Mutter von Constanze K. sagt im Mordprozess aus: Nach der Beziehung begann der Terror

Marc Pesch

Vor dem Landgericht: Zum Prozessauftakt verhüllte sich der Angeklagte. Archivfoto: Simon Janßen - © Simon Janßen
Vor dem Landgericht: Zum Prozessauftakt verhüllte sich der Angeklagte. Archivfoto: Simon Janßen (© Simon Janßen)

Versmold/Düsseldorf. Die Mutter von Constanze K. erklärte, der Angeklagte habe ihre Tochter schon Monate vor der Tat verfolgt und bedroht. Der 32-Jährige aus Meerbusch wollte sich auch am Donnerstag zu den Vorwürfen nicht äußern.

Begleitet von einer Betreuerin der Justiz wurde die Mutter der getöteten jungen Frau in den großen Schwurgerichtssaal des Düsseldorfer Landgerichts gebracht. Gefasst schilderte die 56-Jährige das dramatische Geschehen bis zu den tödlichen Schüssen Ende April dieses Jahres. „Erstmals hat sie uns im Sommer 2016 von Herrn H. erzählt", sagte die Zeugin. „Die beiden hatten sich über eine Dating-App kennengelernt. Sie hat uns davon berichtet, dass er mal Kandidat bei DSDS war und mittlerweile Jura studieren würde."

"Für uns ist nichts, wie es einmal war"

In der Folgezeit habe sich die Beziehung zunächst normal entwickelt. „Am 1. Januar 2018 sind die beiden in Meerbusch zusammengezogen." Lange hielt die Beziehung allerdings nicht. Im Oktober 2018 machte die junge Frau per Whats-App mit ihrem Freund Schluss – danach begann ein regelrechter Terror. „Es gab immer wieder Anrufe oder Nachrichten, auch auf meinem Handy", so die Mutter des späteren Opfers. In einer Whats-App-Nachricht, die im Prozess verlesen wurde, stellte der Angeklagte seine Ex-Freundin als undankbar dar. Er habe immer alles für sie getan, kurz nach ihrem Auszug sei sie schon mit einem anderen Mann ins Bett gegangen, er habe das alles nicht verdient.

Anfang 2019 kam es dann in der Wohnung des Angeklagten zu einer Aussprache. Hier erklärte die gelernte Sozialarbeiterin nach Angaben ihrer Mutter, dass sie einen neuen Mann kennengelernt habe. „Daraufhin hat der Angeklagte wohl direkt den Blick verändert, ist mit einem Messer auf meine Tochter losgegangen und wollte sie vergewaltigen." Nachbarn hätten schließlich die Polizei gerufen. „Seit der Tat ist für uns jedenfalls nichts, wie es einmal war."

Zwei weitere Zeuginnen tragen nicht zur Aufklärung bei

Zum eigentlichen Tatgeschehen Ende April wurden am Donnerstag auch zwei unmittelbare Zeuginnen des Mordes gehört. Dabei handelte es sich um zwei Floristinnen, die am Tattag in dem betroffenen Blumenladen auf der Gladbacher Straße in Neuss gearbeitet hatten. Viel konnten sie allerdings nicht zur Aufklärung beitragen. Beide hatten Schüsse gehört, danach ging für sie alles ganz schnell – keine von beiden war in der Lage, den Angeklagten als Täter und Todesschützen zu identifizieren.

Am Mittwoch, 20. November, wird das Verfahren fortgesetzt. Dann soll ein Rechtsmediziner als Zeuge Angaben zu den tödlichen Verletzungen des Opfers Constanze K. machen.

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