3.000 Strohballen in Flammen - Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Fast 130 Feuerwehrkräfte waren in der Nacht zu Donnerstag in Sassenberg im Einsatz. Auch der Versmolder Löschzug rückte aus – und machte damit die 100 voll

Marion Bulla,Tasja Klusmeyer

Nächtlicher Großeinsatz: Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Feld voll in Flammen. Das Feuer drohte auf landwirtschaftliche Gebäude und Maschinen überzugreifen. Das konnte die Feuerwehr zum Glück verhindern. - © Feuerwehr Sassenberg
Nächtlicher Großeinsatz: Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Feld voll in Flammen. Das Feuer drohte auf landwirtschaftliche Gebäude und Maschinen überzugreifen. Das konnte die Feuerwehr zum Glück verhindern. (© Feuerwehr Sassenberg)

Versmold/Sassenberg. Das Jahr ist wieder einmal ein arbeitsreiches für die Kameraden der heimischen Feuerwehr. Um 0.33 Uhr am Donnerstag zählte der Versmolder Löschzug seinen 100. Einsatz in 2019. Auf insgesamt 188 kamen die Blauröcke der Kernstadt im vergangenen Jahr. Da hatte ein Brandstifter das Konto nach oben getrieben; zudem bescherten Sturmtiefs und die Trockenheit im Sommer viel Arbeit.

Letztere hat auch in diesem Jahr Auswirkungen. Ende Juli brannten in und um Versmold, wie berichtet, allein an einem Wochenende drei Mähdrescher und eine Ballenpresse. Die Hitzewelle ist zwar inzwischen längst abgeklungen; wirklich viel Niederschlag gab es aber seitdem nicht. Und so bleibt es auf den Feldern und in den Wäldern gefährlich trocken.

Schwierige Wasserversorgung

Die Ursache des Brandes in Versmolds Nachbarschaft Sassenberg sei laut Polizei „bislang ungeklärt", teilt die Behörde am Vormittag nach dem Brand mit. Gegen kurz vor halb eins gerieten demnach auf einem Feld an der Straße Lange Wieske Strohballen in Brand. Zuerst brannten 1.500 Stück, binnen zehn Minuten alle 3.000 auf der etwa 5.000 Quadratmeter großen Fläche. Das Feuer breitete sich durch den Wind rasend schnell aus und drohte auf umliegende Gebäude und Geräte überzugreifen. Die Feuerwehr brachte die Flammen unter Kontrolle und konnte so Schlimmeres verhindern.

Es qualmt noch ordentlich: Am Morgen danach laufen die Nachlöscharbeiten – immer wieder lodert das Feuer auf. - © Marion Bulla
Es qualmt noch ordentlich: Am Morgen danach laufen die Nachlöscharbeiten – immer wieder lodert das Feuer auf. (© Marion Bulla)


„Eine große Herausforderung war für uns die Wasserversorgung", schilderte Matthias Freese, Leiter der Sassenberger Feuerwehr. Ein riesiges Güllefass der Maschinengenossenschaft Freckenhorst wurde deshalb eingesetzt. Außerdem bekamen die Löschzüge Sassenberg und Füchtorf Verstärkung von zwei Löschzügen aus Warendorf sowie zwei Tanklöschfahrzeugen aus Versmold und Freckenhorst.

Kripo ermittelt zur Brandursache

Zu Spitzenzeiten waren in der Nacht an die 130 Feuerwehrleute im Einsatz. Das DRK übernahm die Verpflegung der Einsatzkräfte; Ordnungsamt und Kripo waren ebenso vor Ort. Die Beamten der Kriminalpolizei ermitteln zur Brandursache.

Eine Gefährdung für Personen war nicht gegeben, so die Polizei. Für die Dauer der Löscharbeiten blieb die Straße zwischen Warendorf und Sassenberg komplett gesperrt. Die Arbeiten dauerten bis in den Nachmittag hinein an – da allerdings in deutlich kleinerer Besetzung. Mit Hilfe von Teleskophubladern zog die Feuerwehr die noch immer brennenden Reste der Feuerherde auseinander, um so ein kontrolliertes Abbrennen zu ermöglichen.

Es sollte nicht der einzige Einsatz des Tages sein. Gegen Mittag brannte Medienberichten zufolge in der Sassenberger Bauerschaft Dackmar erneut eine große Menge an Stroh. Auch hier sind Kräfte aus Versmold zur Unterstützung ausgerückt. Das ist dann Einsatz Nummer 101.

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