Politik stellt 2,95 Millionen Euro für Polizeiwache in Versmold bereit

Die Polizei in Versmold wird einen neuen Standort bekommen. Die Investorenfrage geht in die entscheidende Phase – auch die Stadt selbst beteiligt sich am Bieterverfahren. Und musste jetzt deshalb extra in den Sommerferien eine Ratssitzung einberufen. Denn: Montag ist Deadline

Tasja Klusmeyer

Polizeiwache Versmold an der Bachstraße - © Tasja Klusmeyer, HK
Polizeiwache Versmold an der Bachstraße (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Die Bedeutung ist für die Stadt groß. Um Fristen einhalten zu können, setzte die Verwaltung mitten in den Sommerferien einen Termin der Stadtvertretung an. Trotz Urlaubszeit waren die Plätze am Sitzungstisch – bis auf wenige Entschuldigungen – gefüllt. Bürgermeister Michael Meyer-Hermann nahm am Donnerstagabend in seinem Urlaub daran teil.

„Die Polizeipräsenz ist ein wichtiger Faktor für das Sicherheitsempfinden der Menschen in unserer Stadt", sagte der Verwaltungschef. Der Neubau bedeute die langfristige Bindung der Wache an den Standort und bessere Arbeitsbedingungen für die Beamten. Die Stadt sieht sich als verlässlicher Partner und ist bereit, dafür viel Geld in die Hand zu nehmen. „Der Neubau der Wache ist ein zentrales Zukunftsprojekt", begründet Meyer-Hermann diesen Schritt. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig, 2,95 Millionen Euro als außerplanmäßige Ausgabe im Haushalt bereitzustellen. Die Deckung ist aus vorhandener Liquidität gewährleistet.

„Wollen uns nicht in eine nachteilige Situation bringen"

Ob die Stadt am Ende Bauherrin wird und das Geld überhaupt ausgibt, steht damit noch nicht fest. Die Finanzierung ist wichtiger Teil der Bewerbungsunterlagen, die Versmold einzureichen hat. Bis Montag, 19. August, muss das erfolgt sein.

In den vergangenen Wochen hat die Stadt zusammen mit ihren Planern ein Neubauprojekt erstellt. An welchem Standort sie was genau bauen würde, wird noch nicht öffentlich gemacht – darüber wurde am Donnerstag hinter verschlossener Tür beraten. „Wir befinden uns im öffentlichen Ausschreibungsverfahren", so Bürgermeister Meyer-Hermann. Da gelte das Gebot der Verschwiegenheit. Die Stadt steht zudem im Wettbewerb mit privaten Investoren – über Details dazu oder die Anzahl der Konkurrenten dürfe sie nichts sagen. Über ihre konkrete Bewerbung ebenso nicht. „Wir wollen uns nicht in eine nachteilige Situation gegenüber anderen Bietern bringen." Bewusst dünn sei deshalb die Sitzungsvorlage gehalten.

Unabhängig von der Entscheidung, wer die Wache am Ende baue, das Wichtigste sei die Standortsicherung. Diese grundlegende Entscheidung ist bereits gefallen; das Landeskabinett gab grünes Licht. Das Gebäude an der Bachstraße ist in die Jahre gekommen – sowohl über Sanierung als auch über Neubau wurde längere Zeit gesprochen. Grundstück und Immobilie gehören dem Landesbetrieb BLB. Die Gespräche zwischen Kreispolizeibehörde, die Mieterin ist, und Eigentümer scheiterten im vergangenen Jahr. Nun plant die Polizei, das Gebäude von einem Investor bauen zu lassen. 450 Quadratmeter groß soll die Wache laut Ausschreibung werden und sich auf einem etwa 1.650 Quadratmeter großen Grundstück in zentraler Lage befinden.

Die Stadt kann diese Kriterien offenbar erfüllen und beschloss im April im Hauptausschuss, sich zu bewerben. Die erste Runde im Bieterverfahren hat sie geschafft und muss jetzt konkrete Pläne vorlegen. Eine abschließende Auftragsvergabe soll im Herbst erfolgen, damit Ende 2019 oder Anfang 2020 mit der Realisierung des Projekts begonnen werden kann. Einziehen in das neue Gebäude möchte die Versmolder Polizei gerne zum 1. Januar 2021.

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