Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl appelliert an Versmolds Schulen

Claus Meyer

Carsten Stahl besucht seit sieben Jahren Schulen im Kampf gegen Mobbing. - © Torsten Wegener
Carsten Stahl besucht seit sieben Jahren Schulen im Kampf gegen Mobbing. (© Torsten Wegener)

Versmold. „Ich gehe nirgends hin, wo man mich nicht will", stellt Carsten Stahl im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt klar. Wie berichtet war eine für den 8. Februar in der Dreifachsporthalle geplante Veranstaltung mit dem in seinen Methoden umstrittenen Anti-Mobbing-Trainer abgesagt worden. Er erwarte jetzt Lösungen und hoffe auf Maßnahmen gegen Mobbing in Versmold. Sein Appell an die Versmolder Schulen lautet: „Bitte nehmen Sie das Thema ernst." Zu sagen, man habe kein Problem, sei das Problem, so Stahl.

Mit Matthias Kath, Initiator der abgesagten Veranstaltung, stehe er weiterhin im Kontakt. „Ich kann jederzeit nach Versmold kommen und bin nur einen Anruf entfernt", sagt Stahl. „Ich bin ein Feind von Mobbing, aber nicht euer Feind", ergänzt er in Richtung Versmold.

"Seit sieben Jahren rette ich Leben"

Carsten Stahl bezeichnet im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt Mobbing nicht als rein schulisches Problem, sondern als ein gesellschaftliches. „Es beginnt heute schon in der Kita", sagt der Anti-Mobbing-Trainer aus Berlin. Die Schlüssel gegen das Mobbing seien Prävention und Aufklärung. Leider würden aber Lehrer und Sozialarbeiter nicht genügend für das Problem geschult, dabei bräuchten sie Ressourcen an die Hand. Er selbst sieht sich als Helfer. „Seit sieben Jahren rette ich Leben", sagt Stahl mit Hinweis auf die wegen Mobbings begangenen Suizide in Deutschland.

Nach eigenen Angaben hat Carsten Stahl in den vergangenen sieben Jahren mit seinem Anti-Mobbing-Programm deutschlandweit rund 230 Schulen besucht und dabei rund 60.000 Schüler und Schülerinnen erreicht. Nur zwei Mal sei es ihm in dieser Zeit passiert, dass gesagt wurde, er solle nicht kommen. Einer der Fälle sei Versmold gewesen.

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