Immer mehr Verkehr auf wichtigem Schulweg in Versmold

An der Wersestraße entsteht Wohnraum für weit mehr als 100 Menschen. Zurzeit wird’s wegen der Baufahrzeuge oft eng. Es könnte knifflig bleiben

Tasja Klusmeyer

Schwieriges Durchkommen: Parkende Autos und rangierende Baustellenfahrzeuge führen auf der Wersestraße immer wieder zu unübersichtlichen Situationen. Vor allem Fußgänger und Radfahrer haben es da im Moment schwer. - © Tasja Klusmeyer, HK
Schwieriges Durchkommen: Parkende Autos und rangierende Baustellenfahrzeuge führen auf der Wersestraße immer wieder zu unübersichtlichen Situationen. Vor allem Fußgänger und Radfahrer haben es da im Moment schwer. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Die Rechnung ist simpel: mehr Anwohner, mehr Autos. Denn was auf der einen Seite gut ist für den Wohnungsmarkt, bedeutet auf der anderen Seite zusätzliche Belastungen für die Straßen im innerstädtischen Siedlungsgebiet. Der zunehmende Verkehr auf der Wersestraße ist das eine, der sich abzeichnende Parkdruck das andere. Man betrachte das „mit Sorge" sagt der städtische Fachbereichsleiter Dirk Niggemann auf Nachfrage des Haller Kreisblattes.

In der Sitzung des Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses hatte SPD-Frau Corinna Lüker das Thema angesprochen. Die Durchfahrtssituation bezeichnete sie als „katastrophal" und schilderte einen Fall, den sie persönlich erlebte und in dem kein Durchkommen mehr gewesen sei.

Erneuerung der Straße für 2022 geplant

Ähnliche Szenarien sind täglich zu beobachten: Im Begegnungsverkehr mit rangierenden Baufahrzeugen sowie parkenden Wagen am Straßenrand wird es oft knifflig, für Radler und Fußgänger gar gefährlich. Autos müssen auf den Gehweg ausweichen oder rückwärts fahren, um Gegenverkehr passieren zu lassen. Dirk Niggemann sagte der Politik zu: „Wir schauen uns das an."

Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass das Problem mit Ende der Bautätigkeiten nicht der Vergangenheit angehören werde. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Parkdruck noch stärker wird", sagt Niggemann vom HK aufs Thema angesprochen. Viele Wohneinheiten hätten in der Regel nur einen Stellplatz, aber oft zwei Autos. Dazu kommen Arztpraxen, Kita und Schule mit gewisser Besucherfrequenz.

Für 2022, wenn das Baugebiet am Aabachhof sowie die Mehrfamilienhausbebauung an der Wersestraße abgeschlossen sind, plant die Verwaltung die Erneuerung der Wersestraße ab Brücke bis zur Paracelsusstraße. In diesem Zuge soll auch über Verkehrsberuhigung und Parkraum gesprochen werden. „Man darf sich darunter aber nicht zu viel vorstellen", sagt Niggemann. Schließlich seien Baumaßnahmen auch immer abhängig von Eigentumsverhältnissen.

Parkplatz nur noch für Schulbesucher

Vor allem wegen der Sonnenschule mit mehr als 400 Schülern hat die Stadt die Wersestraße seit längerem im Blick. Der Schulweg vieler Kinder führt entlang der Straße oder über diese hinüber. Vor den Sommerferien führte die Verwaltung eine Befragung in der Elternschaft zum Schulweg durch. Nun, so Niggemann, würden die Fragebögen ausgewertet. Die Ergebnisse sollen Aufschluss geben, welche Gefahrensituationen Eltern sehen und wo sich möglicherweise Handlungsbedarf ergibt.

Ein Punkt, so Niggemann, könnte die rote Fahrbahnmarkierung an der Querungshilfe vor dem Schulparkplatz sein. Die führt immer wieder zu missverständlichen Situationen zwischen Autofahrer, Radler und Fußgänger. „Das ist nicht ganz ohne", gesteht der städtische Fachbereichsleiter.

Für »Schulfremde« verboten: Das neue Schild weist auf die Parkregelung an der Sonnenschule hin. Nicht alle halten sich daran. - © Tasja Klusmeyer
Für »Schulfremde« verboten: Das neue Schild weist auf die Parkregelung an der Sonnenschule hin. Nicht alle halten sich daran. (© Tasja Klusmeyer)

Im direkten Schulbereich hat die Stadt inzwischen für mehr Sicherheit gesorgt. Zusätzliche Parkplätze, neue Fahrbahnmarkierungen und eine Hol- und Bringzone sollen das Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten entspannen. Zudem hat die Stadt eine neue Beschilderung vorgenommen. Der Parkplatz ist ausschließlich Besuchern und Mitarbeitern der Schule vorbehalten.

Info

Kommentar: Die Folgen waren abzusehen

Die Schließung des Krankenhauses war ein schmerzlicher Einschnitt für die medizinische Versorgung vor Ort. Wohnbebauung schafft zumindest städtebaulich guten Ersatz und verschafft Luft auf dem Wohnungsmarkt.

Die Stadt sprach stets gerne von ihrem „Filetstück", das ganz nebenbei noch Geld in die Stadtkasse spülte. Während hingegen das Krankenhaus Millionendefizite brachte.

Mehr Anwohner bedeuten zwangsläufig mehr Autos in der Tempo-30-Zone. Mehr Häuser haben weniger Fläche zur Folge, die beispielsweise fürs Parken zur Verfügung steht. Die Nebenwirkungen, die sich nun zeigen, waren abzusehen und dürfen niemanden in Politik und Verwaltung überraschen.

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