Versmolder sitzt auf den Philippinen fest und fühlt sich im Stich gelassen

Der Versmolder Marco Ventker sitzt auf der philippinischen Insel Mindanao fest. Er fühlt sich von der Bundesregierung im Stich gelassen.

Marion Bulla

Marco Ventker (grüßend hinten Mitte) auf den Philippinen. Er ist bei der Familie seiner Freundin untergekommen. - © Privat
Marco Ventker (grüßend hinten Mitte) auf den Philippinen. Er ist bei der Familie seiner Freundin untergekommen. (© Privat)

Versmold. Marco Ventker hatte sich sehr auf seinen Urlaub auf den Philippinen gefreut. Am 9. März ging die Reise zur Insel Mindanao los. Dann kam die Corona-Pandemie und alles änderte sich schlagartig. So wurde etwa das Hotelzimmer, das der 43-Jährige bereits im Januar gebucht hatte, kurzfristig storniert. Doch der Versmolder hatte Glück. „Gott sei Dank konnte ich bei der Familie meiner Freundin unterkommen", erzählt Ventker und fügt an, es tue ihm aber sehr leid für die, die kein Zimmer bekämen, weil sie Touristen seien. Auch würde das Geld, so sei ihm berichtet worden, bei vielen langsam knapp.

Eigentlich hatte Marco Ventker bis zum 29. März bleiben wollen, doch aufgrund der Ereignisse wollte er jetzt vorher die Gelegenheit nutzen, in den Sonderflieger zu steigen, den die Bundesregierung für gestrandete Urlauber schickte. „Mein Visum reicht nur für 30 Tage, und die Situation hier ist völlig unklar. Und Urlaub kann man meinen Aufenthalt hier wohl auch nicht mehr nennen", bemerkt er frustriert.

Doch die Rückreise hat zu seinem Bedauern nicht geklappt. „Es gab für 1.000 Deutsche nur ein Flugzeug.Und das landete nach 17 Stunden erst einmal in Manila. Mindanao liegt nur eine Stunde entfernt. Hier gibt es einen großen Flughafen, doch der wurde nicht angeflogen. Wir sollen selbst gucken, wie wir von hier wegkommen, doch wie? Alle Flughäfen sind gesperrt. Es gibt einfach keine Flüge. Zumindest von hier aus nicht. Außerdem habe ich als Tourist eine 14-tägige Ausgangssperre. Ein Widerspruch in sich. Ich fühle mich einfach im Stich gelassen", stellt Ventker enttäuscht fest. Gleichwohl betont er, dass es ihm selbst gut gehe. Doch es gebe viele andere, denen es nicht so ergehe.

Der Konsul rät, mit längerer Wartezeit zu rechnen

Auch auf den Philippinen herrsche große Panik vor Corona. Bei zahlreichen Gelegenheiten werde Fieber gemessen, und die meisten Geschäfte hätten bereits geschlossen. Europäer würden zwar nicht schief angeschaut, aber Abstand halten hieße die Devise. Schließlich gehören die Philippinen zu den besonders betroffenen Gebieten. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen", erklärt der Versmolder und hofft nun, dass er doch noch, bevor sein Visum abläuft zurück in die Heimat kann.

Marco Ventker hatte, um Schwierigkeiten mit den Behörden zu vermeiden, beim zuständigen deutschen Konsul in Davoa City angefragt, wie er sein Visum verlängern könne. „Planen Sie längere Wartezeiten ein und verlängern Sie nicht nur für einen Monat. Das hat man mir gemailt. So sieht das grad aus hier", sagt Marco Ventker. Dennoch ist er zuversichtlich, dass auch er bald in den Flieger nach Hause steigen kann.

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