwoch das bedeutendste Tennisturnier der Welt in Wimbledon abgesagt worden war und die internationalen Tennisverbände die Spielpause bis zum 13. Juli verlängert hatten, entschieden sich die Verantwortlichen in der Fleischstadt gestern dazu, auch die Reinert Open abzusagen. „Die Gesundheit aller geht vor", heißt es in einer Pressemitteilung der Entscheidungsträger. Turnierdirektor Miska bedauert die Absage zwar, hält sie aber für alternativlos.

Ähnlich wie die Noventi Open, die – wie berichtet – in diesem Jahr ebenfalls nicht stattfinden können, kam für die Verantwortlichen eine Verschiebung in den Spätsommer nicht in Betracht. „Wer kann schon garantieren, dass sich die Lage dann gebessert hat?", fragt Miska. Derzeit geht er davon aus, dass die Reisefreiheit auch im August und September eingeschränkt bleibt. Weil außerdem viele andere Turniere zeitgleich stattfänden, sei die sportliche Qualität nicht gesichert. Zudem sei es mehr als fraglich, ob die Versmolder dann auf genügend Helfer zurückgreifen könnten.

„Die Bekämpfung 
der Pandemie ist 
das Wichtigste in diesem Jahr"

Statt noch in diesem Jahr steigt die 13. Auflage der Reinert Open deshalb erst im kommenden Sommer. „Die Bekämpfung der Pandemie ist das Wichtigste in diesem Jahr", betonen Miska und sein Kollege Karsten Wolf unisono: „Alles andere ist dem untergeordnet. Umso schöner wird es sein, wenn wir diese ungewöhnliche Zeit erfolgreich gemeistert haben und wir mit Spielerinnen, Sponsoren und Zuschauern im nächsten Jahr wieder ein wunderbares Tennisfest feiern können."

Die Planungen für die diesjährige Auflage seien zwar schon weit vorangeschritten gewesen. Wie Miska berichtet, hatten aber noch keine namhaften Spielerinnen für den kommenden Juli zugesagt. Im Jahr 2018 war etwa Laura Siegemund das Turnier-Zugpferd. Die ehemalige Nummer 27 der Welt kämpfte sich damals nach einer fast einjährigen Pause wegen eines Kreuzbandrisses zurück und verlor erst das Endspiel. Mittlerweile zählt die 32-Jährige wieder zu den besten 70 Spielerinnen der Welt. Auch Carina Witthöft und Anna-Lena Friedsam schlugen in der jüngsten Vergangenheit bereits in Versmold auf.

Dass die Reinert Open als ein Sprungbrett für Talente gelten können,
stellten die beiden bislang letzten Siegerinnen des Turniers unter
Beweis: Nina Stojanovic, im Sommer 2019 noch Nummer 250, steht derzeit
auf Platz 86 des Rankings. Olga Danilovic, Titelträgerin von 2018,
gewann zwischenzeitlich sogar ein WTA-Turnier.

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