Versmolder Hausarztpraxis geschlossen - Kinderärztin öffnet in Kürze wieder

Bis zum 6. April behandeln Bogdan Stawarz und Zbigniew Cierpicki nicht. Kinderärztin Dr. Claudia Hamacher öffnet wohl Montag wieder. Es ist eine besondere Situation in der Gesundheitsversorgung.

Marc Uthmann

Hausarztpraxis Stawarz/Cierpinski - © Tasja Klusmeyer
Hausarztpraxis Stawarz/Cierpinski (© Tasja Klusmeyer)

Versmold. Hausarztpraxen in Versmold sind rar gesät, ihre Parkplätze darum in der Regel gerammelt voll. Doch momentan herrscht angesichts der Corona-Krise eben nicht der Regel- sondern der Ausnahmezustand. Und so stehen vor der Praxis von Dr. Bogdan Stawarz und Dr. Zbigniew Cierpicki derzeit gar keine Autos. Stattdessen hängt ein Schild in der Tür: „Unsere Praxis bleibt aus Krankheitsgründen vorerst bis zum Montag, 6. April geschlossen." Eine Mitarbeiterin war positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

15 Arztpraxen im Kreis sind derzeit dicht. Im Altkreis hatte es zuletzt unter anderem die Hausarztpraxis Klessing in Brockhagen getroffen, nachdem sich eine Mitarbeiterin mit Covid-19 infiziert hatte. Auch die Versmolder Kinderarztpraxis von Dr. Claudia Hamacher ist derzeit aus Krankheitsgründen zu – sie soll planmäßig am kommenden Montag wieder öffnen.

Die verbliebenen Hausärzte sollen nun die Behandlung der Patienten aus der Praxis Stawarz/Cierpicki übernehmen. Unter dem Strich bedeutet das zumindest vorübergehend eine Anlaufstation weniger in der Krise – und das angesichts einer ohnehin bestehenden Hausärzte-Knappheit in Versmold, die zuletzt wieder zum politischen Diskussionsthema wurde. Bürgermeister Michael Meyer-Hermann ist sich der Situation bewusst: „Natürlich besteht in dieser Krise immer wieder die Gefahr, dass Praxen aufgrund von positiven Tests oder Verdachtsfällen vorübergehend schließen müssen." Aktuell funktioniere die Versorgung der Patienten in der Stadt – „von außen betrachtet", wie der Bürgermeister betont – allerdings gut. „Die Leute sind überwiegend diszipliniert, wissen, wie sie sich im Umgang mit den Hausarztpraxen verhalten sollen. Das Rathaus stehe im regelmäßigen Austausch mit dem Versmolder Ärztesprecher Eckart Happich, „wenn es etwa um Schutzbekleidung geht, die wir jüngst verteilt haben".

Zuletzt galt es für die Stadt eher, ein anderes Problem zu lösen: „Wir müssen die Hygieneregeln in der Corona-Krise auch den ausländischen Mitbürgern vermitteln. Darum haben wir die Hinweise auf Arabisch und Rumänisch übersetzen lassen." Diese Texte seien zudem an die Betreiber von Unterkünften weitergereicht worden, in denen osteuropäische Leiharbeiter wohnen.

Pensionierter Arzt über das Hilfstelefon zugeschaltet

Um die Versmolder Mediziner zumindest etwas zu entlasten, gibt es immer wieder neue Ideen. Der pensionierte Hausarzt Berthold Lindheim etwa engagiert sich jetzt im Bereich des Hilfetelefons beim Versmolder DRK. „Wer dort mit einer medizinischen Frage anruft – und dabei muss es keinesfalls nur um Corona gehen – wird an den Fachmann weitergeleitet. Der kann eine erste Auskunft geben oder zur weiteren medizinischen Behandlung vermitteln", erklärt der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Martin Bohle. Das Hilfstelefon ist wie berichtet unter (0 54 23) 93 02 08 zu erreichen, Fragen können aber auch per Mail an wer-hilft-wem@drk-versmold.de gestellt werden.

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