Jesus als Rottweiler - Theater-Team brennt Feuerwerk der Sketche ab

Kulturfreunde und Gourmets kommen beim Abend des SC Peckeloh gleichermaßen auf ihre Kosten. Romantiker müssen hingegen leiden

Marion Bulla

Will liebevoll überrascht werden: Rosie Beckmeier hat Geburtstag und bekommt von Gatte Friedrich-Wilhelm Höcker nur einen zerrupften Trockenblumenstrauß. Foto: Marion Bulla - © Marion Bulla
Will liebevoll überrascht werden: Rosie Beckmeier hat Geburtstag und bekommt von Gatte Friedrich-Wilhelm Höcker nur einen zerrupften Trockenblumenstrauß. Foto: Marion Bulla (© Marion Bulla)

Versmold. Bereits im März hatten die Hobby-Schauspieler ihr Programm in der Parkvilla präsentiert. Und dass mit einem solch großen Erfolg, dass Jörg Schmidt, Regisseur der begabten Truppe, sich entschloss, die Sketche noch einmal zu zeigen. Das Konzept, Humor und Gaumenschmaus im Wechsel zu bieten, kommt bei den Gästen ziemlich gut an. Die beiden Vorstellungen (Samstag und Sonntag) waren ruckzuck ausverkauft.

Bevor die Vorspeise (Kürbissuppe) vom Küchenteam der Parkvilla um Jan Henrik Daniel serviert wird, kommen die Akteure auf der improvisierten Bühne zum Zuge. Jörg Schmidt ist leidenschaftlicher Fußballfan. Seine Mannschaft hat heute ein wichtiges Spiel, das er natürlich nicht verpassen möchte. Doch ausgerechnet jetzt muss er mit seiner Gattin (Julia Strangmann) zum Theater. Letztere weiß genau, wie ihr Ehemann tickt. „Ich nehme mal vorsichtshalber Schmerztabletten mit. Nicht, dass er noch auf dumme Gedanken kommt“, sagt sie in weiser Voraussicht. Denn genau das hatte Schmidt vor: Auf krank machen, um wenigstens noch die Sportschau sehen zu können. Blöd gelaufen.

Zerrupfte Trockenblumen statt liebevoller Überraschung

Auch Friedrich-Wilhelm Höcker hat es nicht leicht. Seine bessere Hälfte (Rosie Beckmeier) hat Geburtstag und ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie der zu feiern ist. Sie möchte liebevoll überrascht werden. Damit kann ihr Mann leider nicht dienen. Mit wirrem Haar und Schlafanzug schlurft er zu ihr an den Frühstückstisch und übergibt einen zerrupften Trockenblumenstrauß.

„Ich habe geträumt, du sitzt auf der Stromleitung und singst mir ein Lied“, erklärt seine Frau ihm. Der Gatte verzieht das Gesicht und bemerkt: „Herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe heute gibt es keinen Schmorbraten“, dreht sich um und die Zuschauer brechen in Gelächter aus. Der Grund: zwei schwarze Streifen am Hinterteil.

Nach dem Genuss von Rotkohl mit Rouladen geht es weiter mit den lustigen Sketchen. Frau Quak (Julia Strangmann) und Sohn Wolfgang (Jörg Schmidt) haben ganz andere Probleme. Er ist Geigenspieler und sein »Stinkefinger« schmerzt. „Wolfgang macht spiritistische Musik. Immer, wenn er spielt, klopft es an die Wand“, gibt die Mutter stolz von sich. Er habe eine Geigenhalskontakt-Allergie, das sogenannte »Violina Kontaktis«, diagnostiziert der Arzt (Helge Widany) und fügt an, Wolfgang solle besser nicht mehr spielen. Und dass sagt der Doktor nicht ganz ohne Eigennutz, denn er ist der genervte Nachbar.

Wenn Jesus ein Rottweiler ist

Ein echter Brüller ist auch der Papagei, der dem Einbrecher erzählt: „Ich sehe dich und Jesus sieht dich auch.“ Zunächst nimmt der Dieb das ganz gelassen hin. Erst, als er mitbekommt, dass Jesus ein Rottweiler ist, wird er nervös und sucht das Weite.

Die Szene im Klassenzimmer bildet wohl den Höhepunkt. Hier spielen fast alle Darsteller mit. Hella Cordlandwehr verzweifelt als Lehrerin. Sie muss einen Tag der offenen Tür organisieren und bekommt echte Zweifel ob der kuriosen Ideen ihrer Schüler. Etwa der Aufsatz über Elefanten, den Bengt verfasst hat. „Die haben doch sechs Beine. Vier und zwei Elfenbeine“, sagt der Schüler mit dem Brustton der Überzeugung. Den sollte er wohl besser nicht halten.

Nach knapp drei Stunden perfekter Unterhaltung im Mix mit kulinarischen Köstlichkeiten gibt es heftigen Applaus für die Leistung des Ensembles.

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