Versmold bekommt günstigen Baustellenbus für die City

Während der Sanierung der Innenstadt soll es ein verbilligtes ÖPNV-Angebot für die Menschen in den Ortsteilen geben. Zunächst mit Befristung.

Claus Meyer,Alexander Jakob

Die Baustelle am Rathaus soll den ÖPNV in Versmold durch günstigere Preise attraktiver machen. Foto: Claus Meyer - © Claus Meyer
Die Baustelle am Rathaus soll den ÖPNV in Versmold durch günstigere Preise attraktiver machen. Foto: Claus Meyer (© Claus Meyer)

Versmold. Ursprünglich sah der entsprechende CDU-Antrag vor, von März bis September während der Bauphase in der Innenstadt (ISEK-Abschnitt zwei Münsterstraße) einen kostenlosen Pendelverkehr für die Ortsteile einzurichten. „Es ist eine gute Maßnahme, um ÖPNV und Einzelhandel zu fördern", sagte Andreas Holtkamp (CDU) am Mittwoch im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung. Hier stellte Fachbereichsleiter Dirk Niggemann vor, was machbar ist. Ganz kostenlos wird es nicht, aber die Stadt will sich finanziell beteiligen.

Hesselteich und Peckeloh

Für die Ortsteile Oesterweg und Hesselteich sowie Peckeloh bestehen mit der Linie 89 beziehungsweise 71 an Samstagen bereits stündlich getaktete Verbindungen ab circa 9 Uhr. 2,50 Euro kostet die Einzelfahrt für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Niggemanns Vorschlag: Erwachsene zahlen in der betreffenden Bauphase nur einen Euro, Kinder bis 14 Jahre sind gratis dabei.

Die Differenz von jeweils drei Euro für Hin- und Rückfahrt wird die Stadt schultern und an den Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) zahlen. „Wenn wir von 25 Wochen Bauzeit ausgehen und 60 Nutzer pro Samstag zugrundelegen, wären das 4.500 Euro", erläuterte Dirk Niggemann. Das finanzielle Risiko sei demnach gering, die Zahl von 60 Nutzern hoch geschätzt.

Bockhorst und Loxten

Hier sei ein „Baustellenbus" ähnlich einem Bürgerbus denkbar, der auch circa gegen 9 Uhr das erste Mal fährt. Das Pauschalangebot des VVOWL für ein solches Angebot betrage 350 Euro pro Samstag, mithin 8.750 Euro für die Bauphase.

Das sagt die Politik

13.250 Euro wären bei den genannten Rechenbeispielen insgesamt für die Stadt zu zahlen. „Damit könnten wir einige Menschen für die öffentlichen Verkehrsmittel begeistern und so ein wenig zum Klimaschutz beitragen", sagte Dirk Niggemann. Auch Ulrich Wesolowski (CDU) sah das so. „Das ist ein attraktiver Preis. Wir können nach drei Monaten schauen, ob es angenommen wird", sagte er. „Ich denke, es wird gelingen", meinte Bürgermeister Michael Meyer-Hermann und wertete das Angebot für potenzielle Kaufkunden auch als „Zeichen an den Einzelhandel". „Vielleicht bleibt der eine oder andere beim ÖPNV hängen", hofft Doris Makitta-Holz von den Grünen.

Der Beschluss

Einstimmig folgte der Planungsausschuss dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Der sieht vor, das Samstagsangebot mit dem Sünne-Peider-Wochenende am 29. Februar zu starten. Im Mai möchte der Ausschuss dann Zwischenbilanz ziehen und schauen, ob der vergünstigte Pendelverkehr auch angenommen wird. Bei schlechter Resonanz soll die Stadt dann auch wieder aussteigen können.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.