Mit dem Bus zur Disco: Versmold möchte bessere ÖPNV-Anbindung

Die FDP findet, dass das Angebot in den Abendstunden Richtung Bielefeld verbessert werden könnte. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht.

Tasja Klusmeyer

Nachtbusse gehören an den Wochenenden in Bielefeld zum gewohnten Stadtbild und pendeln bis in die frühen Morgenstunden zwischen City und Ortsteilen sowie umliegenden Orten. Können Nachtschwärmer bald auch bis Versmold fahren? archivFoto: Andreas Frücht - © Andreas Frücht
Nachtbusse gehören an den Wochenenden in Bielefeld zum gewohnten Stadtbild und pendeln bis in die frühen Morgenstunden zwischen City und Ortsteilen sowie umliegenden Orten. Können Nachtschwärmer bald auch bis Versmold fahren? archivFoto: Andreas Frücht (© Andreas Frücht)

Versmold. In den vergangenen Wochen wurden vermehrt Stimmen aus der Bevölkerung laut, die sich eine bessere Anbindung nach Warendorf wünschen, speziell zum dort gelegenen Krankenhaus. Parallel zu dieser Diskussion kommt weitere Bewegung in Sachen ÖPNV. Die FDP beantragte jetzt bei den Haushaltsplanberatungen im Jugend-, Kultur- und Schulausschuss, Mittel für einen Discobus einzustellen und bat die Verwaltung darum, Möglichkeiten für ein solches Angebot zu überprüfen.

Man sehe den Bedarf bei den jungen Leuten, begründete Ulrike Poetter den Vorstoß, der bei allen am Sitzungstisch auf offene Ohren stieß. Früher habe es in Versmold wenigsten noch eine Diskothek fürs jüngere Publikum gegeben. Die Ausgehmöglichkeiten aber seien begrenzt und deshalb zöge es die Jugendlichen in die größeren Städte in der Region. Auch andere Generationen, die beispielsweise ins Kino oder Theater nach Bielefeld möchten, würden von einem Angebot profitieren, so die FDP.

Ausschreibung zum richtigen Zeitpunkt

Die Verwaltung hatte sich im Vorfeld der Sitzung mit dem Antrag der Liberalen befasst und Rücksprache mit dem für den ÖPNV zuständigen Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) gehalten. Fachbereichsleiter Thomas Tappe verwies auf ein ähnliches Angebot in Halle, wo es an den Wochenenden und vor Feiertagen außerhalb des Haller-Willem-Fahrplanes einen stündlichen Pendelverkehr bis/ab Bielefeld gibt. Jährlichen Kosten von 40.000 Euro stehen in der Lindenstadt Einnahmen durch Ticketverkauf von 5.000 Euro gegenüber.

In Versmold dürfte eine nächtliche Busanbindung allein durch die Distanz teurer werden. Eine Chance auf ein derartiges Angebot gibt es dennoch, wie Thomas Tappe der Politik mitteilte. Das Linienbündel Nord, zu der auch die Linie 89 Richtung Halle gehört, wird kommendes Jahr neu ausgeschrieben und 2021 vergeben. Im Zuge des Verfahrens könnte der VVOWL, sollte es Versmolder Wunsch sein, eine Anbindung in die Leistungsbeschreibung aufnehmen. Damit wäre ein Discobus zu einem „vertretbaren Preis" zu bekommen.

Und was ist Richtung Osnabrück möglich?

Wie hoch genau die Kosten für Versmold wären und wie eine Nachtbuslinie genau aussehen könnte, das soll die Verwaltung nun mit dem Verkehrsverbund besprechen. 2020 will dann die Politik entscheiden, ob sie die Idee weiterverfolgt. In den 5.000 Euro, die die FDP bei den Etatberatungen beantragte, sieht sie zunächst einmal ein Signal, dass in Versmold etwas ins Rollen kommen soll.

Marianne Kampwerth (CDU) regte an, Zuschussmöglichkeiten aus einem Landestopf zu überprüfen. Liane Fülling (SPD) schlug vor, dass mit dem VVOWL über ein On-Demand-System an bestehende Linie gesprochen werde. Der Idee, den ÖPNV Richtung Osnabrück auszubauen, erteilte die Verwaltung bereits eine Absage. Tappe sprach von einem „bürokratischen Monster", das über die Landesgrenzen nicht zu installieren sei. „Dann wird es richtig kompliziert", so Bürgermeister Michael Meyer-Hermann.

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