Interaktive Karte: Hier wird im Kreis Gütersloh besonders oft eingebrochen

Fast 200 Einbrüche und Einbruchsversuche in Häuser und Wohnungen gab es bis Mitte Oktober bereits. Die Polizei Gütersloh bietet das ganze Jahr eine Beratung vor Ort an.

Irja Most

Symbolbild - © Andreas Frücht
Symbolbild (© Andreas Frücht)

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Kreis Gütersloh. Eine gute Infrastruktur ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern hat auch ihre Schattenseite. Denn Einbrecher wissen den Wert einer guten Anbindung durch Autobahnen und anderen Hauptverkehrsadern ebenso zu schätzen. Ein Blick auf die interaktive Karte, in der die begangenen Einbrüche und Versuche in diesem Jahr verzeichnet sind, macht dies sichtbar.

Die Karte zeigt, dass bestimmte Gebiete im Kreis Gütersloh deutlich häufiger von Dieben heimgesucht werden als andere. Vor allem entlang der A2 ballen sich die Einbrüche in Gütersloh, mit 100.000 Einwohnern größte Stadt im Kreisgebiet. Hier gab es bereits mehr als 80 Delikte. Die zweitgrößte Stadt Rheda-Wiedenbrück mit knapp 50.000 Einwohnern ist entsprechend zweithäufigstes Ziel mit gut 30 Fällen. „Autobahnen, Bundes-, Land- und Kreisstraßen spielen natürlich immer eine Rolle bei Einbrüchen, um schnell wieder wegzukommen", erläutert Katharina Felsch, Pressesprecherin und Polizeioberkommissarin bei der Polizei in Gütersloh. In den größeren Städten würde generell häufiger eingebrochen, da sich die Täter hier eher im Schutz der Anonymität bewegen könnten.

Besonders viele Einbrüche im Mai

Die meisten Einbrüche gab es Im Mai bis Anfang Juni mit 28. Dabei war hier eine ferienfreie Zeit. Dicht darauf folgt der August mit 27 Fällen. Da waren Sommerferien. Platz drei fällt auf den April mit 25. Hier waren in der zweiten Monatshälfte Osterferien. Und auch im Juli, ebenfalls in der zweiten Hälfte Sommerferien, und September zählen noch mehr als 20 Fälle mit 24 bzw. 23 Einbrüchen. Warum im Mai die meisten Einbrüche erfolgten, ist nach Einschätzung von Felsch eher Zufall. Denn die dunkle Jahreszeit sei immer noch erfahrungsgemäß die einbruchstärkste.

Die kleineren Orte im Kreis Gütersloh trifft es unterschiedlich stark. Weniger im Fokus von Kriminellen sind Herzebrock-Clarholz, Rietberg und Harsewinkel. Bei den an der A33 gelegenen Kommunen fällt auf, dass Schloß Holte-Stukenbrock weniger interessant für Diebeszüge zu sein scheint als Steinhagen. Im Fall Schloß Holte-Stukenbrock könnte die Sperrung der Zu- und Abfahrten für Bauarbeiten ab Juni ein Hindernis gewesen sein. Zweifelsfrei bestätigen kann die Polizei dies aber nicht.

Insgesamt verzeichnet die Polizei rückläufige Einbruchszahlen. Waren es 2017 noch fast 500, sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 340. Gemessen an den im wöchentlichen Einbruchradar von der Polizei veröffentlichen Fällen waren es bis Mitte Oktober in diesem Jahr 196 Delikte. „Wir erwarten, dass die Zahlen weiter zurückgehen", so Felsch. Genaue Angaben darf sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen, um der jährlichen Statistik nicht vorzugreifen.

Menschen rufen häufiger Polizei an

Den Rückgang der Delikte führt Felsch darauf zurück, dass die Menschen zunehmend für Einbruchschutz sensibilisiert seien. Die Hemmschwelle bei der Polizei anzurufen, um verdächtige Beobachtungen mitzuteilen, sei zudem gesunken.

Die Täter kämen vielfach aus der Region, erklärt die Polizeipressesprecherin. Ein massives Problem mit Einbrecherbanden wie vor einigen Jahren, die weitere Wege zurücklegten, gäbe es aktuell nicht mehr. 2016 hatte es aufgrund deutlich gestiegener Zahlen von Wohnungseinbrüchen die sogenannte Aachener Erklärung gegeben. Hier hatten Deutschland, Belgien, die Niederlande sowie die angrenzenden Bundesländer NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz mehr Zusammenarbeit und Schwerpunktkontrollen an Autobahnen vereinbart.

Mit der Kampagne „Riegel vor" wird die Polizei Gütersloh in diesem Jahr wieder mit einer Aktionswoche ab dem 27. Oktober Beratung zum Thema Einbruchschutz anbieten.

Darüber hinaus besteht bei der Polizei Gütersloh das ganze Jahr die Möglichkeit, die eigene Wohnung bzw. das eigene Haus von einem Polizeibeamten unter die Lupe nehmen zu lassen, um sich bestmöglich abzusichern. Weitere Informationen und Kontakt zur Polizei gibt es unter der Telefonnummer 0 52 41/ 86 90.

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