Entsorger Schnur: Kreis will vor der Erweiterung Gutachten sehen

Der Betrieb am Bockhorster Landweg in Versmold möchte erweitern, was für viel Wirbel gesorgt hat. Nun gibt es einen Bauantrag – und offene Fragen.

Marc Uthmann

Der Entsorgungsbetrieb Schnur steht mit seinen Erweiterungsplänen im Fokus. Der Kreis fordert Gutachten. - © Silke Derkum-Homburg
Der Entsorgungsbetrieb Schnur steht mit seinen Erweiterungsplänen im Fokus. Der Kreis fordert Gutachten. (© Silke Derkum-Homburg)

Versmold-Bockhorst. Seit knapp zweieinhalb Jahren beschäftigt dieses Projekt nun Unternehmer Stefan Schnur, Stadtverwaltung, Politik und die Anwohner in Bockhorst. Der Entsorgungsbetrieb mit seinen 120 Mitarbeitern soll wie mehrfach berichtet um eine neue Fahrzeughalle vergrößert werden, die parallel zur Dissener Straße entsteht.

Das Vorhaben ist seit Jahren umstritten, vor allem Nachbarn und Bewohner der Bogenstraße befürchten mehr Lärm. Die im Rahmen der Bauleitplanung erstellten Gutachten zu Lärm, Verkehr und Artenschutz hatten allerdings ergeben, dass das Vorhaben verträglich ist.

Unternehmen will 500.000 Euro investieren

Die Beratungen führten schließlich zu einem Kompromiss: die zulässige Höhe der Fahrzeughalle, die den Anwohnern die Sicht aufs freie Feld nimmt, ist von elf auf maximal 8,50 Meter abgesenkt worden. Außerdem wird die Halle nun acht statt wie bisher geplant fünf Meter von der Grundstücksgrenze entfernt stehen. Eine vierreihige Wildsträucherhecke soll die Hallenrückseite optisch etwas unsichtbarer machen. 500.000 Euro will Schnur in den neuen Komplex investieren. Im Oktober 2018 machte der Stadtrat mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes den Weg frei für die Erweiterung.

Pfarrerin Birgit Gillmann von der Kirchengemeinde Bockhorst hat auf Anfrage des Haller Kreisblattes nun bestätigt, dass die Kirche das von Schnur benötigte Grundstück mittlerweile an ihn veräußert hat.

Weitere Dokumente werden benötigt

„Wir haben aber auch Land an andere Anwohner verkauft, damit eine Pufferzone zum Betrieb entsteht." Nach HK-Informationen erhält die Kirche für den Grundstücksverkauf einen sechsstelligen Betrag und zudem „eine drei Mal so große Ackerfläche als Ausgleich", wie Birgit Gillmann schon betont hatte.

Mit dem Planungsrecht und dem Grundstückskauf im Rücken hat Stefan Schnur am 11. Juni wie erwartet den Bauantrag für die Fahrzeughalle beim Kreis Gütersloh gestellt – das wurde dem Versmolder Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss im August zur Kenntnis gegeben.

Kreis-Sprecher Jan Focken hat dem HK bestätigt, dass ein Antrag vorliegt – allerdings seien nach der Stellungnahme des Sachgebietes Immissionsschutz noch Fragen zu klären: „Zu einer rechtssicheren Beurteilung bedarf es eines externen Schallschutzgutachtens und einer detaillierten Betriebsbeschreibung." Das habe der Kreis am 28. Oktober von Schnur angefordert, bisher lägen die Dokumente noch nicht vor. Bevor die Baumaschinen am Bockhorster Landweg anrollen, wird der Papierberg also noch weiter anwachsen.

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