Wasserknappheit: Stadt Versmold gibt Entwarnung

Vor einer Woche rief das Rathaus die Bürger zum sparsamen Umgang auf – offenbar mit Erfolg. Der Verbrauch ist gesunken

Silke Derkum-Homburg

Kapazitätsgrenze: Die zwölf Pumpen haben in den vergangenen Wochen bis zum Anschlag gefördert. Mehr war nicht möglich. - © Silke Derkum-Homburg
Kapazitätsgrenze: Die zwölf Pumpen haben in den vergangenen Wochen bis zum Anschlag gefördert. Mehr war nicht möglich. (© Silke Derkum-Homburg)

Versmold. „Mit dem aktuellen Stand ist die Wasserversorgung gesichert – trotzdem sollten die Bürger weiterhin sparsam sein“, sagt Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. Anfang vergangener Woche sahen sich Stadt und Stadtwerke zum ersten Mal seit Bestehen des Wasserwerkes, also seit 37 Jahren, dazu gezwungen, die Bürger zu mehr Sparsamkeit aufzurufen und vor allem auf das Wässern von Gärten oder Hofflächen oder das Befüllen von Pools zu verzichten.

„Der Aufruf war offenbar erfolgreich und wir möchten uns bei allen Bürgern bedanken, die sich solidarisch verhalten haben“, sagt Meyer-Hermann gestern im Pressegespräch. Auch wenn die Hitze wieder nachgelassen habe, sei in den nächsten 14 Tagen kein Regen in Sicht, deshalb ein sorgsamer Umgang mit Wasser weiterhin notwendig. Denn grundsätzlich habe man seit vergangenem Jahr den Trend erkannt, dass der Wasserverbrauch grundsätzlich ansteige.

Pumpen stießen an ihre Leistungsgrenzen

Der Grund, warum die Wasserspeicher niedriger leerer gewesen seien als sonst, habe nichts damit zu tun, dass in den zwölf Brunnen auf Versmolder Gebiet beziehungsweise in Rippelbaum weniger Wasser stehe, betont Kämmerer Andreas Pöhler, der für die kaufmännische Leitung des Wasserwerks zuständig ist. Aber die zwölf Pumpen seien an ihre Leistungsgrenzen gestoßen. „Es war nicht möglich, mehr zu fördern“, sagt Pöhler und nennt beeindruckende Zahlen. „Wir fördern in jeder Sekunde 100 Liter, das ist eine volle Badewanne pro Sekunde.“ Die Reinwasserbecken, in denen das Wasser zwischengespeichert werde, haben ein Fassungsvermögen von neun Millionen Litern oder 9.000 Kubikmetern. „Normalerweise liegt der Versmolder Verbrauch im Schnitt bei 6.000 Kubikmetern pro Tag, in der vergangenen Woche waren es 10.000.“

Aber nicht der Verbrauch der Bürger allein sei der Grund für die Ausnahmesituation gewesen. Hinzu kam, dass im südlichen Kreis Osnabrück ein Wasserwerk komplett ausgefallen war. Die Wasserversorgung Beckum, von der auch Versmold Wasser zukauft, musste darum dort aushelfen, weshalb das Wasser für die übrigen Abnehmer knapper wurde.

Doch unabhängig davon wird man sich im Rathaus nun Gedanken darüber machen, wie mit dem veränderten Wasserverbrauchsverhalten umgegangen werden kann. So soll mit Hilfe der Stadtwerke, die ja das Endkundengeschäft betreiben, das Verbrauchsverhalten detaillierter ausgewertet werden. „Damit wir genauer prognostizieren können, wann hohe Verbräuche zu erwarten sind, und uns besser darauf einstellen können“, sagt Meyer-Hermann.

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