Betrunkener Versmolder drückt Mitbewohner Augapfel in den Kopf

1.500 Euro muss ein Versmolder zahlen, dessen Verhalten unter Alkohol immer wieder eskaliert

Anke Schneider

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Versmold/Halle. Bedrohung, Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, vorsätzliche versuchte Körperverletzung und Beleidigung lautete die Palette an Vorwürfen, die die Staatsanwaltschaft einem 51-jährigen Versmolder machte. Zwei Vorfälle waren es, die in zwei Sitzungstagen verhandelt wurden.

Zunächst soll der Beschuldigte am Abend des 8. September mit seiner Mutter in einen Streit geraten sein. Die Mutter flüchtete zum Nachbarn und rief von dort aus die Polizei. Die Streifenwagenbesatzung klingelte an der Adresse der Mutter, der Beschuldigte weigerte sich jedoch, die Tür zu öffnen und soll den Beamten gedroht haben, sie umbringen zu wollen, falls sie sich Zutritt verschaffen würden. Da der Vater jedoch noch in der Wohnung war, schlugen die Polizisten die Tür ein. Sie rangen den Beschuldigten nieder und legten ihm Handschellen an. Dabei wehrte sich der Mann, trat nach den Beamten und beleidigte die Polizisten aufs Übelste.

„Wenn man mir die Freiheit nehmen will, werde ich Asi"

Am 13. September geriet der Beschuldigte vor einer Obdachlosenunterkunft in Gütersloh in einen Streit mit einem Mitbewohner. Auch in dessen Verlauf kam es zu körperlichen Übergriffen. Der Angeklagte schlug zwei Fenster ein und drückte einem Mitbewohner den Augapfel in den Kopf. „Die wollten mir meinen Haustürschlüssel nicht geben", nannte der Angeklagte als Grund für seine Entgleisung.

Vor Gericht sagten die Zeugen aus, die in der Obdachlosenunterkunft mit dem Angeklagten getrunken hatten, bevor der Abend eskalierte. In der Akte fand sich ein Blutalkoholwert von 2,65 Promille. Sie erinnerten sich nur lückenhaft, da sie selbst betrunken waren.

Eskaliert soll die Lage sein, als der Angeklagte eine Frau anbaggerte, die das offensichtlich nicht wollte. Der Beschuldigte bestand darauf, dass in beiden Fällen die jeweils andere Partei angefangen und ihn damit provoziert habe. „Wenn man mir die Freiheit nehmen will, werde ich Asi", hatte er im ersten Termin gesagt.

„Die Polizei ist offenbar Ihr Feindbild"

Die Zeugen präsentierten nun jedoch eine andere Version, nach der der Angeklagte den Streit begonnen haben soll. Den Schlüssel habe der Beschuldigte schlichtweg vergessen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stellte fest, dass der Alkohol offenbar die Wurzel allen Übels sei und der Versmolder immer dann ausraste, wenn Polizisten ins Spiel kämen. „Die Polizei ist offenbar Ihr Feindbild", sagte sie.

Die Juristin stellte außerdem fest, dass noch eine ganze Reihe weiterer Anzeigen auf den Versmolder wartet, die ihn vermutlich bald ins Gefängnis bringen werden. „Im September kam es zu einer gefährlichen Körperverletzung und einer Bedrohung, im Oktober zu einer Beleidigung." Für die nun verhandelten Fälle urteilte das Gericht zunächst eine Geldstrafe von 1.500 Euro aus.

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