Drei Investoren im Rennen um die neue Polizeiwache Versmold

Neben dem Vorschlag der Stadt ist unter anderem das Gelände von Gerschäftsmann Ekkehard Risken eine Option. Der Konkurrenzkampf wird spannend

Marc Uthmann

Spannende Fläche: Das 6.000 Quadratmeter große Gelände von Ekkehard Risken zwischen Gestermannstraße und Westheider Weg. - © Marc Uthmann
Spannende Fläche: Das 6.000 Quadratmeter große Gelände von Ekkehard Risken zwischen Gestermannstraße und Westheider Weg. (© Marc Uthmann)

Versmold. Eine Fläche von 6.000 Quadratmetern im Herzen von Versmold, auf ihr steht ein großes Holzgerüst. Bis vor einigen Monaten hatte Ekkehard Risken hier mit seinen Plänen für ein Ärztehaus geworben, die sind jedoch längst gestorben (das HK berichtete). Doch nun hat der clevere Geschäftsmann offenbar ein neues Eisen im Feuer.

„Es laufen derzeit Gespräche, zwei Bewerber haben eine Voranfrage gestellt", sagt Risken dem Haller Kreisblatt auf die Frage, was denn nun mit seiner Filetfläche passieren soll. Klar ist: Er möchte sie mittlerweile verkaufen. Doch wäre der Versmolder immer noch glücklich, wenn auf diesem Gelände nicht nur eines der üblichen Wohnbauprojekte umgesetzt würde, sondern ein Bauwerk mit öffentlicher Bedeutung entstünde.

„Meine Fläche liegt im vorgegebenen Zielgebiet"

Will verkaufen: Ekkehard Risken. - © Silke Derkum-Homburg
Will verkaufen: Ekkehard Risken. (© Silke Derkum-Homburg)

„Ich würde die Fläche auf zwei Mal 3.000 Quadratmeter aufteilen, auf einer könnte dann ein solches öffentliches Projekt umgesetzt werden", orakelt Risken zunächst. Konkret angesprochen auf die Polizeiwache bestätigt er dann, dass diese eine Option sei: „Meine Fläche liegt im Zielgebiet, dass die Polizei vorgegeben hat. Aber ein Investor müsste Klarheit haben, ob das Projekt zustande kommt. Das Verfahren ist nicht einfach."

Damit spielt der Geschäftsmann auf den Bieterwettbewerb an, den die Kreispolizeibehörde ausgerufen hat. Einer seiner Interessenten gehört zum Kreis der Aspiranten, die eine neue Wache in Versmold bauen und an die Polizei vermieten würden. „Es sind bei uns drei finale Angebote eingegangen", sagt Werner Thimm, bei der Kreispolizei Leiter der Direktion Zentrale Aufgaben. „Damit sind wir sehr zufrieden." Die Offerten würde nun von einem damit beauftragten Ingenieurbüro geprüft, die Entscheidung soll zeitnah fallen. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr einen Mietvertrag unterschreiben können", sagt Thimm.

Neben Riskens Investor hat wie berichtet die Stadt selbst ihr Interesse bekundet (siehe Kasten), hinzu kommt ein dritter Bewerber – „alle drei bieten unterschiedliche Flächen an", verrät Werner Thimm und betont: „Das Angebot der Stadt werden wir nach den gleichen Kriterien wie die der anderen auch bewerten." Generell stellt die Polizei hohe Anforderungen: „Ziel bleibt es, zum 1. Januar 2021 von der bisherigen Wache an der Bachstraße als Mieter in das vom Investor errichtete Gebäude umzuziehen, erklärt der Direktionsleiter. „Spätestens zum 1. Juli 2021 wollen wir das aber geschafft haben." Das Projekt sei durchaus „ein Meilenstein" für die Kreispolizeibehörde, nicht zuletzt, weil sie diesmal nicht mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) zusammenarbeite, sondern das Projekt in Eigenregie betreibe.

Risken hofft bis Mitte November auf eine Entscheidung

Hat drei Bewerber: Direktionsleiter Werner Thimm. - © Polizei
Hat drei Bewerber: Direktionsleiter Werner Thimm. (© Polizei)

Ekkehard Risken würde seine Fläche gern für diesen Zweck verkaufen und künftig vom Westheider Weg aus auf eine Polizeiwache blicken – bis Mitte November hofft er auf eine Entscheidung. Die andere Hälfte seines Filetstücks könnte derweil an einen Investor aus dem Bereich betreutes Wohnen gehen.

Dass es auf dem Gelände kein Ärztehaus geben wird, hält er weiter für eine verpasste Gelegenheit: „Das wäre für die Stadt schön gewesen und hätte vor allem den Patienten kurze Wege gesichert." Doch nach zwei Jahren erfolgloser Vermarktung habe er das Projekt letztlich eingestellt: Die Mediziner wollten einfach nicht."

„Das Grundstück gehört uns und es bietet sich an"

- „Wir haben unser finales Angebot abgegeben und warten auf die Entscheidung", bestätigt Bürgermeister Michael Meyer-Hermann auf Anfrage des Haller Kreisblattes.

- Wie berichtet hat die Stadt 2,95 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt und als potenzielle Investorin ihren Hut in den Ring geworfen.

- „Wir machen mit, weil uns das Projekt wichtig ist und wir hoffen, dass es schnell realisiert werden kann", so Meyer-Hermann. Denn es habe bereits ähnliche Ausschreibungen gegeben, auf die zunächst kein Investor reagierte.

- In diesem Fall buhlen gleich drei Interessenten um den Auftrag – die Stadt bleibt bis zum Ende dabei. „Wir haben schon Planungskosten und wollen uns auch die Möglichkeit erhalten, den Bau umzusetzen", erklärt der Bürgermeister und betont: „Rentieren würde sich das Projekt für uns."

- Die Stadt würde auf dem Gelände neben der Feuerwache bauen, die Erschließung liefe über den Brüggenkamp und die Schulstraße – über die Gestermannstraße wäre das Zentrum schnell erreichbar. „Das Grundstück gehört uns und es bietet sich an", so Meyer-Hermann.

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