Harsewinkel streitet um Personenzüge der TWE - Was sagen die Versmolder?

Bei einer Bürgerversammlung in Marienfeld stehen sich Gegner und Befürworter gegenüber. Was in der Nachbarstadt Streit provoziert, ist in Versmold noch kein Thema.

Burkhard Hoeltzenbein,Claus Meyer

Die Bahnstrecke der TWE zwischen Ibbenbüren und Hövelhof in Versmold an der Wiesenstraße. - © Marc Uthmann
Die Bahnstrecke der TWE zwischen Ibbenbüren und Hövelhof in Versmold an der Wiesenstraße. (© Marc Uthmann)

Versmold/Harsewinkel. Denn inVersmold dürfte es noch dauern mit einem regulären Personennahverkehr auf Schienen. 2,8 Kilometer lang sind die Gleise der Lappwald Service GmbH im Norden, dazu kommt die von der TWE betriebene Strecke vom Unternehmen Nordfrost bis zur Harsewinkler Stadtgrenze. Insgesamt durchziehen das Versmolder Gebiet knapp acht Kilometer Bahnstrecke. Personen werden auf der nicht befördert. Derzeit findet nur auf dem TWE-Abschnitt Güterverkehr statt, der Lappwald-Abschnitt steht kurz vor der Reaktivierung (das HK berichtete). In Harsewinkel ist dagegen der reguläre Personenverkehr bis Verl eine greifbare Option. Allerdings eine höchst umstrittene, wie eine Bürgerversammlung in Marienfeld jüngst wieder zeigte.

Verständnis für die Anwohner, aber Gemeinwohl gehe vor

Kritik an den Argumenten der Befürworter äußerte Daniel Kreft, Sprecher der Interessengemeinschaft Pro Cargo – Contra Personennahverkehr. Er zweifelt die hochgerechnete Passagierzahl von 3.100 Personen am Tag und damit die Wirtschaftlichkeit an. Für Kreft blieb auch unbeantwortet, wie laut die Signalanlagen sind. Und welche Antriebsart die Triebwagen haben werden. War kurzzeitig sogar von Wasserstoff die Rede, wollte sich TWE-Geschäftsführer Henrik Wilkening letztlich nicht auf E-Loks festlegen lassen. „Die wären aber die einzigen, die Lärm ausschließen und wirklich umweltfreundlich wären", sagte Kreft.

„An einer vielbefahrenen Straße werden die Schranken aus Sicherheitsgründen lauter sein, damit sehbehinderte Menschen sie auch wahrnehmen", erklärte Anja Stocksieker, Projektleiterin beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe. Sie äußerte Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Aber dieses Projekt diene dem höher zu bewertenden Gemeinwohl.

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