Nach der Insolvenz: Für Menzis Mitarbeiter hat sich vieles verändert

Auf der Anuga: Der Rila-Geschäftsführer zieht nach rund einem Jahr mit dem Neuling in der Unternehmensgruppe Bilanz.

Melanie Wigger

Rila-Geschäftsführer Bernd Richter hat Menzi neu aufgestellt. - © Melanie Wigger
Rila-Geschäftsführer Bernd Richter hat Menzi neu aufgestellt. (© Melanie Wigger)

Versmold-Bockhorst. Eineinhalb Jahre nach der zweiten Insolvenz ist der Bockhorster Suppenherstellers in der Unternehmensgruppe Rila angekommen, sagt Geschäftsführer Bernd Richter: „Menzi hat bei uns ein neues Zuhause gefunden. Das Unternehmen passt gut zu uns." Menzis neuste Speisen – zum Beispiel Porridge im Glas – werden zwischen weiteren Rila-Angeboten auf der Kölner Lebensmittelmesse Anuga präsentiert.

„Wir waren für die Mitarbeiter ein Kulturschock"

Der Feinkost-Importeur aus dem ostwestfälischen Stemwede profitiert durch den Zusammenschluss nicht nur mit Blick auf die erweiterte Produktpalette, sondern auch durch den zusätzlichen Produktionsort.

Und nicht nur das: Auf einem Luftbild des Versmolder Standortes zeigt Bernd Richter, was die Zukunft für den Bockhorster Standort bringen könnte. Denn auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände ist neben der ersten Halle und dem gleich großen Anbau durchaus noch Platz für eine dritte Halle. „Das ist gut", sagt Richter mit einem Lächeln. Konkret geplant sei jedoch noch nichts.

Platz für eine weitere Produktionshalle: Der Rila-Geschäftsführer könnte sich vorstellen, auf der Wiese hinter dem Menzi-Gebäude einen Anbau zu errichten. - © Nicky Seidenglanz / Seidenglanz Images
Platz für eine weitere Produktionshalle: Der Rila-Geschäftsführer könnte sich vorstellen, auf der Wiese hinter dem Menzi-Gebäude einen Anbau zu errichten. (© Nicky Seidenglanz / Seidenglanz Images)

Bereits seit der Unternehmensübernahme im August 2018 hat sich viel bei Menzi getan: Nach dem Investitionsstau der vorherigen Jahre wurde das Unternehmen erst einmal technologisiert. Abläufe wurden schneller und einfacher. Eine große Umstellung für das Personal, sagt Richter.

Trotz der Automatisierung von Arbeitsschritten wurde die Belegschaft nicht verkleinert. Auch nach Ablauf der einjährigen Verpflichtung zum Erhalt der Arbeitsplätze werde nicht reduziert, versichert Richter: „Im Gegenteil. Wir haben sogar ein bisschen aufgestockt. Es ist eine stabile Mannschaft."

Eine positive Bilanz, auch wenn der Start holprig war, erinnert sich der Unternehmer: „Wir stellten uns als ein mittelständisches Familienunternehmen vor und erfuhren dann, dass unser Vorgänger die gleichen Begrüßungsworte gewählt hatte."

Schon vor der Übernahme gab es Berührungspunkte zwischen den beiden Unternehmen: Nicht nur, dass Rila schon nach der ersten Insolvenz Interesse bekundet hatte. Zudem warb das Stemweder Unternehmen damals den zuvor von Menzi unter Vertrag genommen TV-Koch Johann Lafer ab – beziehungsweise dessen Suppenfonds.

Das habe jedoch nicht zu Menzis Insolvenz geführt, sagt Richter. Unternehmen in der Größenordnung hätten es generell schwer. Doch bei Menzi kristallisierte sich nach der Übernahme noch ein weiteres Problem heraus. „Am Anfang waren wir für die Mitarbeiter ein Kulturschock", so Richter, „denn bei uns geht es immer um Effizienz. Das gab es bei Menzi bis dahin nicht." Mittlerweile sei dieser Wandel angekommen.

Und damit fühlen sich auch die Mitarbeiter wohl, bestätigt Sebastian Milberg. Der Produktentwickler bei Menzi weiß den neuen Unternehmensstil zu schätzen: „Es ist alles deutlicher besser und strukturierter geworden." Der gelernte Koch hat für seinen Arbeitsbereich mehr Möglichkeiten bekommen. „Damals fehlten oft die finanziellen Mittel." Nun kann er mit seinem Kollegen in der Versmolder Unternehmensküche Rezepte entwickeln, die im Idealfall in die Großproduktion gehen. Neue Ideen dafür liefert die Anuga reichlich.

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