Versmolder machen ihrem Ärger über schlechte Busverbindungen Luft

Guter Nahverkehr sieht anders aus: Fachleute informieren über die Buslinien nach Gütersloh und Warendorf. Sie greifen dabei Kritik auf. Und es gibt neue Erkenntnisse

Rita Sprick

Von Versmold aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Warendorf oder Gütersloh zu kommen, ist gar nicht so einfach.  - © Marc Uthmann
Von Versmold aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Warendorf oder Gütersloh zu kommen, ist gar nicht so einfach.  (© Marc Uthmann)

Versmold. Im Haus der Familie gab es für Bürger jetzt die Gelegenheit, ihrem Frust über Busverbindungen nach Gütersloh und Warendorf Luft zu machen. Nach Informationen der AWO soll es vor Ort schon länger unzufriedene Pendler geben. Der Ortsvereinsvorsitzende Udo Brune nahm die Kritik zum Anlass, Heiko Rusche vom Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe und Helmut Südmersen vom Zweckverband Münsterland zu einer Info-Veranstaltung einzuladen. Es entwickelte sich ein reger Austausch zwischen den Besuchern und den zwei Diplom-Geografen.

Die meisten Gäste waren unzufrieden mit der Buslinie 312 nach Warendorf. „Wir haben in Versmold kein Krankenhaus mehr und müssen nach Warendorf. Außerdem sind dort viele Bürger in Behandlung. Aber zum Ärztezentrum an der Dr.-Rau-Allee und am Krankenhaus zu kommen ist schwierig", erklärte eine Frau ihren Eindruck. Sie beklagte auch den 700 Meter langen Fußweg von der Bushaltestelle zum Krankenhaus und beschreibt ihn für Ältere und Behinderte als zu beschwerlich. Udo Brune schlug vor, eine neue Route auszuarbeiten. Helmut Südmersen nahm die Vorschläge auf, gab aber zu bedenken, dass Änderungen eine Vorlaufzeit von fast 30 Monaten benötigten und die Umsetzung einige Zeit dauere.

Bulli auf Abruf teuer und unzuverlässig

Helmut Südmersen vom Zweckverband Münsterland (von links) und Heiko Rusche vom Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe standen Rede und Antwort zu Busverbindungen nach Gütersloh und Warendorf auf Einladung des AWO Vorsitzenden Udo Brune. - © Rita Sprick
Helmut Südmersen vom Zweckverband Münsterland (von links) und Heiko Rusche vom Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe standen Rede und Antwort zu Busverbindungen nach Gütersloh und Warendorf auf Einladung des AWO Vorsitzenden Udo Brune. (© Rita Sprick)

Eine andere Frau schilderte den Versuch, per Schulbus nach Warendorf zu gelangen. „Der Linienbetreiber hat mir gesagt, das sei aus versicherungstechnischen Gründen nicht machbar", erzählte sie. Darauf entgegnete Südmersen: „Es gilt die Beförderungspflicht. Der Bus muss sie mitnehmen, es sei denn, er ist voll mit Schülern".

Kritik gab es auch am Taxibus, einer Ergänzung auf der Linie 312. Er kommt auf Abruf und fährt von Sassenberg nach Warendorf. Ebenso kann er 30 Minuten vor Abfahrt zum Versmolder ZOB bestellt werden. „Der fährt nicht nach Bustarif, ist nicht immer verfügbar, nimmt für die Anfahrt vier Euro und den Taxitarif von 2,10 Euro pro Kilometer", stellte eine Frau fest. Südmersen sieht darin einen Verstoß und will sich darum kümmern.

Es gibt aber auch Gutes zu berichten

„Wir wollten per Bus zum Gütersloher Kino fahren. Konnten aber nur bestimmte Filme ansehen, weil wir sonst den letzten Bus nach Versmold nicht bekommen hätten", kritisierte die Versmolder SPD-Fraktionsvorsitzende Liane Fülling den Fahrplan der Linie 71 besonders am Wochenende. Eine andere wünschte sich, auf dieser Linie im Berufsverkehr morgens und abends den Schnellbus stündlich fahren zu lassen.

Udo Brune, der auch Fleischer ausbildet, freute sich derweil über das Azubi-Ticket, zu dem Betriebe einen Zuschuss zahlen. „Die Auszubildenden müssen sechs Mal im Monat zur Berufsschule nach Rheda-Wiedenbrück. Pro Fahrt würden sie sonst rund 23 Euro zahlen. Fürs Monatsticket zahlen sie nur 62 Euro", beschreibt er die Vergünstigung und Rusche fügte hinzu, das Angebot sei gut angenommen worden.

Die Anwesenden wünschten sich eine bessere Vermarktung neuer Beförderungsangebote und Infos im Bürgerbüro über Fahrgelegenheiten in die Nachbarstädte. Schließlich informierte Südmersen darüber, dass es Auskünfte zur Linie 312 montags bis freitags von 6 bis 22 und samstags von 7 bis 14 Uhr unter Telefon (0 18 60) 66 08 70 85 sowie unter www.bubim.de gibt.

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