Hochzeitsfeier geplatzt: Hotel-Schließung überrascht nicht nur Mitarbeiter

Zum Monatsende stellt die Inhaberfamilie Nagel den Betrieb in Versmolds größtem Hotel ein. Darüber gibt es Unmut auf verschiedenen Seiten.

Tasja Klusmeyer

Aufgrund der Corona-Vorgaben sind Gastronomie und Hotel bereits eingestellt. Eine Perspektive gibt es nicht. Zum 31. März wurde dem Team gekündigt. Die Betreibergesellschaft stellt den Betrieb ein. - © Michael Adamski
Aufgrund der Corona-Vorgaben sind Gastronomie und Hotel bereits eingestellt. Eine Perspektive gibt es nicht. Zum 31. März wurde dem Team gekündigt. Die Betreibergesellschaft stellt den Betrieb ein. (© Michael Adamski)

Versmold. Das Essen war ausgewählt, der Saal gebucht – und nun das. Über die Berichterstattung im Haller Kreisblatt hat ein Paar aus Versmold erfahren, dass seine für Juni geplante Hochzeitsfeier nicht im Altstadthotel stattfinden wird. Schon in der nächsten Woche wird der Betrieb eingestellt. „Wir wissen jetzt nicht, was wir machen und ob wir so kurzfristig etwas anderes finden", sagt die Braut in spe etwas ratlos und verwundert angesichts der Entwicklung. Erst vor zwei Wochen hätten sie das Angebot bekommen.

Sie wendet sich ans HK, da sie im Hotel selbst am Tag nach der Nachricht niemanden erreicht. Nils Ortmann, Sprecher der Nagel-Group und als solcher für Presseanfragen zur Hotel-Schließung zuständig, bittet um Verständnis. „Es ist extrem unglücklich gelaufen", sagt er. Das Altstadthotel bedauere das sehr. Offensichtlich hätten sich in dem Fall die Zusage für die Feier und die Entscheidung der Gesellschafterfamilie, den Hotelbetrieb aufzugeben, überschnitten. „Das ist der Situation geschuldet." Die Kunden, die von der Schließung betroffen seien, würden zeitnah noch persönlich informiert.

Nach HK-Informationen wurde auch die Belegschaft von der Nachricht der Schließung kalt erwischt. Auch sie sei erst kurzfristig darüber in Kenntnis gesetzt worden, heißt es aus Mitarbeiterkreisen. Entsprechend herrscht Unmut und Enttäuschung bei den Betroffenen. Das würde auch erklären, warum noch vor zwei Wochen eine Buchung für eine Hochzeitsfeier entgegengenommen worden war. Nicht wissend, dass das Ende des Traditionshauses längst von der Gesellschafterfamilie Nagel besiegelt war.

Nachnutzung: erste Gespräche mit der Stadt

Der Betrieb von Hotel und Gastronomie an der Wiesenstraße endet am 31. März. Einen Monat eher als ursprünglich gedacht, so die Information von Nagel-Sprecher Ortmann auf Nachfrage vom HK. De facto ruht der Betrieb aufgrund des Corona-Verbotes bereits jetzt. Die aktuelle Krise habe die Schließung nur beschleunigt, nicht ausgelöst. Dem gesamten Team wurde gekündigt.

Bürgermeister Michael Meyer-Hermann, der von der Familie Nagel über im Vorfeld über die bevorstehende Schließung informiert wurde, weiß um den Verlust. Über mögliche Optionen für den städtebaulich wichtigen Standort habe man gesprochen. „Es steht noch nichts fest." In der Pressemitteilung der Inhaber vom Montag hieß es, dass man eine „langfristige Lösung" finden wolle, die zur positiven Stadtentwicklung beitragen solle.

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