Böse Überraschung: Das Pflaster wackelt schon - und das hat Folgen

Der erste Bauabschnitt der Innenstadtsanierung sollte eigentlich bald abgeschlossen sein. Doch nun stellt sich heraus, dass die neuen Steine nicht richtig sitzen. Es muss nachgearbeitet werden – und die Straßen werden dafür erneut gut zwei Wochen gesperrt.

Marc Uthmann

Michael Meyer-Hermann, Thomas Wiese und Dirk Niggemann (von links) inspizieren das neue Pflaster der Innenstadt, das sich bereits gelockert hat. - © Marc Uthmann
Michael Meyer-Hermann, Thomas Wiese und Dirk Niggemann (von links) inspizieren das neue Pflaster der Innenstadt, das sich bereits gelockert hat. (© Marc Uthmann)

Versmold. „Sie sehen mich schwer betrübt", sagte Michael Meyer-Hermann eingangs der kurzfristig im Versmolder Rathaus einberufenen Pressekonferenz. Die Nachricht vom Donnerstag lag nicht nur ihm, sondern auch seinem zuständigen Fachbereichsleiter Dirk Niggemann und Thomas Wiese aus dem Rathaus-Team schwer im Magen: Die gerade erst verlegten Pflasterflächen auf der Münsterstraße und der Gartenstraße sind mangelhaft und müssen ausgebessert werden.

Die Pflasterflächen liegen in den Fahrbahnen der Straße nicht mehr in einem festen Verbund, das Fugenmaterial zwischen den Steinen hat sich aufgelockert. Darum fangen die Steine an, sich unter Verkehr zu bewegen. „Man hört sogar das Klackern, wenn die Autos über das Pflaster fahren", sagt Dirk Niggemann. Das beauftragte Bauunternehmen Rasche könne sich das Auftreten des Schadens auch nicht erklären. „Und das ist ein erfahrener Betrieb, der bei vielen solcher Projekte gute Arbeit geleistet hat", so der Fachbereichsleiter.

Genaue Ursache wird noch geklärt

2.000 Quadratmeter Straße, Parkplätze und Gehwege sind betroffen. Die genaue Ursache, warum der Schaden eingetreten ist, muss noch gutachterlich geklärt werden, teilt die Stadt mit. Um jedoch größere Schäden zu vermeiden, müssen die betroffenen Bereich sofort für den Verkehr gesperrt werden.

„Wir wollen schnell handeln und den Schaden begrenzen", kündigt Michael Meyer-Hermann an. Rasche habe den Schaden anerkannt, berichtet Thomas Wiese. Das Unternehmen wird nun auf eigene Kosten mit der Sanierung beginnen. Hierbei wird das Fugenmaterial des Pflasters mit einem Saugwagen entfernt – anschließend müssen die Fugen neu eingeschlämmt werden. „Dafür wird ein anderes Material verwendet, damit die Stabilität bestehen bleibt und der Pflasterverbund hält", erklärt Thomas Wiese.

Betroffene Straßen werden erneut gesperrt

Die Stadtverwaltung hatte am Freitag kurzfristig den Vorstand der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold (IGEV) eingeladen, um ihm die schlechten Nachrichten zu überbringen. Denn das neue Material in der Fuge muss härten und die Fuge regelmäßig nachgeschlämmt werden. Darum gehen Bauunternehmen und Stadt davon aus, dass die Arbeiten zweieinhalb Wochen dauern werden – mit Folgen für den Verkehr und die Erreichbarkeit der Einzelhändler. Die Münsterstraße wird von Ringallee bis Altstadtstraße, die Gartenstraße von Münsterstraße bis Rathaus erneut gesperrt – und zwar von Montag, 27.Januar, bis Freitag, 14.Februar.

Besonders knifflig wird es in der Innenstadt von Montag an bis zum 29. Januar: Denn in diesen drei Tagen sind auch die Altstadtstraße im Bereich der Stadtsparkasse sowie die Münsterstraße von der Einmündung Altstadtstraße in Richtung Innenstadt dicht. Der Bereich wird früher freigegeben, um den Verkehr in der Innenstadt in den kommenden Wochen aufrecht zu erhalten. Er wird dann später nochmals saniert, wenn in der Münsterstraße schon die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts laufen sollen.

Die Einzelhändler reagierten erwartbar wenig begeistert. Immerhin: Fußgänger- und Fahrradfahrer kommen jederzeit durch. „Wir werden die Umleitungen detailliert beschildern", kündigte Dirk Niggemann an.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.