Versmolder Logistiker fördert Inklusion: "Daniela ist eine Bereicherung"

Das Unternehmen Thermotraffic gibt Menschen mit Einschränkungen eine Chance. Vom Integrationsarbeitsplatz sollen beide Seiten profitieren. Und er soll Vorbild sein.

Rita Sprick

Das Logistikunternehmen Thermotraffic bietet einen Integrationsarbeitsplatz, den Daniela Schönert (Zweite von rechts) gern annahm. Ihr zur Seite stehen Steffen Gerz (Wertkreis) (von links), Rolf Steinberg (Thermotraffic), Ulrich Schlottmann (Wertkreis) und Daria Gross (Thermotraffic). - © Rita Sprick, HK
Das Logistikunternehmen Thermotraffic bietet einen Integrationsarbeitsplatz, den Daniela Schönert (Zweite von rechts) gern annahm. Ihr zur Seite stehen Steffen Gerz (Wertkreis) (von links), Rolf Steinberg (Thermotraffic), Ulrich Schlottmann (Wertkreis) und Daria Gross (Thermotraffic). (© Rita Sprick, HK)

Versmold. „Das Arbeitsklima ist super. Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht Spaß", sagt Daniela Schönert über ihre Tätigkeit beim Logistikunternehmen Thermotraffic. Die Versmolderin kam über den Wertkreis Gütersloh auf Anregung des Thermotraffic-Mitarbeiters Rolf Steinberg zum Betrieb im Industriegelände.

Der Wertkreis ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen und beschäftigt 2.500 Menschen. Die Kauffrau für Büromanagement bekommt weiter ihren Lohn vom Wertkreis, der unter dem Dach des Landschaftsverbandes Westfalen/Lippe agiert. Zudem erhält Daniela Schönert auf ihrem ausgelagerten Arbeitsplatz im Rahmen der beruflichen Inklusion Besuch von den Jobcoaches. Ziel ist der erste Arbeitsmarkt. Die 28-Jährige ist vor Ort bereits die zweite Frau mit einer solchen Stelle.

Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen 

In einem Pressetermin stellen Rolf Steinberg, der beim Logistiker für die zentrale Abrechnungsstelle und das Kühlhausgeschäft zuständig ist, seine Stellvertreterin Daria Gross, der Wertkreis-Integrationsassistent Ulrich Schlottmann und Wertkreis-Mediensprecher Steffen Gerz das Konzept vor. Aus ihrer Sicht ist es eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

„Man muss sich anfangs mehr kümmern und man sollte die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Aber Daniela ist eine Bereicherung. Sie wird nicht in Watte gepackt. Wenns nicht klappt, klären wir das", sagt Steinberg und freut sich, dass sein Chef, Geschäftsführer Falko Thomas, der Einstellung zustimmte. Auch Steinbergs Stellvertreterin unterstützt das Konzept. „Nach der Einarbeitungsphase hat sie sich gut gemacht", sagt Daria Gross und stellt fest, dass Aufgaben wie Rechnungen buchen gut klappten.

„Jeder hat Fähigkeiten für etwas"

Darüber freut sich besonders Ulrich Schlottmann. Der Inklusionsassistent ist für die berufliche Eingliederung behinderter Menschen zuständig. Dafür knüpfte er schon Kontakte zu 50 Unternehmen in der Region. „In zehn Jahren haben wir so 100 Menschen integriert. Aber sie dürfen dennoch jederzeit zurückkommen", sagt Schlottmann.

„Jeder hat Fähigkeiten für etwas. Wir haben qualifiziert ausgebildete Menschen, für die wir passgenaue Nischen in Betrieben suchen. Teilhabe und gegenseitiger Respekt sind uns wichtig", betont Steffen Gerz. Die berufliche Inklusion wird in fünf Schritten vollzogen. Betriebe werden beraten und der geeignete Arbeitsplatz wird gesucht. Anschließend schreibt der Wertkreis die Stelle aus und sucht einen Bewerber. „Meistens vereinbaren wir ein für den Betrieb kostenloses Praktikum", so Schlottmann.

Weitere Betriebe sind aufgerufen, sich bei Interesse zu melden

Danach kann der ausgelagerte Arbeitsplatz eingerichtet werden. „Mitarbeiter sind über den Wertkreis versichert. Das Unternehmen bezahlt einen Geldbetrag an uns, der Mitarbeiter bekommt ein leistungsbezogenes Entgelt und er wird von uns betreut", beschreibt Schlottmann das Vorgehen. Kommt es zur Festanstellung, gibt es für die Unternehmen zuständige Fachstellen für Beratung und die Beantragung von Fördermitteln.

Rolf Steinberg möchte auch andere Unternehmen ermutigen, einen Integrationsarbeitsplatz einzurichten. Er ist unter Telefon (0 54 23) 96 82 21 erreichbar. Ansprechpartner sind auch Ulrich Schlottmann vom Wertkreis, Telefon (0 52 41) 9 50 52 06, sowie Steffen Gerz, Telefon (0 52 41) 95052 53. Weitere Informationen sind auf www.wertkreis-gt.de/berufliche Inklusion zu bekommen.

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