Dritter Bewerber fürs Bürgermeisteramt: Ralf Zurmühlen will es wissen

Knapp fünfeinhalb Jahre nach seinem ersten Anlauf kündigt der 59-Jährige an, erneut parteilos in Versmold zu kandidieren. Die SPD lässt sich noch Zeit.

Marc Uthmann

5,5 Prozent holte Ralf Zurmühlen in der Bürgermeisterwahl 2014. Er will wieder antreten. - © Marion Bulla
5,5 Prozent holte Ralf Zurmühlen in der Bürgermeisterwahl 2014. Er will wieder antreten. (© Marion Bulla)

Versmold. Nun meldet schon ein Trio Ambitionen auf den Chefposten im Versmolder Rathaus an. Neben Amtsinhaber Michael Meyer-Hermann und Landwirt Joachim Klack (60) wirft jetzt auch Ralf Zurmühlen zum zweiten Mal seinen Hut in den Ring.

Ein wenig überraschend kommt dieser Schritt schon. Zwar hatte der selbstständige Landschaftsgärtner Interesse an einer erneuten Kandidatur bekundet, doch mit dem Auftauchen von Joachim Klack gab es bereits einen Bewerber, der die Interessen des »Vereins für eine lebenswerte Zukunft« vertritt. In dem engagiert sich auch Zurmühlen – seine Entscheidung für die Kandidatur beeinflusste das jedoch nicht. „Ich bin ein kämpferischer Typ und möchte der Stadt Versmold dienen", sagt der 59-Jährige. „Als Joachim Klack seine Entscheidung bekannt gegeben hat, stand meine bereits fest. Mein Gefühl sagt mir: Der Bürgermeister muss ein Parteiloser sein."

„Warum tritt Klack nicht für die Grünen an?"

Ralf Zurmühlen schätzt nach eigenem Bekunden die Arbeit von Bürgermeister Michael Meyer-Hermann (CDU) und das Engagement von Joachim Klack, wobei ihn dessen Verhalten verwundere: „Warum tritt er nicht für die Grünen an? Die sind doch seine Partei."

Für Zurmühlen ist der Schritt zur erneuten Kandidatur mit dem Gefühl verbunden, dass viele Dinge in die falsche Richtung laufen: „Im digitalen Zeitalter kämpft jeder nur noch für sich. Ich möchte für die Kinder, die Alten und die Asylsuchenden etwas tun, das Menschliche betonen, als Bürgermeister eine Persönlichkeit sein." Auch der Umweltschutz ist dem Landschaftsgärtner wichtig – hier wird er mit Joachim Klack um die Gunst der Wähler buhlen. Auf eines legt Zurmühlen dabei Wert: „Ich habe das schon 2014 alleine gewagt – auch wenn ich damals belächelt wurde."

Zunächst müssen Unterschriften gesammelt werden

Doch um Michael Meyer-Hermann herauszufordern, müssen die beiden Aspiranten zunächst einmal fünf Unterschriften von Unterstützern pro Sitz im Stadtrat sammeln, bei 34 Mandaten wären das 170. „Ich kann nur empfehlen, ausreichend zu sammeln", sagt Carsten Wehmöller, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und für die Organisation der Kommunalwahl zuständig, dem HK. „Denn es zählen nur Stimmen von Wahlberechtigten. Sollten wir die Listen allerdings früh genug erhalten, prüfen wir sie und weisen gegebenenfalls darauf hin, wenn etwas fehlt." Noch können die Kandidaten übrigens gar keine Unterschriften einreichen – die Stadt muss zunächst eine öffentliche Bekanntmachung herausgeben, in der sie dazu auffordert, Wahlvorschläge zu machen.

Die Kandidatur von Ralf Zurmühlen hat allerdings auch ihren pikanten Aspekt: Vor einem Jahr trat er in die UWG ein, weil er sich dort Unterstützung für seine Ambitionen erhoffte. Die wird er aber nicht bekommen, weshalb er nun als Parteiloser antreten will. Zumindest bei der Bürgermeisterwahl. „Ich würde mich aber gerne darüber hinaus in einem Wahlkreis für die UWG aufstellen lassen", sagt der 59-Jährige, der mindestens in den Stadtrat einziehen möchte. Das sei kein Problem, wenn die UWG ihn nominiere, erklärt Carsten Wehmöller. „Würde er ohne Partei im Rücken in einem Wahlkreis antreten wollen, müsste er auch hierfür Unterstützerunterschriften vorlegen."

SPD will ihre Wahl spätestens im Mai verkünden

Damit könnte die Bürgermeisterwahl am 13. September ein Vierkampf werden, denn die Versmolder SPD bekräftigt, jemanden zu nominieren. „Wir sind in Gesprächen mit mehreren in Frage kommenden Kandidatinnen und Kandidaten", sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Patrick Schlüter. Denkbar sei dabei sowohl jemand aus der aktuellen Versmolder SPD-Politik als auch ein oder eine Externe(r). „In jedem Fall wird es niemand sein, der in Versmold gänzlich unbekannt ist. Wir brauchen also keinen ellenlangen Wahlkampf, bei dem sich auch der Spannungsbogen nur schwer aufrecht erhalten ließe", so Schlüter. Im April oder Mai werde man den SPD-Vorschlag präsentieren.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.