Aus Frust über lahmes Internet: Unternehmer baut in Versmolds Zentrum neu

Peter Schober errichtet an der Nordfeldstraße einen Wohn- und Geschäftskomplex. Künftig wird er von dort aus mit Markenunterwäsche und Socken handeln

Marc Uthmann

Hier wächst ein Firmensitz: Peter Schober baut an der Nordfeldstraße. Foto: Marc Uthmann - © Marc Uthmann
Hier wächst ein Firmensitz: Peter Schober baut an der Nordfeldstraße. Foto: Marc Uthmann (© Marc Uthmann)

Versmold. Mit dem blauen Holzbau am Bockhorster Landweg hat Peter Schober bereits seine Spuren in der heimischen Wirtschaft hinterlassen. Und auch wenn er schon lange nicht mehr in der markanten Immobilie residiert, so heißt sein Unternehmen immer noch »Blue Jeans House KG«. Und dieser Betrieb wird künftig wieder deutlich sichtbarer.

„Im vergangenen Jahr haben wir die Planungen abgeschlossen", erzählt der 67-jährige Geschäftsmann dem Haller Kreisblatt. Zuvor stand eine Grundsatzentscheidung an. Denn seit Jahren hat Peter Schober beim Gartenbaubetrieb Pflanzen Meyer in Oesterweg zwei Hallen angemietet, steuert von dort sein Geschäft, den Handel mit Markenunterwäsche und Socken. Bis vor einem Jahr ausschließlich klassisch – mit hunderten Großkunden in Deutschland und der EU bis nach Bulgarien.

"Ich will nicht weiter darauf warten"

Doch der Einstieg in das Onlinegeschäft änderte die Rahmenbedingungen grundlegend: Denn die »Blue Jeans House Online GmbH« bietet im Netz über die verschiedensten digitalen Marktplätze an – und da muss es schnell gehen. „Gerade die verschiedenen Prime-Systeme verlangen es von uns, innerhalb von 24 Stunden zu liefern." Die dafür nötigen Rahmenbedingungen sieht Peter Schober in Oesterweg nicht gegeben: „Das Netz ist einfach zu schlecht. Und ich will nicht weiter darauf warten, bis das Kabel dorthin kommt, auch wenn die Stadt den Breitbandausbau angekündigt hat." Was die Versorgung mit schnellem Internet angeht, bescheinigt der Geschäftsmann, der vier Jahre in Österreich lebte und 2009 zurückkehrte, Deutschland „Steinzeit"-Niveau.

Beinahe hätte er Versmold verlassen und wäre nach Dissen gezogen, doch dann fand sich an der Nordfeldstraße doch noch eine zentrale Lösung: Peter Schober hat ein 2.500 Quadratmeter großes Grundstück gekauft und wird darauf einen Gebäudekomplex mit zwei Etagen und 600 Quadratmeter Nutzfläche errichten. Unten wird sich das geschäftliche Leben abspielen, oben entsteht eine Wohnung für den Unternehmer, der am neuen Standort knapp eine Million Euro investiert.

Die Hallen in Oesterweg wird er weiterhin nutzen – „aber wir sind dort an Kapazitätsgrenzen gestoßen", sagt Peter Schober. Umso wichtiger, dass sein neuer Stammsitz Lagerkapazitäten aufweist, zudem werden dort Verwaltung und EDV des bis zu zehn Mitarbeiter starken Betriebes untergebracht.

Ende Februar soll der Betrieb laufen

Dass der Bau jetzt so schnell aus dem Boden sprießt, war anfangs gar nicht selbstverständlich. „Es ist in diesen Tagen ja schwer, die Betriebe für die verschiedenen Gewerke zu finden", erklärt der Geschäftsmann. Nun hofft er, dass ihm die obere Etage Ende des Jahres bereits zur Verfügung steht. Gehandelt wird von der Nordfeldstraße aus 2019 aber nicht mehr: „Wir müssten ja noch mit der EDV umziehen – und das wäre vor dem Weihnachtsgeschäft nicht mehr umzusetzen", sagt Peter Schober. Voraussichtlich Ende Februar soll die neue Firmenzentrale ihren Betrieb aufnehmen.

Mit der Entscheidung, noch einmal zu investieren, ist der Modehändler zufrieden: „Es ist ein Schritt in die Zukunft." In jedem Fall wäre es Peter Schober zuzutrauen, auch am neuen Standort einen so markanten Eindruck zu hinterlassen wie einst in Bockhorst.

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