Instagrammer Jan Schröder macht nicht nur im Netz eine gute Figur

Der Rückraumspieler des Oberligisten ist bekannt für sein diszipliniertes Krafttraining. Während ihm auf Instagram fast 14.000 Menschen folgen, schätzen die „Frösche“ seine Qualitäten als Handballer.

Johnny Dähne

Mit stylischen Bildern wie diesem begeistert Jan Schröder seine Fangemeinde bei Instagram. Rund 14.000 Menschen folgen ihm dort regelmäßig. - © privat
Mit stylischen Bildern wie diesem begeistert Jan Schröder seine Fangemeinde bei Instagram. Rund 14.000 Menschen folgen ihm dort regelmäßig. (© privat)

Versmold-Loxten. Blondiert, sonnengebräunt, ein Körper wie Adonis: Keine Frage, Jan Schröder gehört schon rein optisch zu den auffälligsten Spielern der Handball-Oberliga. Hamm, Heepen oder Hemer – wo immer über die Sportfreunde Loxten gesprochen wird, ist Jan Schröder irgendwann Thema. Das liegt auch an seinen handballerischen Fähigkeiten – und an seinem provokanten Spielstil.

„Jan kann sehr kommunikativ mit dem gegnerischen Kreisläufer umgehen", sagt Thomas Lay schmunzelnd. „Er gibt ihm gerne Tipps zu seinem Stellungsspiel." Loxtens Sportlicher Leiter hält große Stücke auf die Abwehrqualitäten des Rechtshänders, der seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Philipp Harnacke aber auch in der Offensive voll gefordert ist. „Trotz anderslautender Meinungen ist er überhaupt kein schwieriger Typ und bei uns eingeschlagen wie eine Bombe. Jan ist ein so positiver und ehrgeiziger Mensch, der alle anderen mitreißen kann", erklärt Lay.

Seine Athletik kommt Jan Schröder auch bei Sprungwürfen aus dem Rückraum zugute. - © Christian Helmig
Seine Athletik kommt Jan Schröder auch bei Sprungwürfen aus dem Rückraum zugute. (© Christian Helmig)

Der Gelobhudelte gibt die Komplimente an den Verein aus dem Versmolder Ortsteil, für den er in der zweiten Saison aufläuft, gerne zurück. „Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass es mir hier so viel Spaß macht. Die Mannschaft und alle drumherum gehen sehr familiär miteinander um", sagt Jan Schröder.

„Ich glaube, dass Hamm nicht aufsteigen würde"

Der 25-Jährige nimmt die momentan spielfreie Situation an. „Aber eigentlich ist es sehr schade. Die Liga ist gerade richtig spannend geworden. Und ich glaube, dass Hamm nicht aufsteigen würde", erklärt Schröder zum engen Stand an der Tabellenspitze der Oberliga zwischen ASV Hamm II (34:4 Punkte), SF Loxten (31:5) und TSG A-H Bielefeld (30:6).

Da sein Fitness-Studio schließen musste, fordert die Corona-Pause auch von Jan Schröder Kreativität. Doch der Fitness-Freak hat einen Plan B: Im Keller seines Elternhauses in Avenwedde steht eine Hantelbank, zudem sind dort auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht möglich.

Im Gütersloher Stadtteil wohnt Schröder mit seiner Familie, zu der auch Bruder Maik (26) gehört. Der ist Torhüter beim souveränen Verbandsliga-Tabellenführer TSG Harsewinkel und startete einst gemeinsam mit Jan beim jüngsten Nachwuchs des SV Avenwedde seine Handballlaufbahn. Über den TV Bissendorf ging es für den jüngeren der beiden Brüder zum TuS-N-Lübbecke, wo er zu Einsätzen in der zweiten Liga kam. „Die meiste Zeit habe ich dort aber nur mittrainiert und bei Nordhemmern in der Oberliga gespielt", erzählt Jan Schröder. Vor seinem Engagement bei den „Fröschen" spielten beide Schröders zusammen bei Verbandsligist TuS Nettelstedt II.

Seit der Anfangszeit in Avenwedde gehört Michael Jankowski zu seinen wichtigsten Förderern. Der langjährige Gütersloher Kreisauswahltrainer hat bereits für viele heimische Vereine gearbeitet und ist aktuell beim Soester TV aktiv. „Michael kenne ich schon so lange. Da passt es, dass wir auch zusammen arbeiten", sagt Schröder, der in Jankowskis Firma, einem Catering-Betrieb, angestellt ist.

„Harry kann die Zuschauer mitnehmen"

Neben Arbeit und Handball interessiert sich der Blondschopf auch für „Lifestyle & Fitness" – so steht es in seinem Profil auf Instagram. Bilder aus dem Urlaub, im Smoking, mit seinem Teamkollegen oder Storys mit seinem 450-PS-Mustang sind dort zu sehen – und sie gefallen nachweislich. 13.900 Follower hat „jansoon94", wie er sich auf der Plattform nennt.

„Das macht einfach Spaß, obwohl ich derzeit weniger aktiv bin als noch vor zwei Jahren", erklärt er, warum er von fast 20.000 Abonnenten seiner Posts auf die aktuelle Zahl zurückgefallen ist. Kontakt zu Sportartikelherstellern hatte Jan Schröder in der Vergangenheit ebenfalls. Sie wollen auf den Bildern und in Storys regelmäßig erwähnt werden. „Dafür hat man dann Präsente und Gutscheincodes bekommen, aber das wurde mir zu nervig und uninteressant", erläutert der ehemalige Werbeträger.

Ebenfalls größter Beliebtheit erfreut sich der Mann mit der Rückennummer 27 ganz reell in der Sparkassen-Arena. „Harry", wie ihn nicht nur Thomas Lay wegen seiner optischen Ähnlichkeit zum gleichnamigen Charakter in der Fernsehserie „Alles Atze" liebevoll nennt, „kann die Zuschauer mitnehmen. Egal, ob mit seiner Freude über ein Tor oder einem Hechtsprung zum Ball – das ist alles sehr authentisch und gefällt den Leuten."

So freut sich Lay auch darüber freut, dass Schröder auch in der kommenden Saison ein „Frosch" bleibt. Aber warum verlängert er seinen Vertrag immer nur für ein Jahr? „Das mache ich, weil ich immer neu bewerten möchte, wie es mit mir beruflich und sportlich weitergeht", sagt Jan Schröder. Zugleich aber versichert er: „Ich kann mir gut vorstellen, noch sehr lange in Loxten zu spielen."

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.