An dieser Stelle sind in Oesterweg weitere Bauplätze möglich

Dort, wo heute Baumschule und Gärtnerei sind, könnte langfristig neuer Wohnraum entstehen. Kurzfristig werden mit der Bebauungsplanänderung zwei andere wichtige Punkte geregelt

Tasja Klusmeyer

Neue Nutzung: Dort, wo der Dirksgraben verläuft, wird ein Fußweg angelegt. - © Stadt Versmold
Neue Nutzung: Dort, wo der Dirksgraben verläuft, wird ein Fußweg angelegt. (© Stadt Versmold)

Versmold. Bereits vor gut vier Jahren stieg die Stadt ins Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes Nummer 1 im Ortsteil Oesterweg ein. Dies betrifft Teile der Taubenstraße und Kanarienstraße, wo perspektivisch auf bisher gewerblich genutzten Flächen Wohnbebauung möglich sein soll. Zudem geht es der Stadt darum, entsprechend dem bereits erfolgten Straßenendausbau öffentliche Verkehrsanlagen in dem Plangebiet festzusetzen. Alles so weit unkritische Punkte, über die bereits Anfang des Jahres in der Bürgerbeteiligung gesprochen wurde.

In der Zwischenzeit fand die Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Das beauftragte Planungsbüro Tischmann/Loh stellte jetzt Ergebnisse und den aktuellen Stand im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss vor. Immissionsrechtlich sind die beiden kniffligen Stellen (Verkehr der Oesterweger Straße und metallverarbeitender Betrieb an der Taubenstraße) aus Sicht der Planer unbedenklich beziehungsweise lösbar.

Graben soll verrohrt werden

Vor allem ein kleiner Graben rückte zuletzt in den Fokus der Planer. Auf einer Länge von 20 bis 25 Metern ist der als Vorfluter dienende Dirksgraben zwischen Taubenstraße und Baugebiet am Bekassinenweg zurzeit offen – und kann somit nicht als Fuß-/Rad-wegeverbindung genutzt werden. Das abrupte Ende des Fußweges vor dem Dirksgraben möchte die Stadt ändern und die Fortführung im Zuge der anstehenden Bebauungsplanänderung festsetzen.

So könnte sich Oesterweg entwickeln: Wohnbebauung wäre – zumindest rein planerisch – auf diese Weise an Tauben- und Kanarienstraße denkbar. - © Stadt Versmold
So könnte sich Oesterweg entwickeln: Wohnbebauung wäre – zumindest rein planerisch – auf diese Weise an Tauben- und Kanarienstraße denkbar. (© Stadt Versmold)

„Ein heikles Thema", gestand Friedrich-Wilhelm Möhlmann aus dem Bauamt, wohlwissend, dass Verrohungen von Gewässern nicht einfach umzusetzen seien und es eine entsprechende Zustimmung der Unteren Wasserbehörde brauche. Inzwischen hat die Stadt Versmold das Signal vom Kreis Gütersloh bekommen, dass eine Verrohung des Dirksgraben an der Stelle möglich sei.

Spielplatz wird verkleinert

„Die Ausführung muss noch abgestimmt und beantragt werden", informierte Möhlmann die Politik. Zum Ausgleich fordert die Behörde die Freilegung der Grabenführung an anderer Stelle in „mindestens gleichem Umfang". Einen Vorschlag dafür hat die Stadt dem Kreis vorgelegt. Sie plant, den Dirksgraben nahe der Wilhelm-Raabe-Straße aufzuweiten und damit aufzuwerten.

Einstimmig votierte die Politik dafür, mit der vorgelegten Bebauungsplanänderung in den nächsten Verfahrensschritt, die Offenlage, zu gehen. Umstritten war allerdings die Spielplatzverkleinerung. Die Fläche an der Wachtelstraße soll geteilt und hälftig in einen Bauplatz umgewandelt werden. Die SPD möchte das nicht, die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung. Die Mehrheit aber folgte der Empfehlung der Verwaltung.

Zunächst war geplant, den westlichen Teil des Grundstücks als Bauplatz auszuweisen. Dort befindet sich allerdings eine große Kastanie, die bei einer Bebauung wahrscheinlich nicht zu erhalten wäre. Entsprechend sollen die Flächen jetzt getauscht werden: Spielplatz im Westen, Baugrundstück im Osten.

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