Mord in Neuss: Prozessbeginn steht jetzt fest

Fall Constanze K.: Der Angeklagte soll der 27-Jährigen mit einem geladenen Revolver aufgelauert haben

Marc Uthmann

Tatort: Das Blumengeschäft in Neuss. - © Blaulicht Aktuell Solingen
Tatort: Das Blumengeschäft in Neuss. (© Blaulicht Aktuell Solingen)

Versmold/Düsseldorf. Am 4. April hatte er die einstweilige Anordnung eines Kontaktverbotes zugestellt bekommen – nur 22 Tage später tötete der damals 31-jährige Angeklagte seine aus Versmold stammende Ex-Freundin Constanze K. (27) in Neuss. Das wirft die Staatsanwaltschaft dem mutmaßlichen Täter vor. Doch die Ermittlungen brachten noch mehr ans Licht: In dem Prozess, der am 30. Oktober vor dem Landgericht Düsseldorf beginnt, geht es auch um schweren sexuellen Missbrauch und versuchte Vergewaltigung.

Die Liste der Zeugen in diesem Prozess ist lang und die intensiven Ermittlungen haben noch einen weiteren Vorwurf zu Tage gefördert. So soll sich der Angeklagte bereits am 12. Juli 2016 – also knapp drei Jahre vor dem Mord an Constanze K. – an einer anderen Frau, seiner damaligen Lebensgefährtin B., vergangenen haben. Er zerrte sie demnach in das Badezimmer seiner Wohnung in Meerbusch, verschloss die Tür und zwang sie zu sexuellen Handlungen. Mit der Drohung, sie andernfalls zu vergewaltigen.

Nachdem die Beziehung zu Constanze K. beendet war und diese einen neuen Freund hatte, soll der Angeklagte am Nachmittag des Neujahrstages 2019 in seiner Wohnung versucht haben, die Versmolderin zu vergewaltigen. Wie berichtet, verbuchte die herbeigerufene Polizei den Einsatz zunächst unter häuslicher Gewalt – der Angeklagte soll Constanze K. gewürgt haben, ehe sie ihn gebissen habe, um sich zu befreien.

Angeklagter ist verhandlungsfähig

Die junge Frau erwirkte daraufhin ein Kontaktverbot, demnach hätte sich der Angeklagte ihr nicht nähern dürfen. Doch laut Staatsanwaltschaft lauerte der damals 31-Jährige ihr am 26. April gegen 10.20 Uhr mit einem geladenen Revolver Smith-&-Wesson auf. Er habe das Ziel gehabt, sie zu vergewaltigen und im Anschluss zu töten, heißt es in der Anklage.

Constanze K. konnte laut Staatswaltschaft zunächst fliehen, doch der Angeklagte soll bereits auf der Straße mehrere Schüsse auf sie abgegeben haben. Er verfolgte sie demnach und schoss aus kurzer Distanz weiter auf sie, nach Angaben der Polizei in einem Blumenladen. Die junge Versmolderin erlitt insgesamt vier Schussverletzungen im Kopf-, Hals-, Brust- und Schulterbereich, an denen sie kurze Zeit später trotz Rettungsmaßnahmen im Lukas- Krankenhaus in Neuss verstarb.

Im Anschluss soll sich der Angeklagte auf die in der Nähe des Blumenladens gelegenen Bahngleise gelegt haben, wo er von einem Güterzug erfasst und schwer verletzt wurde. Wie berichtet, soll in einem nahen Gebüsch eine Waffe gefunden worden sein. Ob es sich dabei um den Smith-&-Wesson-Revolver gehandelt hat, wollte Landgerichts-Sprecherin Dr. Elisabeth Stöve auf Anfrage des Haller Kreisblattes nicht mitteilen. Sie bestätigte allerdings die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten, der mittlerweile im Rollstuhl sitzt. „Er befindet sich nicht mehr im Justizkrankenhaus Fröndenberg, sondern ganz normal in der JVA Düsseldorf", so die Sprecherin.

Der Prozess beginnt am 30. Oktober, bis zum 20. Januar sind insgesamt 14 Prozesstage angesetzt.

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